Bernsteine sind viele Millionen Jahre alt

An der Ostsee - dort, wo heute das Meer ist - war früher ein Wald. Deswegen findet man hier heute häufig auch Bernstein. (Foto: dpa)
An der Ostsee - dort, wo heute das Meer ist - war früher ein Wald. Deswegen findet man hier heute häufig auch Bernstein. (Foto: dpa)

Man findet ihn am Strand. Oder tief in der Erde. Bernstein! Doch was ist das eigentlich genau? Bernstein besteht aus dem Harz von Bäumen. Die Bernsteine, die man heute findet, sind viele Millionen Jahre alt.

Was liegt denn da am Strand? Ein kleiner, leuchtend gelber Stein! Ist das Glas oder etwa ein kostbarer Edelstein? Nein, es ist ein Bernstein. Wenn man einen solchen an der Ostsee-Küste findet, dann nennen ihn Fachleute auch: einen Baltischen Bernstein. Manche Leute nennen die Steine auch das Gold der Ostsee.

Bernstein findet man an vielen Orten auf der Welt, zum Beispiel an der Ostsee. (Foto: dpa)

Bernstein findet man an vielen Orten auf der Welt, zum Beispiel an der Ostsee. (Foto: dpa)

Bernstein findet man aber an vielen Orten auf der Welt, verrät die Fachfrau Mónica Solórzano-Kraemer. Man findet ihn etwa in China oder in Indien, in Mexiko oder in der Dominikanischen Republik. Manche Bernsteine werden einfach aus dem Meer ans Land gespült. So wie an der Ostsee. Andere Bernsteine findet man dagegen tief unter der Erde. Zum Beispiel beim Graben in Bergwerken.

Was ist eigentlich Bernstein?

Doch was ist das eigentlich, ein Bernstein? „Das ist fossiles Harz“, erklärt die Fachfrau. Der Begriff fossil bedeutet, dass das Harz schon viele Millionen Jahre alt ist. Harz ist eine Art flüssiges Pflaster für viele Gewächse, vor allem von Bäumen. Wird der Baum verletzt, tritt das Harz aus und verschließt die Wunde.

„Harz gibt es aber nicht nur bei Verletzungen. Es entsteht auch, wenn der Baum Stress hat“, sagt die Expertin. Zum Beispiel, weil es zu trocken ist. Oder weil sich Käfer unter der Rinde eingenistet haben.

An der Ostsee war früher ein riesiger Wald

Die Bernsteine in der Ostsee bestehen aus dem Harz einer bestimmten Kiefernart. Dort, wo heute das Meer ist, war früher einmal ein riesiger Wald. Die Bäume von damals findet man heute allerdings nicht mehr. „Denn die Baumarten sind ausgestorben“, verrät Mónica Solórzano-Kraemer.

Vor vielen Millionen Jahren konnte aber Folgendes passieren: Das getrocknete Harz fiel vom Baum ab, auf den Boden. Von da wurde es von Flüssen fortgespült, zum Beispiel bis ins Meer. Dort wurde es dann von einer dicken Schicht aus Erde und Schlamm bedeckt. Nach und nach wurde das Harz immer fester und verwandelte sich so zu einem Bernstein.

Bernsteine sind jünger als Dinosaurier

„Viele denken bei Bernstein immer gleich an Dinosaurier“, sagt die Forscherin. Aber das ist falsch! Viele Bernsteine sind erst entstanden, als die Dinosaurier schon ausgestorben waren. Die Bernsteine aus der Ostsee sind den Dinosauriern nie begegnet. Sie sind viel jünger, sagt die Expertin.

Für Forscher sind Insekten in Bernstein superspannend. Denn durch sie ?erfahren die Fachleute, welche Tiere vor langer Zeit einmal gelebt haben. (Foto: dpa)

Für Forscher sind Insekten in Bernstein superspannend. Denn durch sie ?erfahren die Fachleute, welche Tiere vor langer Zeit einmal gelebt haben. (Foto: dpa)

Trotzdem verraten die Steine etwas darüber, wie die Welt vor vielen Millionen Jahren ausgesehen hat. Zum Beispiel, weil kleine Tiere oder Baumnadeln aus Versehen ins Harz eingeschlossen wurden. Zum Beispiel Fliegen, Spinnen, Käfer oder kleine Krebse. Die Forscher reden bei so etwas von Inklusen.

Wie haben sich Tiere im Laufe der Zeit verändert?

Für die Forscher sind die Einschlüsse sehr spannend. Denn durch sie erfahren die Fachleute, welche Tiere vor langer Zeit einmal gelebt haben. Und wie sich die Tiere im Laufe der Zeit vielleicht verändert haben.

Aber wie sind die Tierchen in den Bernstein gekommen? „Die Tiere sind zum Beispiel auf dem Baum herumgekrabbelt und dann im Harz kleben geblieben“, sagt die Fachfrau Mónica Solórzano-Kraemer. Zum Beispiel mit einem ihrer Flügel. Dann floss vielleicht noch mehr Harz hinterher und die Tiere wurden vollständig bedeckt.

Von dpa

Bernstein muss man richtig behandeln. Sonst geht er mit der Zeit kaputt. (Foto: dpa)

Bernstein muss man richtig behandeln. Sonst geht er mit der Zeit kaputt. (Foto: dpa)

Wie pflegt man einen Bernstein?

Oje, der Bernstein ist zerbröselt! Wie konnte das bloß passieren? Bernstein geht im Laufe der Zeit kaputt, wenn man ihn nicht richtig behandelt. „Zum Beispiel ist Sauerstoff sehr schädlich“, verrät eine Fachfrau. Durch den Sauerstoff bekommt Bernstein zuerst eine immer dunklere Farbe. Dann entstehen Risse – und er zerfällt irgendwann.

Deshalb bekommt Bernstein von Forschern eine Art Schutzhülle verpasst. Sie umgibt ihn rundherum mit Kunstharz. So kommt kein Sauerstoff mehr an den Bernstein ran – und er ist gut geschützt. Außerdem wird er in speziellen Schränken gelagert. Dort ist es dunkel und es herrscht immer die gleiche Temperatur und Feuchtigkeit.

Von dpa

So erkennst du Bernstein

Kindergrafik: Bernstein erkennen (10.02.2015)

Klicke auf die Grafik, dann ist sie besser zu erkennen. (Grafik: dpa)