Eine Polizei für Flüsse

Eine Polizei für Flüsse
dpa

Duisburg (dpa) – Dieses Polizeirevier ist anders als andere Reviere.
Wenn die Polizisten und Polizistinnen hier auf Streife gehen, dann
fahren sie nicht etwa mit dem Polizeiauto durch die Straßen. Sondern
sie sind auf dem Wasser unterwegs, mit einem schnellen Motorboot. Und
wenn es sein muss, sogar mit Blaulicht.

Die Wasserschutzpolizei sorgt dafür, dass auf Flüssen wie etwa dem
Rhein nichts passiert. Auch achtet sie darauf, dass sich die
Schiffsleute an die Regeln halten. Denn auf dem Rhein ist ganz schön
viel los. Der Fluss ist eine der wichtigsten Wasserstraßen in Europa.
Jeden Tag sind dort viele tausend Schiffe unterwegs. Sie haben etwa
Kohle, Sand oder auch Benzin geladen.

Kontrolle von Frachtschiffen

«Zu unseren wichtigsten Aufgaben gehört es, Frachtschiffe zu
kontrollieren», erklärt Hauptkommissar Jürgen Kasner. Er arbeitet bei
der Wasserschutzpolizei in Duisburg, einer Stadt im Bundesland
Nordrhein-Westfalen. Durch Duisburg fließt nicht einfach nur der
Rhein, sondern es gibt dort auch einen riesigen Hafen. Er gilt als
der größte Binnenhafen der Welt.

«Ein Unterschied zu den Kollegen an Land ist, dass wir uns unsere
Arbeit fast ausschließlich selbst suchen», sagt Herr Kasner. Denn die
Wasserschutzpolizei wird eher selten zu Einsätzen gerufen. Das Team
an Bord entscheidet selbst, welche Schiffe kontrolliert werden. 

So eine Kontrolle kann bis zu zwei Stunden dauern. Die Polizisten
prüfen zum Beispiel, ob genügend Besatzungsmitglieder an Bord sind.
Oder auch, ob die Fahrtzeiten eingehalten werden. Das ist so ähnlich
wie bei Lastwagenfahrern. Diese dürfen auch nur eine bestimmte Zeit
am Steuer sitzen, dann müssen sie eine Pause einlegen.

Bei Fahrt von Schiff zu Schiff umsteigen

Wenn Polizisten an Land ein Auto kontrollieren wollen, dann geben sie
dem Fahrer oder der Fahrerin ein Zeichen, zum Beispiel mit einer
Kelle. Das Auto hält dann an. Auf einem Fluss ist die Sache ein wenig
kniffliger. Die großen Frachtschiffe können nicht einfach mal
stoppen! Deshalb fahren die Männer und Frauen von der
Wasserschutzpolizei mit ihrem Boot seitlich an das Frachtschiff
heran. Ganz dicht! Dann steigt einer der Polizisten bei voller Fahrt
über. Das muss man sich erst mal trauen.

Die Wasserschutzpolizei ist rund um die Uhr im Einsatz. Die Teams
kontrollieren nicht nur Frachtschiffe. Sie achten auch darauf, ob
fremde Stoffe in den Fluss eingeleitet wurden. Manchmal passiert es
nämlich, dass Öl oder andere Dinge im Fluss landen. Das kann
absichtlich oder unabsichtlich geschehen. Die Polizisten versuchen
herauszufinden, wer dafür verantwortlich ist. Aber das ist oft gar
nicht so einfach.