Spannende Doppelwesen

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dpa

Flechten sind weder Pflanzen noch Tiere und ziemlich nützlich

Hast du schon einmal die seltsamen Flecken auf ­Gehwegen oder krustigen ­Gebilde auf Baumrinden ­entdeckt? Dann hast du eine Flechte gesehen. Flechten sind weder Pflanzen noch ­Tiere. Eine Flechte ist ein ­besonderer Lebensverbund aus mindestens zwei Partnern: einem Pilz und einer Alge oder einem winzig kleinen Cyanobakterium (Blaualge).Das Besondere daran ist, dass die Alge wie andere Pflanzen Photosynthese betreibt, also aus Licht und ­Wasser Zucker als Nahrung herstellen kann. Den Zucker teilt sie mit dem Pilz, der die Alge vor Umwelteinflüssen schützt und den Hauptkörper der Flechte bildet. Ein ideales Überlebenspaar! Flechten gibt es seit Millionen Jahren auf der Erde und in unterschiedlichen Formen, Wuchsarten und Farben: Sie besiedeln Steine, Baumrinden, Felsen, alte Mauern und ­Dächer.

Es gibt drei Haupttypen der Flechten: Krustenflechten, die wie aufgeklebt wirken, sich kaum ablösen lassen und an Kaugummiflecken erinnern. Die graugrüne Blattflechte ist manchmal rundlich und lässt sich ablösen. Und die zumeist hellgrüne Strauchflechte ist verzweigt, buschig oder hängt mit dünnen Fäden von Bäumen herab. Die silbergraue Elch­geweihflechte gehört zu den Strauchflechten und wird gerne zu Dekozwecken genutzt.Flechten sind nützlich: Sie bieten kleinen Tieren und ­Insekten Lebensraum oder werden beim Nestbau ver­wendet. Elchgeweihflechten sind Nahrung für Elche und Rentiere. Einige enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, die in Medikamenten verwendet werden. Zudem gelten Flechten als Anzeiger für gute Luftqualität.

Von Silvia Lorek