Mit dem Buch durch die Bücherei

Mit dem Buch durch die Bücherei
An dieser Station kann man in der Stadtbibliothek Bonn Bücher ausleihen. Foto: Stefanie Paul/dpa

Ein Code verrät, wo das Buch steht: Sich in Bibliotheken zurechtzufinden, ist gar nicht so einfach. Wäre doch praktisch, wenn einem die Kinderbücher selbst alles erklären könnten.

In Filmen kommt oft jemand in eine Bibliothek und macht ein Geräusch. Schon drehen sich alle um und zischen genervt „psssst“. Das wirkt so, als müsste es in einer Bibliothek immer mucksmäuschenstill sein. Aber keine Sorge: In einer Bibliothek darf man auch normal reden. Man darf sogar lachen und das Handy benutzen. Aber man sollte aufpassen, dass man niemanden stört. Nur eines ist zwischen all den Büchern wirklich verboten: essen und trinken.

Bei so vielen Büchern ist es wichtig, dass alles geordnet ist. Foto: Stefanie Paul/dpa

Buchcode aus Zahlen und Buchstaben

Vielleicht sollte ich mich aber zuerst einmal vorstellen: Ich bin KK67 DOLA. Ich stehe in dem Raum da hinten rechts, im zweiten Regal, das fünfte Buch von links. KK67 DOLA ist so etwas wie mein persönlicher Ausweis. Die Zahlen und Buchstaben verraten dir unter anderem, dass ich ein Kinderbuch bin. Wie wär’s! Du könntest mich doch ausleihen, mit nach Hause nehmen und lesen. Ich bin nämlich ein ganz tolles Buch.

Aber sag mal, fällt dir in der Bibliothek etwas auf? Bei uns ist alles sehr ordentlich und aufgeräumt. Anders als in manchem Kinderzimmer. Und dass, obwohl jeden Tag viele Hundert Menschen hierherkommen, in den Regalen stöbern und Bücher ausleihen. Ordnung ist für eine Bibliothek super wichtig! Stell dir vor, du suchst ein Buch und es steht nicht am richtigen Platz! Auch mich hat jemand schon mal ins völlig falsche Regal gesteckt. Es hat Wochen gedauert, bis man mich wieder gefunden hatte.

Bücher sinnvoll zu ordnen, ist sogar eine richtige Wissenschaft. Es gibt Fachleute speziell für Bibliotheken. Sie sorgen unter anderem dafür, dass keine Bücher herumliegen. Und das alles wieder an seinem rechten Fleck steht. Manchmal denke ich, die Fachleute machen den
lieben langen Tag nichts anderes als aufräumen und sortieren, aufräumen und sortieren.

Bücher mit Computer-Chip

Aber was ist denn jetzt los? Warum ruckelt und schwankt das so? Ah, ich glaube, ich werde ausgeliehen. Das ist immer der beste Teil, denn der Scanner an der Ausleihstation kitzelt immer so schön. Ich verrate dir ein kleines Geheimnis: Die Fachleute haben einen kleinen
Computer-Chip in mir versteckt. Dieser wird gescannt. Ein Computer-System zeigt dann an, dass ich ausgeliehen wurde. Außerdem steht da, wie lang ich fort bin.

Die Stadtbibliothek Bonn hat auch eine Kinderbibliothek. Foto: Stefanie Paul/dpa

Hoffentlich geht alles gut. Einmal war ich bei einem Kind zu Hause und dann wäre beinahe ein großer Klecks Ketchup auf mir gelandet. Wenn meine Bücher-Kumpels und ich zurückkommen, werden wir ganz genau unter die Lupe genommen. Sind wir kaputt, beschädigt oder schmutzig, müssen wir ersetzt werden. Na dann, bis bald am Bücher-Regal.

Von Stefanie Paul (dpa)