Naschen im eigenen Garten

Naschen im eigenen Garten
Foto: Anica Tischler

Hörst du es auch überall brummen und zwitschern? Das Frühjahr ist im vollen Gange. Und der Sommer steht auch schon fast vor der Tür. Alle Pflanzen, Blumen und Kräuter blühen. Charlotte wünscht sich auch so eine Blütenpracht für ihr zu Hause – und hat gemeinsam mit ihrem Nachbarn Alex und ihrem kleinen Bruder Leo ein paar Kräuter angepflanzt. Duda war dabei.

 

Was kannst du anpflanzen?

Es ist nicht wichtig, ob du einen Balkon oder einen Garten hast, oder vielleicht auch nur eine Fensterbank. Du kannst alle möglichen Pflanzen und Kräuter züchten. Wenn du deine Pflanzen zum Naschen und Kochen nutzen möchtest, nimmst du am besten sogenannte Nutzpflanzen, die man als Nahrungsmittel verwenden kann. „Kräuter sind besonders gut für einen Balkon oder kleinen Garten geeignet“, sagt die Biologin Birgit Königs vom Naturschutzbund NRW. Das liegt daran, dass man Kräuter gut in Töpfen und Blumenkästen wachsen lassen kann und nicht unbedingt ein Beet braucht. Einige Kräuter, die man sehr gut zum Kochen und Würzen benutzen kann, sind mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Basilikum. Mediterrane Kräuter kommen aus dem Mittelmeerraum zum Beispiel aus Ländern wie Italien oder Spanien, wachsen aber auch sehr gut bei uns in Deutschland.

 

Gemüse und Obst

Du kannst außerdem auch kleine Gemüse- oder Obstsorten selbst züchten. „Die Tomate ist eine sehr dankbare Pflanze für Balkon und Garten“, erklärt Birgit Königs. „Eine Tomate braucht viel Sonne und muss gut gedüngt werden, dann bringt sie auch schöne Früchte.“ Wenn du zum Beispiel eine Tomate, Thymian und Basilikum angepflanzt hast, dann hast du schon fast alles zusammen, was du für eine leckere Tomatensauce brauchst. Jetzt fehlen nur noch die Nudeln.

Foto: Anica Tischler

Das brauchst du zum Anpflanzen

Charlotte hat sich dazu entschieden, Thymian, Petersilie und Kresse anzupflanzen, denn diese Kräuter kann man gut zum Naschen und Kochen verwenden. Thymian schmeckt toll zu Tomaten, Kartoffeln oder Fisch. Petersilie und Kresse gibt es häufig im Salat. Um Kräuter anzupflanzen, brauchst du natürlich die Pflanzensamen. Samen bekommst du ganz einfach im Baumarkt oder bei einem Gartenhändler. Außerdem brauchst du Erde, Töpfe, eine Schaufel und Wasser zum Gießen. Erde kannst du auch im Baumarkt kaufen. Es gibt spezielle Kräutererde, in der Kräuter sehr gut wachsen. Man kann aber auch sogenannte Anzuchterde nehmen. Sie ist besonders nützlich, um Pflanzen aus den Samen zu züchten.

 

Foto: Anica Tischler

So geht’s

Charlotte hat einen Teil ihrer Kräutersamen in Eierschalen gesät, die sie vorher mit Erde gefüllt hat. Eierschalen eignen sich sehr gut als Dünger für die Keimlinge, weil sie Nährstoffe enthalten, die den Pflänzchen beim Wachsen helfen. Später, wenn die Kräuter größer werden, kann man die Eierschalen auch in größere Töpfe mit umpflanzen. Den anderen Teil der Samen haben Charlotte und Alex in kleinen Anzuchttöpfen gesät. Beim Anpflanzen ist es wichtig, dass die Töpfe gut mit Erde gefüllt werden und die Samen dicht unter der Erdoberfläche liegen. So kommen die Keime später besser an die Oberfläche. Wenn die Samen gesät sind, muss gegossen werden. Die Erde sollte gut feucht sein. Danach stellst du die Töpfe an einen hellen Ort. Am besten erst einmal drinnen auf eine Fensterbank. Wenn die Kräuter keimen, wächst ein kleiner Stängel aus der Erde, der dann Blätter bekommt. Du kannst die Kräuter in größere Töpfe umpflanzen, sobald die ersten richtigen Blätter da sind. Das hilft den Pflanzen groß und kräftig zu werden, denn in größeren Töpfen können sich ihre Wurzeln besser ausbreiten.

So helfen die Pflanzen der Natur

Blühende Kräuter und andere Pflanzen sehen nicht nur super aus, sie haben auch einen Nutzen für Tiere und Insekten. „Von Frühjahr bis Herbst blühen die verschiedensten heimischen Blütenpflanzen, auch manche mediterranen Kräuter. All diese Blüten enthalten Nektar, der für Insekten eine wichtige Nahrungsquelle ist“, erklärt Birgit Königs. „Wenn man solche Kräuter und Pflanzen anpflanzt, unterstützt man automatisch die Bienen bei ihrer Nahrungssuche.“ Die Bienen machen aus dem Nektar den Honig, den auch wir gerne essen. Vögel ernähren sich wiederum von Insekten, die sie in den Pflanzen finden. So hilfst du mit Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon dem natürlichen Gleichgewicht der Natur.

„Zeit der Schmetterlinge“ – Mitmachaktion

Wie kannst du helfen? Die Mitmachaktion „Zeit der Schmetterlinge“ vom NABU in Nordrhein-Westfalen will darauf aufmerksam machen, dass es immer weniger Schmetterlinge gibt und Menschen dazu anregen, ihre Gärten mit Rücksicht auf Schmetterlinge zu bepflanzen. Vom 15. Juni bis zum 15. Juli kannst du im Garten, auf Wiesen, in Parks und überall draußen Schmetterlinge suchen und beobachten. Du kannst dann dem NABU melden, wie viele und welche Schmetterlinge du gesehen hast, um sie bei ihrer Aktion zu unterstützen.

Weitere Infos findest du auf
www.nrw.nabu.de

Von Anica Tischler