Mit Engeln und Lametta würzen

Mit Engeln und Lametta würzen
Gerlis Zillgens. Foto: Alexander Roll

„Tierlingen spielt Krippen“ – diese Weihnachtsgeschichte hat Gerlis Zillgens sich nur für euch ausgedacht! Die Bilder zur Geschichte kommen von der Illustratorin Katja Jäger aus Moers. An jedem Adventssamstag lest ihr eine Folge hier auf der Duda-Seite. Wir haben mit Gerlis Zillgens gesprochen.

Frau Zillgens, an jedem Adventssamstag erscheint auf der Duda-Seite eine Folge der Weihnachtsgeschichte, die Sie geschrieben haben. Worum geht’s?
Ich will natürlich nicht zu viel verraten. Aber so viel: Die Geschichte spielt in einem Dorf namens Tierlingen, in dem nur Tiere leben. Die Chefin vom Dorf, die Elefantenkuh Henriette, erinnert sich an ein Spiel, das die Menschen im Dezember spielen. Die Dorfgemeinschaft beschließt, das Spiel auch zu spielen. Leider sind Henriettes Erinnerungen nicht mehr so frisch…

Tiere spielen in Ihren Geschichten oft eine große Rolle – warum ist das so?
Ich mag Tiere einfach sehr. Ich kann mir stundenlang Tiervideos auf Youtube anschauen. Für Geschichten eignen sich Tiere wunderbar, weil es einfach lustiger ist, wenn Tiere so typisch menschliche Eigenschaften haben, wenn sie eifersüchtig, neidisch, aber auch großzügig oder liebevoll sind. Und ich schreibe sehr gerne lustige Geschichten.

„Tierlingen spielt Krippen“ – diese Weihnachtsgeschichte hat Gerlis Zillgens sich nur für euch ausgedacht! Foto: Alexander Roll

Was braucht eine gute Weihnachtsgeschichte?
Das, was jede Geschichte braucht: Spannende Hauptfiguren, eine Menge Probleme und eine Handlung, bei der man unbedingt wissen will, wie’s weitergeht. Und weil sie in der Weihnachtszeit spielt, braucht sie Zutaten, die an die Weihnachtszeit erinnern. Bei einem Kuchen sind das zum Beispiel Zimt, Anis, Vanille oder Kardamom. Bei einer Geschichte gibt es so viele Möglichkeiten, Tannenbäume, Engel, Lametta oder Krippenspiele.

Was ist Ihre liebste Weihnachtsgeschichte?
Ich war im ersten oder zweiten Schuljahr mal zur Weihnachtszeit mit meiner Klasse im Theater zu „Peterchens Mondfahrt“. Ich war vollkommen fasziniert davon, dass Peter und seine Schwester Anneliese fliegen konnten. Ich habe keine Schnüre oder so was gesehen. Ich wollte auch fliegen. Damals beschloss ich, Schauspielerin zu werden. Also hat eine Geschichte, in der es übrigens eine Weihnachtswiese gibt, mein ganzes Leben beeinflusst.

Was mögen Sie an Weihnachten?
Ich mag den ganzen Dezember. Dann mache ich viele Lesungen in Schulen mit meinem Adventsbuch. Ich treffe meine Freundinnen und Freunde und wir besuchen Weihnachtsmärkte oder kochen. Jedes Jahr treffe ich auch meine Familie an einem besonderen Ort und immer abwechselnd muss jemand von uns das vorbereiten. Und ich freue mich dann über die Dunkelheit und Kälte, die ich im November noch doof finde.

Sie haben es schon gesagt: Sie sind ausgebildete Schauspielerin – arbeiten Sie noch in dem Beruf?
In gewisser Weise arbeite ich noch als Schauspielerin. Jede Lesung ist ja auch ein Schauspiel. Und davon mach ich meist mehr als hundert im Jahr. Der Unterschied zum Theaterspielen ist, dass es meine eigenen Bücher sind, die ich vorstelle. Ich spiele allein und ich kann selber bestimmen, wie ich das mache. Und vielleicht das Wichtigste: ich sehe die Kinder und kann jederzeit auf etwas reagieren. Ich kann einfach aus der Rolle aussteigen und mit den Kindern sprechen. Im Theater ist das nicht möglich. Deswegen sind Lesungen für mich noch viel besser als früher Theaterspielen. Und: Ich muss nichts mehr auswendig lernen. Und kann keinen Text mehr vergessen.

Wie liest man denn so vor, dass es spannend ist?
Man sollte sich gut in die Figuren hineinversetzen. Ihnen eigene Stimmen geben. Nicht zu schnell lesen. Sich auch Pausen trauen an spannenden Stellen. Und vor allem Spaß haben an der Geschichte. Am besten macht man einen Theaterworkshop. Da kann man das nämlich alles lernen.

Sie geben Schreibseminare – auch für Kinder. Verraten Sie uns ein paar Tricks?
Wichtig ist eine interessante Hauptfigur, die große Probleme kriegt. Und wenn’s eine Weihnachtsgeschichte sein soll, dann würzt sie mit den Weihnachtszutaten, über die wir eben schon gesprochen haben. Und nun seid ihr hoffentlich gespannt, wie ich meine Weihnachtsgeschichte gewürzt habe.

Das Gespräch führte Angela Sommersberg