Hacker basteln gerne

Hacker basteln gerne
Hacken ist ein Hobby. Und eine Lebenseinstellung. Es geht darum. Dinge anders zu verwenden als urspünglich von den Machern geplant. (Foto: dpa)

Von Hackern hört man immer wieder. Vor allem, wenn es um Computer und Internet geht. Aber was macht ein Hacker eigentlich? Peter Hecko vom Chaos Computer Club gibt Antworten.

Peter Hecko mag technische Sachen. Er tüftelt gern und baut Gegenstände aus dem Alltag um. Peter Hecko ist ein Hacker (gesprochen: häcker). Hier erzählt er, was das eigentlich heißt.

Das ost Üezer Hecko. Er mag gerne technische Sachen - und er tüfltelt gerne an ihnen herum. (Foto: dpa)

Das ost Üezer Hecko. Er mag gerne technische Sachen – und er tüfltelt gerne an ihnen herum. (Foto: dpa)

Was ist Hacken überhaupt?

Peter Hecko: Hacken ist eine Lebenseinstellung und Hobby. Hacken ist der kreative Umgang mit alltäglichen Sachen. Es geht darum, Dinge anders zu verwenden, als es im Handbuch steht. Man passt Dinge auf seine eigenen Bedürfnisse an.

Mach mal ein Beispiel für einen Hack!

Peter Hecko: Zum Beispiel kannst du in einem Teekocher Kaffee kochen. Dafür ist der Teekocher nicht gebaut, aber du kannst ihn zweckentfremden. Man kann eigentlich alles hacken, was ein Gegenstand ist. Zum Beispiel Computer, Telefone oder Autos. Auch wenn ich einen Teller als Frisbee-Scheibe benutze, ist das schon ein Hack.

Wie sieht es bei dir zu Hause aus?

Peter Hecko: Ich schalte mit dem Handy das Licht ein oder aus, oder die Musik oder Rollläden oder sonst irgendwas. Dann habe ich zum Beispiel einen Temperatur-Messer aus einem Schwimmbad. Der misst normalerweise die Temperatur im Wasser. Bei mir misst er die Lufttemperatur. Ich habe zum Beispiel einen Lichtschalter, der schaltet kein Licht an, sondern die Dunstabzugshaube.

Warum benutzt du nicht einfach den normalen Schalter?

Peter Hecko: Weil der einfach doof angebracht ist. Der ist an einer unhandlichen Stelle. Wenn ich kochen will, ist es einfacher, auf den Lichtschalter zu hauen. Ich versuche, Dinge zu vereinfachen.

Also sind Hacker nicht immer Computer-Freaks?

Peter Hecko: Nein. Hacker sind einfach gute Tüftler. Es schadet auch nicht, wenn man in Mathematik gut ist. Aber wir haben auch Leute im Club, die sind begnadete Hacker und haben gar keine Ausbildung.

Wie hast du dir das technische Wissen beigebracht?

Peter Hecko: Ich hab gern Dinge auseinander- und wieder zusammengebaut. Ich wollte schauen, wie sie drinnen aussehen. Ich baue mal hier noch ein Stückchen dran und mache da noch etwas weg. Dann schneide ich mal ein Kabel durch und schaue, was passiert. Man muss auch ein bisschen Mut haben. Wenn etwas nicht funktioniert, weiß man es das nächste Mal besser.

Geht dabei nicht viel kaputt?

Peter Hecko: Doch. Aber ein guter Hacker ist jemand, der öfter mal auf die Nase gefallen ist. Das gehört einfach dazu.

 

KINA - Die Hacker und das GesetzDie Hacker und das Gesetz

Hacker kennen sich oft sehr gut mit Computern und dem Internet aus. Viele wissen etwa, wie man sich mit einem Computer auf den Computer eines anderen Menschen einschleusen könnte.

Genau darum sind einige Leute misstrauisch gegenüber Hackern. Sie fürchten etwa, ein Hacker könnte sich auf ihrem Computer Bilder ansehen oder Infos klauen.

„Das Bild eines Hackers ist ja meistens, dass er der böse Mann ist, der Daten klaut“, sagt Hacker Peter Hecko. „Das ist aber ein krimineller Hacker.“ Kriminelle Hacker schleusen sich zum Beispiel ohne Erlaubnis in die Computer von Unternehmen ein. Dort klauen sie etwa Infos und verkaufen sie weiter. Das ist aber verboten. Wer so etwas macht, bekommt eine Menge Ärger mit der Polizei.

Aber nicht jeder Hacker ist kriminell, sagt Peter Hecko. Viele nutzen auch ihr Wissen und helfen damit anderen. Manche Hacker geben zum Beispiel Politikern Tipps, wie sie bessere Gesetze machen.

Einige Hacker prüfen auch im Auftrag von Unternehmen, ob deren Computersysteme sicher sind. Also etwa, ob jemand dort einfach so Informationen klauen könnte. Dann beraten sie die Firmen, wie sich das System verbessern lässt.

Von dpa

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