Scooterfahren als wahrer Sport

Scooterfahren als wahrer Sport
Tolga ist 14 und fährt fast jeden Tag Scooter. (Foto: KStA)

Hast du einen Roller, mit dem du hin und wieder zur Schule oder zu deinen Freunden fährst? Scooterfahren ist sehr beliebt. Manche betreiben dieses Freizeitvergnügen als richtige Sportart und düsen mehrmals pro Woche hohe Rampen hinauf und herunter. Einer von ihnen ist Tolga aus Köln. Er trainiert fast täglich in der Halle 59, das ist der Skaterpark in den Abenteuerhallen in Kalk. Tolga hat uns bei einem Interview viel über sein aufregendes Hobby erzählt.

Tolga liebt Tricks

Tolga

„Ich fahre seit zweieinhalb Jahren Scooter“, erzählt Tolga. „Ein Freund hat mir damals davon erzählt und gesagt, dass das Spaß macht. Dann bin ich mal mit ihm in die Abenteuerhallen gekommen. Das Fahren fand ich von Anfang an super. Ich bin dann irgendwann öfter gefahren als mein Freund. Auch jetzt fahre ich fast noch jeden Tag. Inzwischen bin ich ein Coach und kann den anderen Tricks beibringen. Für jeden Trick gibt es eine eigene Technik. Als ich anfing zu fahren, hatte ich einen ganz günstigen Scooter. Inzwischen fahre ich einen professionellen und habe auch viele Ersatzteile zu Hause, zum Beispiel mehrere Lenker. Mein Scooter hat ungefähr 160 Euro gekostet.“

Wer kann es lernen?

Jonas Schrot ist Koordinator der Akademie59. Er sagt: „Wir bieten hier regelmäßig Camps und Workshops für Scooter, Skateboard und BMX an. Scooter ist mittlerweile mit Abstand am beliebtesten. Etwa 70 Prozent aller Jugendlichen, die zu uns kommen, sind Scooterfahrer. Die Sportart ist reizvoll, weil man sehr schnell Erfolgserlebnisse hat. Schon Kinder können den Roller beherrschen.  Zu uns kommen auch 6-Jährige, die Scooter fahren, wenn die Eltern das erlauben. Unsere Workshops sind aber an sich für Acht- bis 14-Jährige ausgerichtet. Tolga ist ein sehr talentierter Scooterfahrer. Was er in der kurzen Zeit hier gelernt hat, ist Wahnsinn.“

Der Scooter

Tolga auf dem Rand der Rampe (Foto: KStA)

Der Begriff „Scooter“ kommt von dem englischen Verb „to scoot“, was soviel bedeutet wie „abhauen“. Roller, die man in Spielwarenläden kaufen kann, sind meist Cityroller. Mit diesen darf man in den Abenteuerhallen in Kalk nicht fahren. Hier sind nur professionelle Stuntscooter erlaubt. Der Lenker heißt „Bar“, er sollte etwa auf Hüfthöhe sein. Die Trittfläche wird „Deck“ genannt. Darauf klebt das „Griptape“, ein Aufkleber, der für mehr Halt beim Fahren sorgt. Das Bein, mit dem man beim Fahren Schwung holt, ist das „Pushbein“.

Der Sport

Unterschieden wird zwischen Streetfahrern und Parkfahrern. Streetfahrer nutzen kleine Rampen, die man oft auch im Alltag findet. Sie machen viele Tricks, bei denen das Deck des Scooters rotiert. Parkfahrer nutzen große Rampen und spezialisieren sich auf Tricks, bei denen der ganze Körper in Bewegung ist. Das ist zum Beispiel der Backflip, bei dem die Fahrer mit ihrem Scooter einen Rückwärtssalto über die Rampe machen. Tolga fährt am liebsten „Park“, weil er gerne hoch springt und weil die Tricks natürlich sehr gut und eindrucksvoll aussehen. Übung bedeutet beim Scooterfahren alles. Bis ein Trick richtig sitzt, üben ihn die Fahrer meist einhundert Mal oder noch öfter.

Wie gefährlich ist das?

In der Halle 59 müssen alle unter 18-Jährigen beim Fahren einen Helm tragen. Viele Fahrer tragen auch zusätzlich noch Knie- oder Schienbeinschoner. „Verletzen kann man sich tatsächlich schnell“, sagt Tolga. Zum Beispiel an der Spine, das ist eine besondere Rampe.

Tolga selbst hat sich bisher zum Glück noch nicht groß verletzt, aber er hatte einmal ein blaues Auge, als er den Lenker versehentlich ins Gesicht bekommen hat. „Der Körper gewöhnt sich aber mit der Zeit an die Belastung“, sagt der 14-Jährige. Ein Anfängerfehler ist es übrigens, dauernd mit der Bremse zu bremsen. So nutzen sich die Räder sehr schnell ab. „Besser ist es, man bremst mit dem Fuß oder mit einem Ausfallschritt“, so Tolga.

Die Abenteuerhallen

Das sind zwei riesige, umgebaute Fabrikhallen in Köln-Kalk. Die Halle 59 ist ein Bike- und Skatepark mit verschiedenen Rampen und Hindernissen, die „Ramps, Rails und Bowl“ genannt werden. Hier können nicht nur Scooterfahrer üben, sondern auch Skateboarder und BMXer. Auch einige Mädchen fahren hier, viele kommen zuerst einmal mit ihren Freundinnen. In den Ferien gibt es betreute Camps und auch sonst immer wieder Workshops. Alle Infos dazu gibt es im Internet unter www.abenteuerhallenkalk.de

Von Christina Rinkl

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