Vom Mülleimer zurück in den Supermarkt

Vom Mülleimer zurück in den Supermarkt
Foto: Csaba Peter Rakoczy

Egal ob die Schale von einer Möhre oder die Verpackung von einer Tafel Schokolade – alles, was du nicht mehr brauchst, landet irgendwann mal im Müll.

Kinder besuchen den Abfallwirtschaftsbetrieb in Köln/Maarweg. Foto: Csaba Peter Rakoczy

Insgesamt 475 Kilogramm davon produziert jeder Kölner durchschnittlich pro Jahr. Ganz schön viel, denn ein ausgewachsener männlicher Eisbär wiegt ungefähr genauso viel. Die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB) sorgen dafür, dass diese große Menge an Müll nicht vor deinem Haus liegen bleibt und sammelt sie mehrmals pro Woche ein. Was danaech mit unserem Müll passiert, das haben wir uns gemeinsam mit Didem Getz von den AWB angeschaut.

Foto: Csaba Peter Rakoczy

Schritt 1: Der Müll wird abgeholt

Didem Getz arbeitet bereits seit 2011 bei den AWB und hat eine ganz besondere Aufgabe: Sie führt täglich Schulklassen über das Unternehmensgelände und erklärt ihnen alles über die richtige Mülltrennung und wo unsere Abfälle am Ende landen. Heute ist die 4a von der KGS Kupfergasse aus Köln-Porz bei ihr zu Gast. „Vor ein paar Tagen war ich bereits bei den Kindern in der Schule und habe ihnen erklärt, welche Abfälle in welche Mülltonne gehören. Heute schauen wir uns an, wie das in der Praxis funktioniert“, sagt sie. Bevor es losgeht, muss jeder aber noch eine orangefarbene Warnweste anziehen – auch die Erwachsenen. „Die braucht ihr, damit ihr nicht aus Versehen umgefahren werdet“, sagt Didem Getz und führt die Kinder zur Müll-Waage. Dort kommt all das an, was bei dir zu Hause im Mülleimer landet und dann von der Müllabfuhr abgeholt wird.

Foto: Csaba Peter Rakoczy

Schritt 2: Der Müll wird gewogen

Bevor dein Müll aber weiterverarbeitet werden kann, muss die AWB ihn wiegen. Das geht natürlich nicht mit einer Waage, wie du sie von zuhause kennst. Stattdessen ist sie so groß, dass ein ganzer Müllwagen darauf passt. „Insgesamt passen zehn Tonnen, also 10.000 Kilogramm Müll in einen Wagen“, erklärt Didem Getz. Zum Vergleich: Als sich die 23 Schülerinnen und Schüler der 4a wiegen, kommen sie zusammen gerade mal auf eine Tonne. „Zehn Mal würden wir euch aber niemals in den Müllwagen bekommen, deswegen wird der Müll im Wagen zusammengepresst, damit wir nicht so oft losfahren müssen“, erklärt Didem Getz. Arbeitsbeginn bei der Müllabfuhr ist jeden Morgen um 6:30 Uhr.

Foto: Csaba Peter Rakoczy

Schritt 3: Der Müll landet im Container

Während Papier-, Plastik- oder Bio-Müll später recycelt, also wiederverwendet werden kann, landet der Restmüll in der Verbrennungsanlage der AWB. „Deswegen ist Mülltrennung auch so wichtig. Denn der Restmüll, der hier bei uns landet, wird nicht nochmal sortiert. Wenn also falsche Sachen im Restmüll landen, dann werden auch die einfach verbrannt“, sagt Didem Getz. Die ankommenden Müllwagen kippen die Abfälle zunächst in eine Grube, von dort aus werden sie in einen Container geschoben. Die Schülerinnen und Schüler der 4a verziehen das Gesicht und halten sich die Nase zu. Didem Getz: „Manchmal stinkt es hier ganz schön. Aber ihr gewöhnt euch nach ein paar Minuten dran.“

Foto: Csaba Peter Rakoczy

Schritt 4: Der Müll-Zug

Sobald ein Müllcontainer voll ist, wird er auf einen angrenzenden Zug geladen. „Einmal pro Tag fahren wir dann zur Verbrennungsanlage nach Niehl. Mit dabei sind 20 Container, in die jeweils 20 Tonnen Restmüll passen“, sagt Didem Getz. Insgesamt also 400 Tonnen Müll fahren täglich mit dem Zug durch Köln. Muss das nicht ganz schön stinken? „Nein“, sagt Didem Getz: „Für die Container haben wir extra geruchsdichte Deckel, damit der Zug nicht für einen unangenehmen Geruch in der Stadt sorgt.“

Foto: Csaba Peter Rakoczy

Schritt 5: Verbrennen und Wiederverwerten

Während der Restmüll in Niehl verbrannt wird, landet etwa der Plastikmüll wieder im Supermarkt-Regal. Aus ihm werden neue Plastikflaschen, Verpackungen oder Folie hergestellt. Altes Papier dagegen wird zu neuen Blättern weiterverarbeitet. Vielleicht kennst du ja aus der Schule die Blätter, die nicht komplett weiß, sondern etwas gräulich sind. Das ist meistens Recyclingpapier, für das keine zusätzlichen Bäume abgeholzt werden mussten. „Darum ist Mülltrennung auch so wichtig. Denn damit behalten wir bei den AWB nicht nur einen besseren Überblick und haben einen einfacheren Job, sondern wir schonen auch die Umwelt“, betont Didem Getz noch einmal.

Foto: Csaba Peter Rakoczy

So machst du selbst weniger Müll:

Mülltrennung ist ein wichtiges Thema, aber viel besser ist es noch, wenn du erst gar keinen Müll produzierst. Damit dir das gelingt, hat Didem Getz ein paar Tipps für dich parat:

  1. Lebensmittel unverpackt kaufen: Sag deinen Eltern, dass sie zum Beispiel Obst oder Gemüse nicht immer in Folie verpackt kaufen müssen. Statt eines Plastikbeutels für unverpackte Lebensmittel bieten viele Supermärkte auch einen Mehrzweckbeutel an.
  2. Wasser aus einer wiederverwendbaren Flasche trinken: Plastikflaschen werden zwar recycelt, trotzdem sorgen sie für reichlich Müll. Daher nimm lieber eine wiederverwendbare Flasche mit, die du zum Beispiel mit Leitungswasser auffüllen kannst.
  3. Benutze eine Brotdose: Statt jedes Mal beim Bäcker eine Papiertüte mitzunehmen, lass‘ dir dein Brötchen doch einfach in die Hand geben. Dann kannst du es in deiner Brotdose verstauen und musst später keine Tüte wegwerfen, die die Umwelt ebenfalls belastet.

Von Sebastian Hahn