Dank statt Wünsche

Dank statt Wünsche
Wunschzettel zu schreiben, macht jede Menge Spaß. Bild: dpa-Bildfunk

Seit wann Kinder Wunschzettel schreiben und wie der Brauch entstanden ist.

Schreibst du gerne Wunschzettel? Dann geht es dir wie vielen Kindern. Sich zu überlegen, was man gerne vom Nikolaus oder vom Christkind geschenkt bekommen möchte, macht nämlich ziemlich viel Spaß.

Briefe waren Pflicht

Seine Wünsche zu Papier zu bringen, ist natürlich kein Muss. Früher hingegen, etwa im Jahr 1800, kamen Kinder nicht darum herum, sogenannte „Weihnachtsbriefe“ zu schreiben. Diese Briefe waren die Vorläufer der heutigen Wunschzettel. Allerdings ging es in den Briefen nicht darum, Herzenswünsche zu formu­lieren, sondern darum, den ­Eltern für ihre Fürsorge und ­Erziehung zu danken. Und ­tatsächlich waren diese Briefe Pflicht: Die Kinder bekamen von ihren Lehrerinnen und Lehrern oder von Pfarrerinnen und Pfarrern kunstvoll verzierte Blätter, auf die sie in Schönschrift einen von den Erwachsenen diktierten Dankestext schreiben mussten. Die Briefe gingen dann direkt an die ­Eltern oder Paten. Die waren es im Übrigen auch, die das bedruckte Papier kauften und an die Verantwortlichen in Schulen und Kirchen weiter­gaben.

Neue Motive

Im Laufe der Zeit änderten sich die Motive auf den Zetteln. Statt Bildern mit Jesus in der Krippe sah man den Weihnachtsmann oder Engel, die Geschenke verteilen. Außerdem machten ungefähr ab dem Jahr 1850 vorgedruckte Blätter von Spielwarenhändlern und -herstellern die Runde. Auf den Zetteln zeigten sie ihr Angebot – zum Beispiel Schaukelpferde, Puppen oder Bauklötze. Die ­Kinder mussten ihre Wünsche nur noch ankreuzen. Und wenn sie Glück hatten und ihre ­Verwandten das nötige Geld dafür hatten, bekamen sie sie dann an Weihnachten erfüllt.

Von Tanja Liebmann-Décombe