Serie: Wo kommt unser Glaube her?

25.03.2018, Thüringen, Heilbad Heiligenstadt: Eine überlebensgroßen Darstellung
Christen umgeben sich gerne mit Symbolen und Bildern. An Ostern werden gar überlebensgroße Darstellungen auf Prozessionen gezeigt. Hier "Auf dem Ölberg", das das Leiden und Sterben Jesu Christi symbolisiert. (Foto: dpa)

Die bunten Eier überall kündigen es schon an: In ein paar Tagen feiern in Deutschland und weltweit wieder viele Menschen das Osterfest. Feiern du und deine Familie auch? Ostern ist ja, wie du sicher weißt, ein religiöses Fest. Die Christen feiern dann die Auferstehung Jesu. Aber wie haben sich Religionen wie das Christentum eigentlich entwickelt? Wo kommt der Glaube her?

Warum haben Menschen einen Glauben?

Manche Fragen sind leicht zu beantworten: Was ist zwei plus zwei? Wann beginnen deine Ferien? Bei anderen Dingen ist die Antwort nicht so einfach. Manchmal fragen wir uns, woher wir Menschen eigentlich kommen oder was passiert, wenn wir sterben.

Schon seit Jahrtausenden versuchen verschiedene Religionen, Antworten auf diese Fragen zu geben. Jede tut das auf ihre ganz eigene Weise. In vielen Religionen glaubt man an Götter, die den Menschen erschaffen haben. Einige glauben auch an ein Leben nach dem Tod, andere daran, dass Menschen in einem anderen Körper wiedergeboren werden. Jeder Glaube hat außerdem ganz unterschiedliche Bräuche und Vorschriften.

Die Religionen, denen die Menschen folgen, haben sich im Laufe der Jahrtausende immer wieder geändert. Die Griechen in der Antike beteten zu Göttern wie Zeus und Aphrodite, die Wikinger zu Thor und Odin. Heutzutage gibt es in Griechenland und Skandinavien vor allem Christen.

Welche grossen Religionen gibt es?

Die fünf größten Religionen auf der Welt sind das Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus und Hinduismus. Weil sie so weit verbreitet sind, nennen wir sie die „fünf Weltreligionen“.

Die meisten Anhänger hat das Christentum. Etwa 30 Prozent der Weltbevölkerung sind Christen. An zweiter Stelle liegen mit etwa 20 Prozent die Muslime. Hindus, Buddhisten und Juden gibt es deutlich weniger. In Deutschland leben vor allem Christen und Leute, die nicht gläubig sind. Die nennt man „Atheisten“. Es gibt aber auch Anhänger anderer Religionen.

Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben sie?

Christentum, Islam und Judentum haben eine große Gemeinsamkeit. Die Anhänger aller drei Religionen glauben nur an einen Gott (im Islam heißt er „Allah“, im Judentum „Jahwe“). Fachleute sprechen von „monotheistischen“ Religionen. Monotheistisch ist griechisch, das Wort setzt sich aus den Begriffen „monos“ (ein) und „theos“ (Gott) zusammen.

Religionen wie den Hinduismus, die viele Götter verehren, nennt man hingegen „polytheistisch“ („poly“ bedeutet „viel“). Buddhisten verehren übrigens gar keinen Gott.

Eines haben aber alle Religionen gemeinsam: Weltweit gibt es Menschen, die aufgrund ihres Glaubens diskriminiert oder angegriffen werden. Es gibt noch viele andere Gemeinsamkeiten und Unterschiede – die wollen wir dir in den kommenden Wochen erklären, wenn wir über die einzelnen Religionen sprechen.

Wieso hört man so viel von Gewalt religiöse Gruppen?

Die meisten Anhänger von Religionen sind friedlich. Es gibt aber auch solche, die anders- oder nichtgläubigen Menschen ihre Lebensweise aufzwingen wollen.

In Deutschland sprechen wir gerade zum Beispiel viel über islamistischen Terror. Radikale Muslime haben in den vergangenen Jahren weltweit Menschen getötet und das mit ihrem Glauben begründet. Es gibt aber auch Terror-Gruppen, die sich auf das Christentum oder andere Religionen berufen. Wichtig ist, dass diese terroristischen Gruppen nie für die ganze Glaubensrichtung sprechen – hohe Vertreter und Gläubige der Religionen verurteilen die Gewalt.

VON ELIANA BERGER

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