Ohne Schnee verhungert der Gletscher

Ohne Schnee verhungert der Gletscher
Am Anfang muss es viel schneien, damit ein Gletscher entsteht. (Foto: dpa)

Graue, riesige Berge ragen in den Himmel. Sie gehören zu einem großen Gebirge, den Alpen. Einer davon ist ein besonderer Berg. Er heißt Kitzsteinhorn und trägt einen Gletscher. Er liegt bei dem Ort Kaprun in Österreich.

Auf dem Gletscher liegt auch im Sommer Schnee, wenn auch nur ganz weit oben. Vom Tal aus sieht es manchmal so aus, als hätte der Berg eine Mütze auf. Wenn die Temperaturen im Herbst fallen, wird die weiße Mütze immer größer. Dann ist sie oft schon groß genug, um auf dem Schnee Ski fahren zu können.

Was die Skifahrer nicht mitbekommen: Gletscher bewegen sich. „Im Gegensatz zu den festen Felsen und dem Gestein der Berge, ist ein Gletscher ein beweglicher Teil in den Alpen“, sagt Fachmann Norbert Karlsböck. Er ist der Chef der Gletscher-Bahnen, die Menschen zum Kitzsteinhorn-Gletscher bringen.

Wie Honig, der über den Berg läuft

Gletscher bewegen sich unterschiedlich schnell. Bei manchen sieht die Bewegung des Eises ein bisschen aus wie Honig, der zäh über den Berg läuft. Nur bewegt sich das Eis viel, viel langsamer! Man kann das Fließen mit bloßem Auge nicht sehen‎.

Egal, wie schnell oder langsam die Gletscher fließen: Sie entstehen auf die gleiche Art. Am Anfang muss es viel schneien, damit ein Gletscher entsteht. Das heißt also, es muss über längere Zeit kalt genug sein. Die Schneedecke wird dann immer höher.

Schnee und Kälte sind der beste Freund

Der Mann ist Norbert Karlsböck, Chef der Gletscherbahnen in Kaprun (Foto: dpa)

Der Mann ist Norbert Karlsböck, Chef der Gletscherbahnen in Kaprun
(Foto: dpa)

„Schnee ist das Futter des Gletschers“, sagt Norbert Karlsböck. „Ohne Schnee würde er verhungern und sich immer mehr verkleinern. Und irgendwann würde er verschwinden.“ Darum sei schlechtes Wetter mit viel Schnee und Kälte der beste Freund des Gletschers.

Ist der Winter vorbei, steigen die Temperaturen wieder an. Gletscher befinden sich aber dort, wo es auch im Sommer kühl ist. „Zum Beispiel weit oben in Mulden in Gebirgen, an schattigen Plätzen“, sagt Herr Karlsböck. Dort schmilzt die Schneedecke nicht komplett weg.

Kommt der nächste Winter, fallen wieder weiche Flocken auf den alten Schnee. „So entstehen Jahresschichten“, sagt der Fachmann. Die einzelnen Schichten stapeln sich übereinander. Je mehr Winter vergehen, desto mehr Schnee liegt auf den alten Schichten.

Die Last von oben drückt die Schichten zusammen. Die unteren Schichten werden immer dichter und härter. „Aus der weißen Schneeschicht entsteht über die Jahre immer kompakterer Schnee, bis er letztendlich zu Eis wird“, sagt der Fachmann.

Die Eisschichten bewegen sich nun in Richtung Tal. Doch weiter unten am Berg ist es wärmer als hoch oben – vor allem im Sommer. Irgendwann kommt das Eis in einer bestimmten Höhe an. Dort ist es so warm, dass das Eis schmilzt. An dieser Stelle ist das Ende des Gletschers.

Von dpa 

Wenn du auf die Grafik klickst, kannst du sie noch ein bisschen besser erkenne. (Grafik: dpa)

Wenn du auf die Grafik klickst, kannst du sie noch ein bisschen besser erkenne. (Grafik: dpa)

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