Leben auf großem Fuß 

Leben auf großem Fuß 
Manche Menschen haben einen kleinen ökologischen Fußabdruck, bei anderen dagegen ist er riesig. Foto: Stefanie Paul/dpa

Egal, was wir Menschen machen, wir verbrauchen dabei fast immer Rohstoffe und Energie. Und egal, was wir Menschen machen, sehr häufig entsteht dabei Müll. Der ökologische Fußabdruck verrät uns, wie stark unsere Lebensweise die Erde belastet – und das tut sie aktuell so stark, dass wir eigentlich 1,75 Erden bräuchten! Aber eins nach dem anderen.

Unsichtbarer Abdruck

Wir Menschen hinterlassen ständig Spuren. Zum Beispiel Fußabdrücke im Sand, wenn wir am Strand spazieren gehen oder durch den Matsch stapfen. Unseren ökologischen Fußabdruck hingegen erkennt man nicht auf den ersten Blick.

„Damit sind die Auswirkungen auf die Umwelt gemeint, die jeder Mensch verursacht“, erklärt der Fachmann Michael Braungart. Denn jeder von uns verbraucht Rohstoffe wie Erdöl, Holz, Pflanzen, Fleisch und Energie. „Und gleichzeitig produzieren wir eine Menge Müll und schleudern Abgase in die Luft“, erklärt der Experte weiter.

Um Strom für unsere vielen Geräte zu erzeugen, werden auch Rohstoffe wie Erdöl verbraucht. Foto: Stefanie Paul/dpa

Verbrauch pro Kopf

Mit dem ökologischen Fußabdruck wird berechnet, wie groß die Fläche auf der Erde ist, die wir für unsere Art zu leben verbrauchen. Der Begriff Ökologie bedeutet eigentlich: Wie hängen Lebewesen von ihrer Umwelt ab und wie beeinflusst sich alles gegenseitig?

Denn um bestimmte Lebensmittel herstellen zu können, brauchen wir beispielsweise extrem viel Wasser. Das ist zum Beispiel bei Fleisch so. „Für ein Kilogramm Rindfleisch braucht man etwa 20 000 Liter Wasser“, verrät Michael Braungart. Mit dieser Menge könnte man mehr als 100 Badewannen füllen!

Großer, deutscher Fußstapfen

In einigen Ländern der Welt haben die Menschen einen sehr kleinen ökologischen Fußabdruck. Das ist zum Beispiel in Angola in Afrika und in Pakistan und auch in Indien in Asien so. Dort verbrauchen die Menschen weniger Rohstoffe und Energie. In anderen Ländern ist der Fußabdruck dagegen riesig, zum Beispiel in Australien oder den Vereinigten Staaten von Amerika. Das gilt auch für uns in Deutschland. Für unser Leben brauchen wir viel Energie, viel Wasser, und gleichzeitig erzeugen wir eine Menge Müll, etwa mit Plastikverpackungen.

Jeden Tag verbrauchen wir Wasser. Manches davon können wir direkt sehen, anderes nicht. Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Erde am 3. Mai verbraucht

Für jedes Land wird daher jedes Jahr berechnet, wann der sogenannte Erdüberlastungstag wäre – sprich: Wenn alle auf der Welt so leben würden, wie zum Beispiel wir in Deutschland, wann wäre die Erde dann aufgebraucht? Wissenschaftler haben errechnet: Das wäre vermutlich am 3. Mai. Wegen des Corona-Virus und weil deshalb weniger Menschen mit dem Auto oder in den Urlaub gefahren sind, kann sich der Tag ein bisschen verschoben haben. Denn die meisten Menschen waren in den vergangnen Wochen zu Hause und haben weniger Abgase in die Luft gepustet, als sonst.

Und trotzdem: Noch nicht einmal die Hälfte des Jahres ist um. Alle Menschen in Deutschland zusammen verbrauchen also trotzdem ganz schön viele Ressourcen der Erde.

Mehr Umweltschutz

Man kann seinen ökologischen Fußabdruck aber auch verkleinern. Zum Beispiel, indem man weniger Fleisch isst, weniger in den Urlaub fliegt und mehr mit der Bahn oder dem Rad fährt.

Forscher wie Michael Braungart wollen aber noch einen Schritt weitergehen. „Umweltschutz bedeutet nicht, dass man einfach weniger zerstört“, sagt Michael Braungart. Er und seine Kollegen erfinden beispielsweise Verpackungen, die erst gar keinen Müll produzieren oder die ohne giftige Stoffe auskommen. Denn: „Wir Menschen sind die einzigen Lebewesen auf der Erde, die Müll hinterlassen“, sagt er. Das müsse sich ändern.

Von Stefanie Paul (sob/dpa)

Foto: piqsels

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