Knapp überlebt

Knapp überlebt
dpa

Vor 66 Millionen Jahren trifft ein Asteroid aus dem
Weltall die Erde. Die meisten Forschenden sind sich einig: Er sorgte
dafür, dass die Dinosaurier und mit ihnen Dreiviertel aller Lebewesen
ausstarben. Denn der Einschlag hatte Folgen: Aschenwolken verdunkeln
die Sonne. Es gibt Erdbeben und Flutwellen schwappen über das Land.
Doch es gab auch Überlebende dieser Zeit: zum Beispiel kleine
Säugetiere.

Knoten und Zähne

Sie waren kaum größer als heutige Mäuse. Wer ausstarb und wer
überlebte, verraten versteinerte Knochen und Zähne – auch Fossilien
genannt. In Amerika gibt es einige Fundstellen, an denen Fossilien
aus der Zeit vor und nach dem Einschlag ausgegraben wurden. Im Felsen
trennen sie wenige Gesteinsschichten. Die Dinosaurierknochen liegen
tiefer und verschwinden nach dem Einschlag. «Auch die Zähne und
Knochen vieler Säugetiere sind in den oberen Schichten nicht mehr zu
finden», erklärt Andreas Lang. Der Wissenschaftler erforscht
ausgestorbene Tiere an der Universität Bonn.

Stattdessen findet man viele winzige Zähne von kleinen mausgroßen
 Säugern. Sie verraten den Forscherinnen und Forschern viel darüber,
wie diese Tiere die Katastrophe überleben konnten. Zum Beispiel
zeigen die Zähne, dass die kleinen Säuger Allesfresser waren. Sie 
fraßen Insekten, Samen oder Pflanzenwurzeln. Ziemlich praktisch: Nach
den Vulkanausbrüchen, Erdbeben und Waldbränden war die Natur völlig
zerstört und die Tiere konnten beim Futter nicht wählerisch sein.

Logische Erklärung

Wer sich nur von bestimmten Früchten ernährte oder kleinere Tiere
jagte, fand bald nichts mehr und verhungerte. «Deshalb sind nicht nur
die Dinosaurier, sondern auch die meisten Säugetiere vor 66 Millionen
Jahren ausgestorben», sagt Andreas Lang. Noch ein Vorteil: Die
kleinen Säuger lebten in Höhlen unter der Erde. Das schützte sie vor
der Hitze nach dem Einschlag und war auch später ein guter
Rückzugsort. Ohne die wärmenden Strahlen der Sonne wurde es
bitterkalt und die Luft war voller Staub. Unter der Erde war es da
viel gemütlicher.

In den Höhlen brachten die Tiere auch ihre Jungen zur Welt. Der
Nachwuchs wuchs schnell. So konnten sich die kleinen Säugetiere
schnell von der Katastrophe erholen. Schon wenige Hunderttausend
Jahre nachdem der Asteroid die Erde traf, streiften wolfsgroße
Säugetiere umher. Immer neue Arten entstanden, darunter auch die
ersten Vorfahren von uns Menschen. So hatte die Katastrophe doch
etwas Gutes für uns heute: Wäre der Asteroid nicht eingeschlagen,
wären die Dinosaurier wohl nie ausgestorben und uns Menschen hätte es
nie gegeben.