Wenn zu viele Kühe pupsen

Wenn zu viele Kühe pupsen
Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Vielleicht hast du selbst eines im Garten: ein Treibhaus. Sonnenstrahlen scheinen durch Glasscheiben auf das Gemüse im Treibhaus. Die Luft und der Boden erwärmen sich durch die Sonne. Die Wärme kann durch die Glasscheiben aber nicht entweichen und bleibt im Inneren dieses besonderen Hauses. Dadurch wird das Gemüse schneller reif. So ähnlich funktioniert auch unsere Erde. 

Der natürliche Treibhauseffekt

Die Sonne wärmt die Erde. Ein Teil der Sonnenstrahlen gelangt zurück ins Weltall. Aber nicht alle: Denn die Atmosphäre bremst einige Sonnenstrahlen und wirft sie wieder zurück zur Erde – dadurch wird es bei uns wieder etwas wärmer. Das ist der natürlich Treibhauseffekt, der wichtig für das Leben auf der Erde ist. Ohne ihn wäre es viel zu kalt!

Ein Flugzeug hinterlässt am Himmel Kondensstreife. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der verstärkte Treibhauseffekt

Die Atmosphäre besteht aus vielen verschiedenen Gasen. Wir Menschen verstärken den natürlichen Treibhauseffekt jedoch. Seit der Industrialisierung – also seit wir immer mehr Maschinen benutzen – produzieren wir immer mehr Gase, die in die Atmosphäre aufsteigen. Die Gashülle wird dadurch dichter. Sie hält immer mehr Sonnenstrahlen auf und wirft mehr von ihnen zurück zur Erde. Es wird wärmer.

Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Die Treibhausgase

Die Gase, die diesen Treibhauseffekt möglich machen, heißen unter anderem: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). Deswegen nennen wir sie auch Treibhausgase. Die meisten gibt es zwar auch in der Natur, aber wir produzieren sie auch, wenn wir beispielsweise Auto fahren oder unsere Häuser heizen. Dadurch verstärken wir den Treibhauseffekt. Am meisten pusten wir Kohlendioxid, also CO2, in die Luft. Das kann bis zu 1000 Jahre in der Atmosphäre bleiben, schätzen Experten. Es entsteht vor allem, wenn wir Kohle, Erdöl oder Erdgas verbrennen, um zum Beispiel Strom zu produzieren.

Rauch steigt aus einem Kohlekraftwerk. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa

Fossile und erneuerbare Energie

Kohle, Erdöl und Erdgas sind sogenannte fossile Energieträger. „Fossil“ steht für Dinge, die älter als 10 000 Jahre sind. Kohle, Erdgas und Erdöl sind also schon ziemlich lange Teil unserer Erde. Heute versuchen viele Länder ihren Energiebedarf aus sogenannten Erneuerbaren Energien zu decken. Dazu gehört zum Beispiel die Wind- oder Sonnenkraft. Wenn wir daraus Energie produzieren, entstehen nicht so viele klimaschädliche Gase.

Was tun?

Die meisten Menschen wissen, dass sie diese klimaschädlichen Gase produzieren, zum Beispiel beim Autofahren. Klimaschützer fordern deshalb, dass Politiker Gesetze erlassen, damit die Bürger nicht mehr so viele Treibhausgase ausstoßen – oder die Landwirtschaft nicht mehr so viel düngt. Einige Gesetze gibt es auch schon, Kritiker finden aber, dass sie nicht ausreichen. Aber wir alle können dazu beitragen, weniger Treibhausgase entstehen zu lassen: weniger mit dem Auto fahren, weniger fliegen – oder weniger Fleisch essen. Denn dann müssen nicht so viele Kühe gehalten werden, die pupsen.

Mehr klimaschädliche Gase

Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Methan
Wir haben eben schon erwähnt, dass es neben CO2 noch andere Treibhausgase gibt. Methan ist eines davon. Es bleibt wohl nur rund zwölf Jahre in der Atmosphäre bis es verschwindet. Allerdings wirkt es 25-mal stärker auf den Treibhauseffekt als Kohlendioxid. Methan entsteht zum Beispiel, wenn Kühe pupsen oder rülpsen. Aber auch auf Mülldeponien entsteht Methan und unsere Ozeane setzen dieses Gas ebenfalls frei.

Lachgas
Beim Düngen unserer Felder entsteht das Treibhausgas N2O. Es wird auch Lachgas genannt. Der Dünger lässt das Lachgas frei, aber auch in der Chemie-Industrie entsteht dieses Gas. Es bleibt rund 120 Jahre in der Atmosphäre. Von ihm gibt es zwar nur wenig in der Atmosphäre, aber es ist fast 300-mal so schädlich wie CO2.

F-Gase
Die sogenannten F-Gase sind ebenfalls sehr schädlich für unser Klima. Sie kommen nicht in der Natur vor, sondern wir stellen sie künstlich her. Sie sind zum Beispiel das Treibgas in Spraydosen. Je nach F-Gas wirken sie bis zu 24 000-mal kräftiger auf unser Klima als CO2 – und bleiben mehrere Hundert Jahre in der Atmosphäre.

Von Jennifer Wagner

Foto: piqsels

Klima im Wandel

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