Da, schau her!

Da, schau her!
Die Krippe im Tierpark. Bild: Stefanie Paul

Unterwegs auf dem Kölner Krippenweg

Die Geschenke sind längst ausgepackt und alle Weihnachtslieder gesungen, das neue Jahr schon einige Tage alt. Ihr habt aber noch Lust auf ein wenig Weihnachtsstimmung und möchtet noch etwas unternehmen in den Ferien? Wie wäre es mit einer Entdeckungstour auf dem Kölner Krippenweg: Mehr als 100 Krippen gibt es dort noch bis 6. Januar zu bestaunen. Sie sind über die ganze Stadt verteilt. Duda stellt dir hier einige vor.

Keine wie die andere

Manche sind riesengroß, andere winzig klein. Die Figuren sind aus Wachs oder Holz oder gar Lego. Im Lindenthaler Tierpark stehen echte Tiere in der Krippe und in der Kirche St. Maria an der Kupfergasse ein gigantisches Stoff-Kamel. Keine Krippe ist wie die andere. Caroline Weber weiß das am besten. Denn sie hat den Kölner Krippenweg organisiert. „An einem Tag ist der Krippenweg nicht zu schaffen“, erklärt sie. Aber genau das sei das Spannende, man könne immer wieder zu einer neuen Entdeckungstour starten. Den Krippenweg gibt es übrigens schon seit 1996. Damals fand in Köln ein wichtiges Treffen von Krippenbauern aus der ganzen Welt statt. Doch die Miete für die Veranstaltungshalle war extrem teuer. Da kam den Veranstaltern eine Idee: Warum machen wir nicht einfach einen Krippenweg an verschiedenen Stationen? Und so entstand eine Tradition.

Eine Krippe nur aus Lego. Bild: Stefanie Paul

Jesus mitten in Köln

Eine Krippe aus Lego? Wo gibt´s denn so was? Na, im Jugendpastoralen Zentrum CRUX in der Kölner Südstadt. Dort basteln Kinder und Jugendliche jedes Jahr eine Krippe aus unzähligen Legosteinen. Das Besondere: Jesus wird hier nicht vor über 2000 Jahren im fernen Bethlehem geboren. Sondern im Hier und Heute! Wie das wohl wäre, wenn Jesus mitten in Köln auf die Welt käme? Dieser Frage gehen die Kinder und Jugendlichen nach. Dazu haben sie unter anderem Orte nachgebaut, die ihnen wichtig sind. So wie etwa den Dom. Aber auch Themen, die ängstigen, werden behandelt: etwa Krieg und Vertreibung. Du findest die CRUX-Kirche an der Ecke Severinstraße/An St. Katharinen.

Die Stadtkrippe vor dem Südportal des Domes. Bild: Stefanie Paul

Ein besonderes Jubiläum

Er hat die Weihnachtskrippe zwar nicht erfunden, dennoch spielt er eine wichtige Rolle: Franz von Assisi. Er war ein berühmter Mönch und lebte in dem Land Italien. Vor genau 800 Jahren baute er eine besondere Krippe: Sie war im Freien und bestand aus echten Menschen und Tieren. Im Mittelalter konnten nur wenige Menschen lesen und schreiben. Mit seiner Krippe wollte der Mönch die Weihnachtsgeschichte den Menschen verständlich machen. Um Franz von Assisi zu ehren, steht in vielen Krippen dieses Jahr eine Figur von ihm. So wie etwa in der Stadtkrippe vor dem Südportal des Domes. Tipp: Halte nach einer Figur Ausschau, die einen Vogel im Arm hält.

Die Friedenskrippe im Hauptbahnhof. Bild Stefanie Paul

Eine Krippe für den Frieden

Diese Krippe steht an einem ungewöhnlichen Ort, nämlich mitten im Kölner Hauptbahnhof. Auch was die Krippe zeigt, ist nicht alltäglich: Eine Stadt in Trümmern. Man sieht Menschen, die hungern und frieren. Die Krippe zeigt die Kölner Altstadt im Jahr 1946. Kurz zuvor war der Zweite Weltkrieg zu Ende gegangen. Während des Krieges wurde die Stadt beinahe komplett zerstört. In der Friedenskrippe gibt es viel zu entdecken: eine Prozession mit Kommunionskindern etwa, oder Schulkinder, die einen Backstein tragen. „Um die Schulen wieder aufbauen zu können, sollten die Kinder jeden Tag einen Mauerstein mitbringen. Im Gegenzug gab es ein Glas Milch oder warme Suppe“, erzählt Caroline Weber. Tipp: In der Krippe versteckt sich ein kleiner Bär. Entdeckst du ihn?

Eine Krippe, in der es schneit

Bei dieser Krippe kann man sich herrlich die Nase plattdrücken. Denn sie erinnert an eine gigantische Schneekugel. Man sieht den Alter Markt, bunt bemalte Häuser und Händler, die ihre Waren anbieten. In der linken Ecke ist ein Blumenstand zu erkennen. Dort hat Jesus mit Maria und Josef Platz gefunden. Menschen kommen angelaufen, darunter sind auch Figuren wie Läsche Nas. Den gab es wirklich! Mit richtigem Namen hieß er Andreas Leonard Lersch. Er war berühmt für seine große Nase. Daher auch der Spitzname. Er war aber auch berüchtigt, denn Läsche Nas war Hundefänger von Beruf und nicht gerade zimperlich. Tipp: Neben der Krippe gibt es einen Knopf. Wenn man den drückt, schneit es in der Schneekugel. Zu sehen ist die Krippe am zukünftigen Kölnischen Stadtmuseums an der Minoritenstraße 13.

Im Stadtmuseum schneit es in der Kirche. Bild: Stefanie Paul

 Gut zu wissen

Alle Infos zum Krippenweg stehen im Internet. Dort findet man zudem einen Plan mit den Stationen sowie eine Beschreibung aller Krippen. Das Begleitheft gibt es auch für drei Euro in Papierform zu kaufen.

 Von Stefanie Paul