Wir feiern 70. Geburtstag!

Wir feiern 70. Geburtstag!

Herzlichen Glückwunsch, „Kölner Stadt-Anzeiger“! In diesem Herbst wird die Zeitung 70 Jahre alt. Eigentlich gibt es sie aber noch viel länger – nämlich schon seit 143 Jahren. Wie das sein kann, und wie der „Stadt-Anzeiger“ (kurz: KStA) überhaupt entstanden ist, erklären wir dir hier.

Titelblatt der Zeitung „Relation aller Fürnemmen und gedenckwürdigen Historien“ aus dem Jahr 1609. Foto: Wikipedia,

Seit wann gibt es Zeitungen?

Gedruckte Zeitungen informieren die Menschen schon seit mehr als 400 Jahren über Nachrichten. Stell dir das mal vor! Entstehen konnten Zeitungen, nachdem ein Mann ein wichtiges Gerät erfunden hatte: Johannes Gutenberg dachte sich die sogenannte Druckerpresse aus. Damit konnte er einen Text so oft er wollte auf viele Blätter Papier drucken. Vorher mussten die Leute jeden Text per Hand abschreiben. Das war natürlich sehr aufwendig. Nachdem Gutenberg die Druckerpresse erfunden hatte, wurden anfangs vor allem Bücher gedruckt. 1605 aber ließ ein Mann aus Straßburg auch Nachrichten auf Papier drucken – das war die erste Zeitung. Heute kannst du dich auch im Internet, mit Radio und Fernsehen über Dinge informieren, die auf der Welt oder in deiner Stadt passieren. Diese Medien sind aber sehr viel jünger als die Zeitung.

Foto: Wikipedia

Wie ist der KStA entstanden?

In Köln gab es schon seit dem Jahr 1734 eine Zeitung. Einige Jahrzehnte später, um das Jahr 1800, wurde die „Kölnische Zeitung“ gegründet. Sie ist so etwas wie die „Mutterzeitung“ des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Denn als der „Stadt-Anzeiger“ am 14. November 1876 erstmals erschien, war er nur eine Beilage zur „Kölnischen Zeitung“. Und am Anfang sah er auch noch völlig anders aus, als du ihn heute kennst: Es standen nämlich kaum Nachrichten und richtige Artikel drin, sondern eigentlich nur Werbung. Der „Stadt-Anzeiger“ war für Leute gedacht, die es sich nicht leisten konnten, in der größeren „Kölnischen Zeitung“ für viel Geld eine Anzeige zu veröffentlichen.

So sah der erste „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom 14. November 1876 aus. (Foto: dpa)

Mit der Zeit wurde der „Stadt-Anzeiger“ immer beliebter bei den Leuten – und schließlich auch erwachsen: Nach 14 Jahren war er keine Beilage mehr, sondern eine eigene Zeitung mit richtigen Artikeln. Im Jahr 1910 wurden täglich 100 000 Ausgaben der Zeitung gedruckt.

Warum gab es eine Pause?

Dann kam eine sehr schwierige Zeit für Deutschland: Von 1933 bis 1945 hatten Adolf Hitler und seine Partei NSDAP die Macht im Land. Die Mitglieder der Partei heißen Nazis. Sie verfolgten alle Leute, die anders dachten als sie selbst. In den Zeitungen und im Radio durften die Journalisten nichts mehr veröffentlichen, was gegen die Nazis gerichtet war. Deswegen mussten einige Zeitungen schließen. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ konnte zwar weiterhin erscheinen, durfte aber nur noch das drucken, was die Nazis erlaubten. Die Artikel wurden von ihnen kontrolliert. Man nennt das Zensur. Im Jahr 1945 war mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auch die furchtbare Herrschaft der Nazis beendet. In Deutschland hatten nun für einige Jahre die Sieger über Hitler das Sagen, das waren die USA, Großbritannien, Frankreich und die ehemalige Sowjetunion. Diese Länder wollten, dass wirklich alles, was mit den Nazis zu tun hatte, beendet wurde. Deswegen durften Zeitungen, die bis zum Ende der Nazi-Herrschaft erschienen waren, erstmal nicht gedruckt werden.

Und heute?

Vier Jahre nach dem Krieg, am 29. Oktober 1949, wurde der erste, neue „Kölner Stadt-Anzeiger“ veröffentlicht – vor 70 Jahren. Das feiern wir in diesem Jahr. 150 000 Exemplare wurden damals gedruckt. Und die Menschen freuten sich so sehr, dass es ihre Zeitung wieder gab, dass noch in derselben Nacht 50 000 Stück nachgedruckt werden mussten. In den folgenden Jahren entwickelte sich der „Kölner Stadt-Anzeiger“ zu einer modernen Tageszeitung. Seit 22 Jahren gibt es die Zeitung auch im Internet. Auf ksta.de lesen deine Eltern Nachrichten aus Köln und der Welt. Für dich und deine Freunde gibt es duda.news, eine Nachrichtenseite im Internet – speziell für Kinder.

Von Angela Sommersberg

Wir wünschen uns was

Zum Geburtstag gibt’s Geschenke, das ist ja klar. Und zum 70. Geburtstag wünscht der „Kölner Stadt-Anzeiger“ sich etwas von dir: nämlich ein selbstgemaltes Bild zum Thema Zeitung. Eine Auswahl der Einsendungen veröffentlichen wir in einer Sonderbeilage Ende Oktober.

Unter allen fleißigen Malern verlosen wir tolle Preise: 5 x 2 Karten für das Kölner Entdeckermuseum Odysseum und 3 x 2 Tickets für das Live-Hörspiel „Die drei ??? und der dunkle Taipan“ am 7.11. in der Lanxess-Arena.

Schick’ dein Bild mit Name, Adresse und Alter bis 8.10. an:
Kölner Stadt-Anzeiger
Duda Redaktion
Amsterdamer Straße 192
50375 Köln