Tapir

Tapir
Tapire haben einen Rüssel. (Foto: dpa)

Scheue Rüsseltiere: Bei den Tapiren sind Nase und Oberlippe zu einem kleinen Rüssel verwachsen. Und weißt du, was? Die Säugetiere sahen vor 60 Millionen Jahren schon ganz genauso aus! Weil sie sich so wenig verändert haben, bezeichnen Forscher sie als lebende Fossilien.

  • Heimat: Heute leben Tapire noch in zwei Regionen der Erde: in den Regenwäldern von Mittel- und Südamerika und im Südosten von Asien. Doch sonst sind sie, was ihren Wohnort angeht, total flexibel. Tapire können auf Höhe des Meeresspiegels leben, aber auch in 4500 Meter Höhe.
  • Familie: Obwohl Tapire wie eine Mischung aus Schwein und Ameisenbär aussehen, sind sie mit diesen Tieren gar nicht verwandt. Tapire sind nämlich Säugetiere und gehören zur sogenannten Ordnung der Unpaarhufer – genau wie ihre eigentlichen Verwandten, die Pferde und Nashörner. Zur Familie der Tapire gehören fünf Arten.
  • Als Jungtiere sind Tapire gestreift. (Foto: dpa)

    Als Jungtiere sind Tapire gestreift. (Foto: dpa)

    Aussehen: Im Gegensatz zu vielen anderen Säugetieren, ist bei den Tapiren das Weibchen etwas größer als das Männchen. Die Tiere werden ein bis 2,50 Meter lang. Ihre Schulterhöhe liegt bei 70 bis 120 Zentimeter und ihr Schwanz ist bis zu 13 Zentimeter lang. Tapire wiegen zwischen 110 und 320 Kilogramm. Mit diesem schweren, kräftigen Körper und den kurzen, dünnen Beinen sehen Tapire etwas schwerfällig und behäbig aus. Doch in Wirklichkeit können sie ziemlich schnell reagieren. Nase und Oberlippe sind zu einem Rüssel verwachsen, mit dem die Tiere ihre Nahrung abreißen und greifen können. Am Rüssel wachsen außerdem Tastborsten. Unter ihrem meist grau-braunen Fell haben Tapire eine dicke Haut, die sie gut vor Verletzungen schützt. Wenn sie noch jung sind, sind sie gestreift (mehr unter „Kinder).

  • Verhalten: Tapire sind richtige Gewohnheitstiere. Sie leben als Einzelgänger in Wäldern und haben immer ein festes Revier. Das ist zwei bis zehn Quadratkilometer groß. Weil sie immer die gleichen Wege benutzen, sind diese zu Trampelpfaden ausgetreten. Auf ihren Pfaden können Tapire mit ihren kurzen Beinen aber sehr schnell laufen. Die Tiere sind scheu und nachtaktiv und verstecken sich tagsüber im Gestrüpp der Wälder. Bei Gefahr bleiben sie einfach stehen, denn ihr grau-braunes Fell ist eine gute Tarnung. Tapire lieben es zu planschen und nehmen gerne ausgedehnte Schlammbäder.
  • Mama und Kind (Foto: dpa)

    Mama und Kind (Foto: dpa)

    Feinde: Tapire haben in freier Natur einige Feinde: Jaguare, Pumas, Tiger, Bären oder Krokodile. Aber auch der Mensch schadet den Tieren, wenn er mit der Abholzung der Regenwälder den Lebensraum der Tapire vernichtet.

  • Kinder: Weil Tapire Einzelgänger sind, treffen sich Männchen und Weibchen nur zur Paarung. Das Weibchen ist dann etwas mehr als ein Jahr schwanger und bringt nur ein Junges zur Welt. Die ersten ein bis zwei Wochen versteckt es sich, danach folgt es der Mutter. Das Tapir-Baby hat ein ganz besonderes Fell: Es ist dunkelbraun mit hellbraunen oder weißen Längsstreifen. Erst nach einem halben Jahr verändert sich die Fellfarbe in die der erwachsenen Tiere. Nach einem Jahr verstößt die Mutter das Junge, nach drei bis vier Jahren kann es selbst Kinder bekommen. Tapire können etwa 30 Jahre alt werden.
  • Nahrung: Tapire sind Vegetarier. Mit ihrem Rüssel zupfen sie Blätter und kleine Zweige von den Bäumen ab. Sie fressen aber auch gerne Knospen, Früchte und sogar Wasserpflanzen.

Von Willi und Angela Sommersberg