Auf der Suche nach schläfrigen Koalas

Ganz schön verpennt: Die meiste Zeit am Tag schlafen oder dösen Koalas. (Foto: dpa)
Ganz schön verpennt: Die meiste Zeit am Tag schlafen oder dösen Koalas. (Foto: dpa)

Hoch oben in den Eukalyptus-Bäumen Australiens sind sie zu finden. Dort sitzen Koalas fast den ganzen Tag. Sie fressen die Blätter der Bäume und bewegen sich kaum vom Fleck. Wer sie in freier Natur sehen will, muss manchmal viel Geduld mitbringen. Einer, der sie gesucht hat, erzählt.

Es ist gar nicht so einfach, einen Koala zu finden. Mehr als eine halbe Stunde sind wir schon unterwegs. Es ist heiß, über 30 Grad Celsius. Um uns herum sind trockene Bäume und Felsen, im Hintergrund rauscht das Meer.

Wir sind auf Magnetic Island (gesprochen: mägnätik eiländ). Das ist eine kleine Insel vor der Ostküste Australiens. Hier sollen besonders viele Koalas in freier Wildbahn leben, hat man uns gesagt.

Koalas futtern Eukalyptus-Blätter

Auf Magnetic Island wachsen viele Eukalyptus-Bäume. Koalas futtern die Blätter dieser Pflanzen. Pro Tag können sie bis zu einem Kilo davon verdrücken. Dadurch bekommen sie viel Flüssigkeit. Der Name Koala soll aus der Sprache der Ureinwohner kommen und etwa so viel heißen wie: der nie trinkt. Nur wenn es extrem trocken ist, müssen Koalas etwas Wasser zu sich nehmen. Denn dann enthalten die Blätter nicht genügend Feuchtigkeit.

In den Ästen der Bäume machen die Koalas es sich zum Schlafen oder Dösen bequem. Wir schauen deshalb die ganze Zeit nach oben. Irgendwo müssen sie doch sein! Wahrscheinlich haben sie sich tiefer im Wald versteckt, wo es etwas schattiger ist. Die Sonne blendet und wir sind schon etwas erschöpft von der Wanderung.

Aber halt, dort drüben muss etwas sein! Zwei Spaziergänger schauen neugierig zu einer Baumkrone. Psssst, machen sie, als wir uns nähern. Und tatsächlich: Oben sitzen zwei Koalas in einer Astgabel, ein großer und ein kleiner. Wahrscheinlich eine Mutter mit ihrem Kind, vermuten wir. Die beiden hocken dort ein bisschen so wie zwei Leute auf einem Motorrad.

Koalas haben starke Arme und Glieder an ihren Vorderpfoten, die sie wie Greifzangen einsetzen. (Foto: dpa)

Koalas haben starke Arme und Glieder an ihren Vorderpfoten, die sie wie Greifzangen einsetzen. (Foto: dpa)

Das Kleine kuschelt sich dicht an den Rücken des großen Koalas und klammert sich von hinten am Fell fest. Der flauschige Hintern ist fest in die Astgabel gedrückt. Koalas sind für ihr Leben auf dem Baum gut ausgerüstet. Schon die Kleinen haben sehr kräftige Arme, mit denen sie sich im Fell der Mutter oder später am Baum festhalten können.

Scharfe Krallen und rauhe Hände

An ihren Vorderpfoten haben Koalas mehrere Glieder. Zwei davon setzen sie wie eine Greifzange ein. Das ist super zum Klettern. Außerdem haben sie scharfe Krallen, mit denen sie sich gut festhalten können. Besonders raue Flächen an Händen und Füßen verhindern auch, dass die Koalas abrutschen.

Mit ihren Knopfaugen, den großen Ohren und dem grauen Fell sehen sie ein bisschen aus wie Teddybären. Aber Koalas gehören gar nicht zu den Bären. Sie sind Beuteltiere wie viele andere Lebewesen in Australien. Zum Beispiel Kängurus oder Wombats. Diese Tiere haben kleine Beutel am Körper, in denen ihre Babys heranwachsen.

Inzwischen sind noch mehr Neugierige hinzugekommen und haben sich vor dem Baum versammelt. Alle wollen ein Foto von den beiden Tieren. Einige schrauben lange Objektive auf ihre Apparate, um noch bessere Bilder zu bekommen.

Koalas dösen den ganzen Tag

Endlich gefunden. Der Koala hängt allerdings nur faul im Baum rum. (Foto: dpa)

Endlich gefunden. Der Koala hängt allerdings nur faul im Baum rum. (Foto: dpa)

Die Tiere lassen sich von dem Geknipse nicht stören. Nur manchmal öffnet die Mutter ein Auge und guckt müde nach unten. Nach einer Weile streckt das Kleine sich ein bisschen, schaut kurz hoch und drückt die Nase dann wieder ins Fell der Mutter. „Die machen ja überhaupt nichts“, sagt ein Mann etwas enttäuscht.

Da sind die beiden aber keine Ausnahme: Koalas sind nicht gerade fleißig. Ein Tag hat 24 Stunden. Davon schlafen oder ruhen die Tiere etwa 20 Stunden. Erst wenn die Sonne untergegangen ist, machen sie sich gemächlich auf die Suche nach Nahrung. Dass Koalas herumtollen oder von Ast zu Ast springen, kann man also nicht erwarten.

Wir müssen uns damit abfinden, dass die beiden dort oben einfach nur vor sich hindösen. Die Reise zu den Koalas hat sich trotzdem auf jeden Fall gelohnt. Kuscheltiere im Baum sieht man schließlich nicht so oft.

Von dpa

Koalas sind nicht nur süss, sondern auch ziemlich faul. Klicke auf die Grafik. (Grafik: dpa)

Koalas sind nicht nur süss, sondern auch ziemlich faul. Klicke auf die Grafik. (Grafik: dpa)

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