Flauschige Wanderer

Flauschige Wanderer
Julia mag Tiere und hat schon mehrere Lama-Wanderungen mitgemacht. Foto: Kirsten Haake/dpa

Pucon zieht kräftig an der Halteleine. Das Alpaka will weiter nach vorn. Seine weiche Nase stupst an das Hinterteil des nächsten Tieres in der Reihe. Aber Pucon wurde als Schlusstier ausgesucht.

Er lebt auf einem Bauernhof in Südtirol, einer Region in den Alpen im Norden von Italien. Seine Besitzer halten fast 200 Lamas und Alpakas. Die kleineren Alpakas liefern wunderbar weiche Wolle. Lamas hingegen sind prima Lasttiere. Außerdem halten sie das Gras auf den Bergwiesen kurz.

Alapaka Pucon wartet geduldig am Rastplatz im Wald. Foto: Kirsten Haake/dpa

Neugierige Tiere

Aber Pucon und die anderen Alpaka- und Lama-Männchen gehen auch mit Urlaubern auf Wanderungen. Das machen sie gern, sagen ihre Besitzer. Denn die Tiere brauchen die Bewegung und sind neugierig. Bei den Wanderungen können sich also nicht nur die Urlauber umsehen – sondern auch die Tiere.

Die zehnjährige Julia kennt das schon. Sie hat schon mehrmals in Südtirol ihre Ferien verbracht. Und dazu gehört für sie immer eine Lama-Wanderung. Julia hält das Lama-Männchen Rubin an der Leine. Mit ihm läuft sie weiter vorn in der Reihe aus etwa 20 Tieren und den Urlaubern, die sie führen. „Ich mag Lamas lieber als Alpakas“, erzählt Julia. Denn diese seien etwas ruhiger. Aber beide seien so schön flauschig, schwärmt sie.

Hinterteil in den Wald

Schlau sind die Tiere auch. Sie kennen den Weg. Deshalb wissen sie schon vor ihren Führern: Jetzt kommt gleich das Klo! Ein Klo? Gemeint ist eine Stelle im Wald, wo die Tiere hinmachen sollen. Kommt man näher, riecht es etwas scharf. Hier werden die Lamas und Alpakas eingeparkt. Am Wegesrand werden sie so umgedreht, dass ihr Hinterteil in den Wald ragt. So verschmutzen sie nicht den Wanderweg.

Danach geht es weiter bergab durch den Wald. Die Tiere laufen wieder alle ruhig in der Reihe. Nur Pucon drängelt ein bisschen. Es ist aber auch nicht mehr weit bis zum Ziel: eine Wiese im Wald.

Julia mag Tiere und hat schon mehrere Lama-Wanderungen mitgemacht. Foto: Kirsten Haake/dpa

Gespuckt wird nur im Streit

Hier binden alle die Tiere locker an einen Holzzaun. Die Leine muss lang sein, damit diese sich hinlegen können. Manche machen zufriedene Summgeräusche. Auch Julias Rubin hat sich hingelegt. Jetzt können die beiden ein bisschen kuscheln. Dabei erzählt Julia, wie das mit dem Spucken ist. Dafür sind Lamas berühmt.

Eigentlich sind die Tiere friedlich und spucken selten. Höchstens mal, wenn sie sich in der Herde streiten. Einmal stand Julia zwischen zwei Streithähnen und bekam was ab. Nach der Pause geht es auf dem gleichen Weg zurück. Nur diesmal bergauf! (dpa)

Von Kirsten Haake