Kürbislaternen selbst basteln
Von Anica Tischler
Es ist so weit. Heute ist der 31. Oktober. Das heißt, es ist Halloween. Für viele ist das ein Tag, an dem sie sich gerne gruseln. Zu Halloween gibt es viele Traditionen. Du kannst dich verkleiden, du kannst Geisterfilme schauen oder du stellst leuchtende Kürbisfratzen als Laternen vor die Haustür. Bastelst du auch gerne Laternen für den Herbst? Duda hat vor einigen Wochen das Kürbisschnitzen für Kinder auf dem Krewelshof besucht und geschaut wie das funktioniert. Mit diesen Tipps kannst du Schritt für Schritt eine eigene Kürbislaterne basteln und dir die Halloween-Stimmung auch ohne Feier direkt nach Hause holen. Lass dir aber unbedingt von deinen Eltern beim Schneiden helfen.
Sägen und Aushöhlen
Das Schnitzen findet draußen unter einem Scheunendach statt, denn beim Schneiden und Sägen entsteht viel Kürbismatsch. Die Teilnehmer dürfen sich einen Kürbis vom Markt des Hofes aussuchen. Am besten für das Basteln geeignet sind Zierkürbisse, auch Schnitzkürbisse genannt. Sie werden speziell gezüchtet, um sie als Dekoration zu verwenden. Daher sind sie auch nicht so gut zum Essen geeignet. Sobald jeder versorgt ist, stürmen alle auf die drei Holztische zu und es geht los. Mit speziellem Werkzeug müssen die Kürbisse zuerst ausgehöhlt werden, bevor sie ein Gesicht bekommen.
So geht’s
Um den Kürbis zu öffnen, schneidest du mit einer kleinen Säge den oberen Teil kreisrund aus. Danach kannst du das Stück wie einen Deckel am Stil herausziehen. Die vierjährige Amelie ist zum ersten Mal bei dem Workshop dabei. Mit etwas Hilfe von ihrer Mama schafft sie es auf Anhieb, ihren Kürbis aufzuschneiden. Danach arbeitet sie mit einer kleinen Schaufel, um den Inhalt, das Kürbisfleisch, herauszukratzen.
Kürbisgesichter
Wenn der Kürbis ausreichend ausgehöhlt ist, wird das Gesicht geschnitzt. Greta (5 Jahre) und Marlene (9 Jahre) haben schon etwas Erfahrung, weil sie auch letztes Jahr beim Kürbisschnitzen dabei waren. Mit einem dicken Stift malen sie gruselige Fratzen außen auf die Schale. So ist es einfacher, die Gesichter mit der Säge nachzuziehen. Weil die Schale eines Kürbisses hart und dick ist, ist das Ganze aber sehr anstrengend. Greta schneidet soweit sie kann und lässt sich bei besonders schwierigen Stellen von ihrem Papa helfen. Schon bald kann man in ihrem Kürbis ein richtiges Gesicht erkennen. Ihre große Schwester Marlene freut sich sehr, ihre Herbstdekoration selbst zu basteln: „Ich möchte ein typisches Kürbisgesicht haben, mit dreieckigen Augen, einer runden Nase und ganz eckigen Zähnen. Später kommt dann eine Kerze hinein und wir stellen ihn vor unsere Haustür.“
Jack O’Lantern
Es ist ein alter Brauch, an Halloween Kürbislaternen vors Haus zu stellen. Der Brauch wurde von irischen Einwanderern in die USA gebracht und hat sich im Laufe der Zeit weltweit verbreitet. Heutzutage gelten Kürbislaternen überall als typisches Symbol für Halloween. Die Laternen gehen auf die Legende von Jack O’Lantern zurück, der vor langer Zeit in Irland lebte. Jack soll am Abend vor Allerheiligen (das ist der Halloweenabend) mit dem Teufel um seine Seele verhandelt haben. Jack war dabei so listig, dass der Teufel ihm letztlich versprach, seine Seele niemals zu holen. Als Jack starb, wollte er in den Himmel ziehen. Doch weil er kein guter Mensch gewesen war, durfte er nicht hinein. Daraufhin bat er vor der Hölle um Einlass. Doch weil der Teufel sein Versprechen halten musste und Jacks Seele nicht aufnehmen durfte, schickte er ihn zurück in die normale Welt. Der Weg aus der Hölle war sehr dunkel. Deshalb gab der Teufel Jack eine glühende Kohle, damit er Licht hat. Das Stück Kohle steckte Jack in eine ausgehöhlte Rübe und trug sie wie eine Laterne vor sich her. Aus dieser Rübe wurde im Laufe der Zeit ein Kürbis. Deshalb heißt es, dass eine Kürbislaterne an Halloween den Teufel und böse Geister fernhält.
Feinschliff
Die Teilnehmer der Kürbiswerkstatt arbeiten inzwischen an den letzten Feinheiten ihrer Laternen. Marlene hat den Dreh schnell raus und schneidet ihrem Kürbis auch noch ein paar Ohren. Ihre Schwester Greta will ihren Namen im Kürbis verewigen. Auch Amelie ist fast fertig. Mit viel Elan sägt sie die letzten paar Zähne aus ihrem Kürbisgesicht heraus. Fest drückt sie mit ihren Händen von innen dagegen und schon purzeln die ausgeschnitzten Zähne heraus. Fertig ist die Fratze. Amelie hat ihrer Laterne ein besonders gruseliges Gesicht verpasst. „Der Kürbis soll mit seinem Gesicht böse Monster vertreiben. Deswegen soll er auch in meinem Zimmer stehen“, sagt sie.
Geschafft!
Als alle Kürbisse fertig sind, gibt die Workshop-Leiterin Carola Burghardt den Teilnehmern noch ein paar Tipps: „Zu Hause könnt ihr eure Kürbisse mit Haarspray einsprühen. Das macht die Laternen haltbarer und vor allem glänzen sie dann schön!“ Zum Abschluss testen Marlene und Greta mit einem Teelicht, ob ihre Jack O’Lanterns auch schön leuchten. Das klappt sogar richtig gut. Danach bringen sie ihre Laternen zufrieden nach Hause.
Kürbis-Workshop
Im Herbst bietet der Krewelshof von September bis Oktober jedes Wochenende an Samstagen und Sonntagen das Kürbisschnitzen für Kinder an.
Weitere Infos findest du auf: www.krewelshof.de
Bilderinfo:
Vorschlag Titelbild: siehe Bilder mit den Dateinamen:
- Vorschlag_Titelbild1 (Amelie mit ihrem Kürbis)
- Vorschlag_Titelbild2 (Amelie mit ihrem Kürbis)
Personen auf den Bildern:
- Amelie (Mädchen, 4 Jahre alt; blond, blaue Jacke)
- Greta (Mädchen, 5 Jahre alt; blond, rote Jacke, trägt eine Mütze mit Seepferdchen drauf)
- Marlene (Mädchen, 9 Jahre alt; blond, gestreifte Jacke)
Bildcredit: Uwe Weiser




