Nils schleudert Säckchen
Mit vier Säckchen in der Hand stellen sich Nils und sein Vater zwei Gegnern. Sie trainieren in einem Verein Sackloch. Eines Tages möchte Nils in der Bundesliga antreten.
Bretter mit einem Loch stehen auf dem Fußboden der Sporthalle. Hier spielen die Grundschüler Nils und Maxim zusammen mit ihren Vätern Sackloch in einem Verein. Je zwei Sacklochbretter stehen dabei gegenüber voneinander.
Gespielt wird zwei gegen zwei. „Zuerst schreiben wir unsere Namen in den Laptop“, sagt Maxim. „Damit klar ist, wer mitspielt und wer da ist.“ Dann wird ausgelost, wer gegen wen spielt. Jeder stapelt vier weiche, mit Granulat gefüllte Säckchen in den Händen. Das knistert. Sofort wuseln alle Spieler zu freien Brettern.
Und dann fliegen Säckchen durch die Luft, zum Einwerfen. Jens Weingarten ist Trainer des Vereins im Ort Landsweiler-Reden im Saarland. Er erklärt: „Ziel ist es, aufs Brett oder im besten Fall ins Loch zu werfen. Wobei ein Treffer ins Loch drei Punkte bringt und ein Treffer aufs Brett einen Punkt.“ Gezählt werden aber nur die Punkte, die das bessere Team mehr erzielt als sein Gegner.
Maxim spielt an diesem Tag im Team mit der achtjährigen Ella, Nils mit seinem Vater. „Unser Teamname ist TGL Titans Nils und Mopsi“, sagt Nils stolz. Gerade haben die beiden den zweiten Platz in einem größeren Turnier belegt.
Abwechselnd Säckchen werfen
Jetzt geht das Trainingsspiel los: Von der Linie sieht das Loch gegenüber klitzeklein aus. Nils und sein Papa werfen abwechselnd ihre Säckchen. Dabei lässt Nils sie rotieren wie ein Frisbee. „Irgendwann merkt man, dass man mit dem einfachen Wurf nicht weiterkommt“,
erklärt der Trainer. „Das Säckchen muss rotieren.“
Platsch! Drei Säckchen landen auf dem Brett, eins daneben, vier plumpsen ins Loch. Obwohl alle konzentriert sind und keine Punkte verschenken wollen, ist es in der Halle nie mucksmäuschenstill. Zwischendurch wird auch mal gequatscht.
Jetzt sind die Gegner dran und werfen ihre insgesamt acht Säckchen zurück. Sieben der Säckchen landen im Loch. Eins davon rollt wie ein Purzelbaum über ein anderes drüber ins Loch. Die Gegner jubeln. Sie haben diese Runde gewonnen. Schnell flitzen die Teams auf die andere Seite und es geht von vorn los.
Spiel für verschiedene Orte
Wer zuerst 21 Punkte erreicht, gewinnt. „Das Schöne ist, dass es jeder lernen kann und dass alle zusammenspielen“, sagt Jens Weingarten. „Jüngere mit älteren und auch Spieler mit körperlichen Einschränkungen.“ Außerdem könne man das Spiel überall mit hinnehmen. Im Urlaub komme man so schnell mit anderen in Kontakt, sagt der Trainer.
Nils und Maxim würden Sackloch am liebsten nicht nur als Hobby spielen. Sie haben einen Traum: Sie wollen es schaffen, mit ihren Vätern in der Bundesliga zu spielen.
Von Jennifer Heck (dpa)





