Kinderreporter fragen, Jochen Ott antwortet

Drei unserer Kinderreporter haben den OB_Spitzenkandidaten Jochen Ott getroffen. (Fotos: Goyert)
Drei unserer Kinderreporter haben den OB_Spitzenkandidaten Jochen Ott getroffen. (Fotos: Goyert)

Unsere Kinderreporter haben die beiden Spitzenkandidaten für die Kölner Oberbürgermeister-Wahl interviewt. Fine, Jesse und Lea Zoé haben mit Jochen Ott gesprochen.

Mit welchem Fahrzeug sind Sie gekommen?

Während des Wahlkampfes habe ich einen kleinen Ford-Bus, damit werde ich zu allen Terminen gefahren. Heute hat mein Papa mich gebracht.

Der Wahlkampf dauert ja schon ziemlich lange, weil die Wahl verschoben werden musste. Was halten Sie davon?

Ich bin stinksauer. Und meine Kinder auch. Die Wahlkampfzeit ist schon eine besondere Zeit: Meist sieht meine Familie mich nur morgens zum Frühstück. Und wir hatten verabredet, dass das sechs Wochen dauert – und jetzt sind es noch fünf Wochen länger. Das alles ist auch ärgerlich, weil es Köln lächerlich dastehen lässt.

Was gehört alles zu dem Job des Oberbürgermeisters? Und wie viel verdient man ungefähr?

„Mit welchem Fahrzeug sind sie gekommen?", wollte Fine wissen.

„Mit welchem Fahrzeug sind sie gekommen?”, wollte Fine wissen.

Ich weiß nicht ganz genau, was ein Oberbürgermeister verdient. Aber ich mache das ja auch nicht wegen des Geldes. In der Stadt läuft einiges nicht gut und das hat Köln nicht verdient. Die Stadt braucht jemanden, der gute Ideen hat und der den Mut hat, Entscheidungen zu treffen. Ich will, dass es allen, auch den Kindern, hier in Zukunft gut geht.

Warum möchten Sie Oberbürgermeister werden? Haben Sie schon ein Projekt, das Sie als Oberbürgermeister als Erstes machen wollen?

Ich würde das Wohnungsproblem zur Chefsache erklären. In Köln gibt es zu wenige Wohnungen. Ich würde dafür sorgen, dass schneller neue Wohnungen gebaut werden, denn sonst werden die Mieten zu hoch – und das ist dann ein Problem für Rentner, Studenten und Familien mit Kindern.

Ich bin jetzt auf einer neuen Schule, dem Georg Büchner Gymnasium. Das soll schon seit zehn Jahren saniert werden, aber es passiert nichts. Würden Sie sich als Bürgermeister um Schulprobleme kümmern?

Jesse im Gespräch mit Jochen Ott. Der Kinderreporter sprach mit dem Politiker vor allem über die Situation an Kölner Schulen.

Jesse im Gespräch mit Jochen Ott. Der Kinderreporter sprach mit dem Politiker vor allem über die Situation an Kölner Schulen.

Meine Tochter hat auch gerade die Schule gewechselt – das ist ganz schön aufregend, oder? Da merkt man als Vater aber, wie viel im Argen liegt. Die Stadt investiert zwar viel Geld in Schulen – aber trotzdem passiert kaum was. Das Problem ist, dass zu wenige Architekten in der Abteilung arbeiten, die sich um Schulen kümmert. Ich würde versuchen, eine Art eigene Abteilung für Schul-Sachen einzurichten. Außerdem möchte ich eine Liste ins Internet stellen. Dort können Schulen dann sehen, wann sie mit der Renovierung dran sind.

Auf Ihren Wahlplakaten steht, dass die Kleinsten für Sie das Größte sind. Was wollen Sie denn für uns Kinder tun? Bei mir in Junkersdorf haben wir ältere Kinder nicht mal einen Bolzplatz…

Ja, manchmal vergessen Stadtplaner, dass Kinder irgendwann zu alt für den Spielplatz sind – und andere Angebote brauchen. Ich würde gerne in jedem Stadtteil eine Art Veedels-Manager ernennen. Der hat dann guten Kontakt zu den Leuten im Stadtteil, weiß genau, was dort fehlt und kann das ans Rathaus weitergeben.

Ich habe gelesen, dass die neue Oper viel Geld kostet. Über 250 Millionen. Kann man das nicht etwas günstiger machen und von dem Geld Häuser für Flüchtlinge bauen oder den Flüchtlingskindern Spielzeug kaufen?

Die Entscheidung, dass die Oper saniert werden soll, wurde vor langer Zeit getroffen. Ich war damals für einen Neubau, aber viele andere Kölner wollten lieber die alte Oper renovieren. Deswegen kann man daran jetzt nichts mehr ändern. Ich bin aber dafür, die Oper und das Schauspielhaus demnächst für andere Veranstaltungen zu öffnen. Vielleicht könnten dort ja sogar Rock-Konzerte stattfinden?

Aber was ist denn dann mit den Flüchtlingen?

Das ist eine ganz große Aufgabe. Es ist wichtig für die Flüchtlinge, vor allem für die Kinder, dass sie nicht obdachlos sind und sich geborgen fühlen. Sie sollen eine gute Chance bekommen, neu anzufangen. Ich finde es aber falsch, dass so viele in Turnhallen untergebracht sind. Denn dann könnt ihr Schüler nicht normal Sportunterricht haben. Das Wichtigste ist, dass wir ganz schnell ein gutes Konzept entwickeln, wo wir die Flüchtlinge gut unterbringen können.

Wie kam es, dass Sie sich schon so früh für Politik interessiert haben?

„Machen Sie auch mal Pause", wollte Lea Zoé von JOchen Ott wissen.

„Macht Ihr Kopf auch mal Pause?”, wollte Lea Zoé von Jochen Ott wissen.

Ich hatte schon im Kindergarten eine große Klappe – zumindest haben das meine Eltern und die Erzieher behauptet. Ich war in der fünften Klasse Klassensprecher und später Schülersprecher für die Stadt Köln. Ich war auch in der Katholischen Jungen Gemeinde. Dort mussten wir damals Geld sparen, wir hatten zu hohe Portokosten. Ich habe vorgeschlagen, dass wir die Briefe einfach auf dem Fahrrad verteilen könnten – schließlich wohnten ja alle Leute in der Nähe. Und das habe ich dann auch gemacht. Da habe ich gemerkt: Wenn man etwas verändern will, dann muss man etwas dafür tun. Das mit der Politik hat sich so ergeben.

Denken Sie im Alltag auch immer daran, was man alles ändern könnte – oder macht ihr Kopf mal Pause?

Wenn ich durch die Straße gehe und irgendwo Müll sehe, denke ich: Das müssen wir ändern! Meine Frau sagt dann immer: Hör auf, wir
sind jetzt privat. Aber natürlich denke ich nicht pausenlos an die Arbeit. Wenn ich mit meinen Kindern in den Minions-Film gehe, konzentriere ich mich schon darauf. Auch als Bürgermeister würde ich mir Zeit für meine Familie nehmen: Wenn ich samstags mit meinen Kindern schwimmen wäre, könnte ich eben nicht auf Veranstaltungen gehen. Aber der Oberbürgermeister ist ja auch ein Vorbild: Ich will zeigen, dass man Familie und Beruf vereinbaren kann.

Das Gespräch führten Fine, Jesse und Lea Zoé

 

Zur Person

Jochen Ott (41) wurde in Köln geboren. Er hat Geschichte, Sozialwissenschaften und katholische Theologie studiert.  Bei der Wahl am Sonntag tritt er für  die Kölner SPD an. Seit 2001 ist er dort Vorsitzender. Bis 2010  war Ott Lehrer.

Das Interview mit Spitzenkandidatin Henriette Reker

Kinderreporter interviewen Henriette Reker

Das sind die anderen Kandidaten der OB-Wahl

Weitere Kandidaten

Das Video von den Interviews

 

Video: Köln.TV

Tags: