Eine Nase, ein General und verschwundene Geister

Eine Nase, ein General und verschwundene Geister
Der Heinzelmännchenbrunnen. Bild: Stefanie Paul

Auf den Spuren berühmter Kölner Figuren

Wenn man durch Köln spaziert, begegnet man ihnen immer wieder. Es gibt Brunnen, Statuen und große Denkmäler, die ihnen zu Ehren errichtet wurden. Doch was hat es mit diesen berühmten Kölner Figuren wie etwa Jan von Werth oder Läsche Nas auf sich?

Was für eine Nase

Wenn du im Stadtteil Ehrenfeld lebst, bist du an diesem Brunnen vielleicht schon vorbeigekommen: dem Nasen-Brunnen. Er steht vor dem Bürgeramt und soll an einen gewissen Leonard Lersch erinnern. Dieser lebte vor rund 140 Jahren. In Köln nannte man ihn nur „De Läsche Nas“. Der Mann war nämlich berühmt für seine große Nase! Läsche Nas war aber nicht nur berühmt, sondern auch berüchtigt. Denn er arbeitete für die Stadt als Hundefänger. Mit einem Netz und einem Karren zog er los und sammelte streunende Hunde ein. Das war damals eine wichtige Arbeit, denn die Tiere konnten Krankheiten übertragen, etwa Tollwut. Allerdings ging er dabei wohl ziemlich brutal vor. Wenn die Kinder ihn kommen sahen, sollen sie die Hunde deshalb immer schnell verscheucht haben.

Der Nasenbrunnen in Ehrenfeld. Bild: Stefanie Paul

Vom Bauernsohn zum General

Gaststätten tragen seinen Namen, eine Karnevalsgesellschaft ist nach ihm benannt und auf dem Alter Markt steht ein großes Denkmal für ihn: Jan von Werth. Er lebte vor etwa 400 Jahren. Das Besondere: Jan von Werth gelang etwas, was zu seiner Zeit eigentlich unmöglich war! Er wurde als Sohn eines Bauern geboren und arbeitete sich zum General hoch. Das ist eine sehr hohe Position im Militär. Unter anderem stand er in den Diensten der Kölner Erzbischöfe. Später wurde Jan von Werth sogar geadelt. In Köln erzählt man sich gerne die Legende von „Jan und Griet“: Als jun­ges Mädchen wies Griet den Knecht Jan ab, weil der eine zu schlechte Partie war. Jahre später trafen sich die beiden wieder. Nun war Jan ein berühmter General – und Griet bereute ihre Entscheidung. Aber da war es zu spät.

Das Denkmal von Jan von Werth. Bild: Stefanie Paul

Kleine Geister

Klingt das nicht toll: Man geht abends ins Bett und wenn man morgens aufwacht, ist die ganze Arbeit wie von Zauberhand erledigt? Etwa nervige Hausaufgaben. Doch wie geht das? Man braucht dafür die Heinzelmännchen. Der Sage nach waren das Kölner Hausgeister. Sie sollen winzig klein gewesen sein und Zipfelmützen getragen haben. Für ihre Hilfe hatten sie eine Bedingung: Sie wollten dabei nicht gesehen werden. Einmal sollen die Heinzelmännchen bei ihrer Arbeit jedoch heimlich beobachtet worden sein. Und seitdem wurden sie nie mehr gesehen. Hausgeister, die im Geheimen arbeiten, lassen sich halt nun mal nicht gerne hinterherspionieren! In der Nähe des Doms steht ihnen zu Ehren ein ganzer Brunnen.

Eine Detailansicht des Heinzelmännchenbrunnens. Bild: Stefanie Paul

Zwei, die sich nicht mögen

Wenn es um bekannte Kölner Figuren geht, dürfen sie nicht fehlen: Tünnes und Schäl. Das sind zwei Figuren aus dem berühmten Hänneschen-Puppentheater. Tünnes und Schäl hat es so wohl nie gegeben, es sind erfundene Figuren. Aber ihre Eigenarten stehen für typisch kölsche Charaktereigenschaften. Tünnes ist der Kosename von Antonius. Er ist gekleidet wie ein Bauer, gutmütig, ein bisschen unbeholfen und immer etwas träge. Schäl bedeutet so viel wie „schielen“. Er ist das Gegenstück zu Tünnes: ein Stadtmensch, schick angezogen, ein bisschen verschlagen und raffiniert. Die Figur des Schäl entstand vermutlich vor etwa 170 Jahren durch einen Streit zwischen dem Chef des Hänneschen-Theaters und einem anderen Puppenspieler. Dieser hatte sein Theater auf der anderen Seite des Rheins, also auf der sogenannten „Schäl Sick“. Tünnes und Schäl als bronzene Figuren kannst du in der Altstadt vor der Kirche Groß St. Martin bestaunen.

Tünnes ud Schäl. Bild: Christoph Seelbach

Drei Könige am Rhein

Diese Figuren begegnen dir auf quasi Schritt und Tritt. Zumindest, wenn du über einen Kanaldeckel läufst, auf dem das Kölner Wappen abgebildet ist. Dort sind drei Kronen zu sehen. Und die stehen, na klar, für die Heiligen Drei Könige. In einem Schrein im Kölner Dom sollen ihre Knochen liegen. Doch wie kamen sie dorthin? Das hat mit einem Mann namens Rainald von Dassel zu tun. Er war vor rund 850 Jahren der Bischof von Köln. Er stand auch im Dienst des Kaisers Friedrich Barbarossa und führte für ihn Kriege. Unter anderem gegen die Stadt Mailand, im heutigen Italien. Mit einem Heer belagerte Rainald die Stadt und konnte sie schließlich erobern. Als Belohnung bekam er eine besondere Kriegsbeute: die Knochen der Heiligen Drei Könige. Diese lagen damals in einer Kirche in Mailand. Rainald verfrachtete sie nach Köln und machte die Stadt damit zu einem der wichtigsten Pilgerorte der Christen.

Von Stefanie Paul