„Ukulele spielen ist leichter als Gitarre“

„Ukulele spielen ist leichter als Gitarre“
Foto: Stadt Köln, BZGA, Deutsches Komitee für UNICEF e. V.

Ukulele spielen, „op Kölsch“ singen und vor Publikum auf der Bühne stehen: Das alles machen insgesamt zehn Kinder, die sich „Die hüpfenden Flöhe“ nennen.

Am Sonntag haben sie im Rahmen des Weltkindertags in Köln wieder einen Auftritt. Wir haben mit den zwei Flöhen Carla und Josefine über Lampenfieber und natürlich darüber, was das eigentlich für ein Instrument ist, diese Ukulele.

Carla und Josefine, ihr macht bei den „hüpfenden Flöhen“ mit. Der Name klingt ja ganz schön lustig.
Carla: Dazu gibt es auch eine Geschichte. „Ukulele“ ist hawaiianisch – übersetzt bedeutet „uku“ springen und „lele“ Floh.
Josefine: Genau. Die Hawaiianer haben den Mann, der die Ukulele nach Hawaii brachte, beobachtet. Seine Finger sprangen so schnell über die Saiten, dass es aussah wie hüpfende Flöhe.

Andere Kinder spielen Fußball oder tanzen. Wie seid ihr beiden dazu gekommen, bei den Flöhen mitzumachen?
Carla:
In unserer Grundschule, der Maria-Sibylla-Merian-Schule in Bayenthal, hat unser Lehrer eine Ukulele-AG und damit die Band gegründet. Da waren wir gerade in der dritten Klasse. Heute bin ich in der siebten Klasse und schon drei Jahre dabei.
Josefine: Ich bin jetzt in der sechsten. Und obwohl wir nicht mehr auf der Schule sind, leitet unser damaliger Lehrer Georg Mühlenhöver unsere Band immer noch. Am schönsten ist, dass wir Kinder untereinander alle befreundet sind. So machen die Auftritte immer richtig Spaß!

Singen und Ukulele spielen, geht das denn überhaupt gleichzeitig?
Carla: Auf jeden Fall! Es ist ja im Grunde, als würde man Gitarre spielen. Der Mund ist dabei frei. Und eigentlich ist es auch ein leichtes Instrument.
Josefine: Die Ukulele hat nur vier Saiten, die Gitarre sechs. Die Akkorde sind so leichter zu spielen. Außerdem kann man die Ukulele super mitnehmen. Sie ist nur etwa so schwer wie ein kleines Brot. Beim Spielen hat man auch einen Gurt um die Schulter, so dass die Ukulele nicht runter fallen kann.

Was braucht man für Eigenschaften, um Ukulele zu lernen?
Josefine: Man muss natürlich gerne Musik machen und Rhythmus-Gefühl haben!
Carla: Und weil die Ukulele so fröhlich klingt, kann man damit eigentlich alle möglichen Lieder spielen, das ist toll.

Fällt es euch schwer, auf Kölsch zu singen? Viele Kinder können das ja gar nicht mehr.
Carla: Wir haben in der Schule schon immer viele Weihnachts- oder Karnevalslieder auf Kölsch gesungen. Aber natürlich gibt es immer ein paar Worte, die man nicht direkt versteht.
Josefine: Die Sprache gehört einfach zu Köln dazu! Ich finde es wichtig, dass man sie auch weiter benutzt.

Ihr habt sogar schon mal mit den Black Fööss auf einer Bühne gestanden. Das war sicher total aufregend. Habt ihr Tipps gegen Lampenfieber?
Carla: Am Anfang war ich immer total aufgeregt vor einem Auftritt. Wenn ich mal einen falschen Akkord spiele, versuche ich aber einfach, ganz normal weiterzumachen, damit es niemandem auffällt.
Josefine: Mit der Zeit ist es bei mir besser geworden mit der Nervosität. Ich denke immer an etwas Schönes und bloß nicht an den Text! Denn sonst vergesse ich ihn wirklich noch.

Habt ihr bei den „hüpfenden Flöhen“ ein Ritual bevor ihr auf die Bühne geht?
Josefine: Unser Lehrer fragt immer auf Kölsch: Seid ihr bereit? Dann antworten wir alle: Jo jo!
Carla: Das rufen wir auch öfter auf der Bühne. Es motiviert alle, unser Bestes zu geben.

Foto: Stadt Köln, BZGA, Deutsches Komitee für UNICEF e. V.

Am Sonntag tretet ihr beim Weltkindertag auf. Wenn ihr einen Wunsch für alle Kinder und hüpfenden Flöhe frei hättet – was würdet ihr euch wünschen?
Carla: Jedes Kind sollte frei sein. Und vor allem Freizeit haben, in der es machen kann, was es möchte.
Josefine: Ein Dach über dem Kopf ist auch wichtig. Und dass Kinder geschützt werden, wenn sie im Krieg leben oder auf der Flucht sind.

Das Gespräch führte Elisa Sobkowiak

Infos zum Weltkindertag
https://www.weltkindertag-koeln.de/