Kluges Netzwerk

Kluges Netzwerk
Eine Kreuzspinne hängt in ihrem Spinnennetz. Bild: dpa

Darum kleben Spinnen nicht in ihren eigenen Netzen fest.

Hast du dich schon mal gefragt, warum im Netz einer Spinne ihre Beute kleben bleibt, sie selbst aber ohne Mühe darauf herumspazieren kann? Das liegt daran, dass die Spinne ihr selbst gebautes Netz genau kennt und sich merkt, welche Fäden klebrig sind und welche nicht. Denn tatsächlich pressen Spinnen aus einer sogenannten Spinndrüse an ihrem Hinterteil eine dünnflüssige Masse, die klebrig oder nicht klebrig sein kann. Sobald die Flüssigkeit an die Luft geschossen wird, entstehen reißfeste Fäden. Sie wehen durch die Luft und landen zum Beispiel an Ästen, Pflanzenstängeln, Fensterrahmen, Holztüren oder sonstigen Dingen. Die Spinne macht die Fäden dann daran fest.

Spiral­förmiges Muster

Wenn du dir ein Spinnennetz genauer anschaust, wirst du sehen, dass es aus geraden und spiralförmigen Fäden besteht. Die geraden Fäden sind aus nicht klebrigem Material. Auf ihnen kann die Spinne gefahrlos laufen. Für das spiral­förmige Muster verwendet das Tier die klebrige Spinnen­seide. Mücken und andere Insekten, die in das Netz fliegen und diese Fäden berühren, verfangen sich in dem Netz und bleiben kleben. Dann spurtet die Spinne auch schon herbei, denn sie bemerkt die Berührung ihres Netzes. Natürlich tippelt sie nur auf den geraden Fäden zur Beute, damit sie nicht selbst hängen bleibt. Und falls sie doch mal auf einen „falschen“ Faden tritt, bleibt sie trotzdem nicht kleben. Ihre Füße sind nämlich voller dichter Härchen. So hat die Spinne nur wenig direkten Kontakt mit den Fäden. Zudem sind die Härchen mit einer öligen Schicht über­zogen, was ebenfalls dafür sorgt, dass die Spinne nicht haften bleibt.

Von Tanja Liebmann-Décombe