20 Stunden Training die Woche

20 Stunden Training die Woche
Leonie (9) ist Mitglied im Turnverein Herkenrath. (Foto: Klaus Daub)

Hast du schon mal einen Radschlag ausprobiert? Das ist nicht einfach! Vielleicht fällt dir das aber leicht, weil du in einem Verein turnst. So wie Leonie. Leonie ist neun Jahre alt. Mit ihrem Trainer vom Rheinischen Turnerbund üben Leonie und andere Mädchen in der „Turn-Talentschule für Gerätturnen“ in Bergisch Gladbach.

Sehr gute Turnerinnen können später bei internationalen Wettkämpfen antreten. Zum Beispiel bei den Kunstturn-Weltmeisterschaften, die am 23. Oktober in der schottischen Stadt Glasgow beginnen. Für so einen großen Wettkampf muss Leonie aber noch viel üben. Uns hat sie von ihrem Turntraining erzählt.

Leonie, wie oft in der Woche trainierst du?

An fünf Tagen und dann immer vier Stunden lang.

Hast du da noch Zeit für Hausaufgaben?

Ja. Die mache ich direkt nach der Schule. Danach fährt meine Mama mich zum Training. Das dauert bis 19.30 Uhr, nur samstags bis 14 Uhr. Manchmal muss ich meine Hausaufgaben noch nach dem Training  zu Ende machen.

Bist du abends müde?

Manchmal bin ich echt kaputt. Deshalb gehe ich nach dem Abendbrot ins Bett. Manchmal gucke ich aber vorher auch noch ein bisschen Fernsehen. Meine Eltern finden es toll, dass ich turne. Sie passen auf, dass ich mich nicht zu sehr anstrenge.

Wann triffst du dich denn mit deinen Freunden?

Donnerstags habe ich kein Training, dann treffe ich mich mit meinen Freunden. Manche Freunde finden es doof, dass ich so viel trainieren muss. Weil wir uns deshalb nicht so oft treffen können. Einmal hat mir eine Freundin aber schon beim Training zugeguckt.

Was macht dir  am meisten Spaß, wenn du turnst?

Manchmal üben wir Saltos, dabei fliegen wir durch die Luft. Das ist das Schönste. Aber man muss aufpassen. Einmal bin ich mit der Lippe aufs Knie aufgeschlagen.

Gibt es erwachsene Turnerinnen oder Turner, die du toll findest?

Ich mag Sophie Scheder und Elisabeth Seitz. Die können tolle Figuren.

Elisabeth Seitz hat ja sogar schon bei den Olympischen Spielen mitgemacht. Was ist denn dein großes Ziel?

Ich möchte auch mal bei Olympia mitmachen. Dafür übe ich viel.

Wann hast du denn mit dem Turnen angefangen?

Als ich vier Jahre alt war. Früher habe ich mit meiner Familie in Amerika gewohnt. Da haben erst nur meine Schwestern geturnt. Die sind beide älter als ich. Meine Mama hat mich  dann mal zum Training mitgenommen. Da habe ich das auch ausprobiert. Das hat Spaß gemacht. Am Anfang haben wir  Rollen und Handstand geübt.

Und was machst du heute alles?

Viele unterschiedliche Sachen, zum Beispiel Figuren auf der Bodenfläche und Sprünge auf dem Trampolin. Meine Lieblingsgeräte sind der Schwebebalken und der Stufenbarren.

An Wettkämpfen nimmst du auch schon teil. Denkst du dir die Figuren dafür selbst aus?

Nein, in meiner Altersklasse gibt es Pflichtübungen. Die üben wir davor immer ganz viel. Erst ab Altersklasse zwölf kann man sich mit seinem Trainer selbst was ausdenken. Wir treten einzeln an oder mit der Mannschaft.  Ich mag am liebsten Mannschaftswettkämpfe.

Was würdest du anderen Kindern raten, die auch turnen wollen?

Also, wer das möchte, kann das auch schaffen. Aber man muss viel trainieren und sich immer konzentrieren. Man darf beim Training nicht so viel quatschen.

Das Gespräch führte Christina Michaelis

Leonie beim Training

Zur Kunstturn-WM

Das ist Fabian Hambüchen. Auch er ist bei der Kunstturn-WM dabei. (Foto: dpa)

Das ist Fabian Hambüchen. Auch er ist bei der Kunstturn-WM dabei. (Foto: dpa)

Ab dem 23. Oktober kämpfen Sportler bei den Kunstturn-Weltmeisterschaften um Medaillen. Es geht auch um die begehrten Startplätze für die Olympischen Spiele 2016 in Rio in Brasilien. Dabei gibt es verschiedene Disziplinen. Eine ist zum Beispiel das Reck. In dieser Disziplin tritt zum Beispiel Fabian Hambüchen an, Deutschlands bester Turner.  Punkten für die deutsche Mannschaft soll auch Andreas Brettschneider. Auch er tritt am Reck an. (lt, dpa)

 

 

 

 

 

 

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