Her mit der Flagge!
Es sieht aus wie American Football, und ist trotzdem anders. Beim Flag Football wird niemand umgerannt. Stattdessen zieht man dem Gegner eine Flagge ab. Das macht das Spiel schnell und super spannend.
Der Center macht sich bereit für den nächsten Spielzug, und beugt sich nach vorne. Er wirft den eiförmigen Ball zwischen seinen Beinen hindurch nach hinten zum Quarterback. Dieser schaut sich auf dem Spielfeld kurz um, und wirft den Ball schließlich zu Tabea.
Die Elfjährige flitzt los, immer an der Seitenlinie entlang. Ein Spieler aus der gegnerischen Mannschaft will sie stoppen. Doch Tabea weicht geschickt aus. Sie schlägt einen Haken, flitzt weiter und bringt den Ball in die Endzone. Touchdown (gesprochen: tatsch-daun). Für Tabeas Team gibt es sechs Punkte!
Das Spiel, um das es hier geht, nennt sich Flag Football. Auf den ersten Blick erinnert es an American Football. Das ist dieser Sport, bei dem die Spielenden Helme tragen und an den Schultern dick gepolstert sind. Tatsächlich gelten beim Flag Football fast die gleichen Regeln. Auch die Positionen der Leute auf dem Feld heißen gleich.
Den Gegner nicht berühren
Es gibt aber einen wichtigen Unterschied: Beim American Football geht es meist heftig zur Sache. Es wird gezogen und gezerrt, gestoßen und umgerannt. Dabei passieren auch Verletzungen. „Beim Flag Football aber darf man seinen Gegner nicht berühren“, erklärt Tabea nach dem Spiel.
Im Land USA ist Flag Football schon seit Langem sehr beliebt, genau wie American Football. Der Sport wird von vielen Millionen Menschen gespielt. Mittlerweile kommt er auch in Deutschland gut an. Das sieht man zum Beispiel an der Schule von Tabea.
Das Mädchen geht auf ein Gymnasium in Düsseldorf, einer Stadt in Nordrhein-Westfalen. Dort wird die Sportart seit etwa einem Jahr in einer AG angeboten. „Das Tolle ist, dass alle Schülerinnen und Schüler bei null anfangen. Für alle ist das etwas komplett Neues“, sagt Marcus Sickert. Er ist Lehrer und leitet die AG.
Jungs und Mädchen spielen zusammen
Das Ziel des Spiels lautet: Man muss die Gegner und Gegnerinnen daran hindern, mit dem Ball die Endzone zu erreichen. Anstatt die anderen wüst umzurennen, reißt man ihnen beim Flag Football eine Flagge ab. Das darf man nicht immer machen. Erlaubt ist es nur bei der Person, die gerade den Ball hat.
Alle Spielerinnen und Spieler tragen einen Gürtel. An dem hängen drei Fahnen: eine rechts, eine links und eine hinten. Sobald eine Fahne abgerissen ist, wird das Spiel gestoppt und der Spielzug ist beendet.
Eine weitere Sache gefällt Tabea beim Flag Football besonders gut: „Hier spielen Jungs und Mädchen zusammen in einer Mannschaft. Das ist doch auch cool, oder?“
Von Stefanie Paul (dpa)






