„Ich übe ein bis zwei Stunden am Tag“

„Ich übe ein bis zwei Stunden am Tag“
Noah Hempen

Seit drei Jahren spiele ich Saxofon. Ich wollte das unbedingt lernen, weil ich Bud Spencer in „Vier Fäuste gegen Rio“ als Saxofonist so cool fand.

Einmal in der Woche habe ich Unterricht, zusätzlich spiele ich in der Brassband meiner Schule mit. Jetzt hatte ich die Gelegenheit mit einem richtig guten, jungen Saxofonisten zu sprechen. Noah ist nämlich bei der Jungen Bläserphilharmonie NRW.

Noah, du spielst bei der „Jungen Bläserphilharmonie NRW“ – was ist das und wie bist du dazu gekommen?
Das ist ein Auswahlorchester für Jugendliche. Dort werden Nachwuchs-Musiker gefördert. 2016 bin ich zur Jungen Bläserphilharmonie gekommen. Meine Mutter hat früher Querflöte in einem ähnlichen Orchester gespielt. Eigentlich hat sie mich darauf gebracht: Wir haben geschaut, ob es sowas in NRW gibt, dann habe ich mich zum Probespielen angemeldet. Beim zweiten Mal wurde ich angenommen.

Seit wann spielst du Saxofon?
Seit ich zehn Jahre alt bin – also seit ungefähr acht Jahren.

Wie bist du auf dein Instrument gekommen?
Es sollte auf jeden Fall ein Blasinstrument sein und damals gab es in der Musikschule einen sehr guten Saxofonlehrer. Ich habe das dann da ausprobiert.

Wenn du ein zweites Instrument spielen könntest, welches wäre es?
Ich spiele tatsächlich noch zwei weitere Instrumente: Klavier und Oboe. Wenn ich noch ein weiteres Instrument auswählen sollte, würde ich mich, glaube ich, für ein Streichinstrument entscheiden. Ich mag es sehr, verschiedene Richtungen auszuprobieren – deshalb spiele ich mehrere Instrumente. Mit dem Saxofon bin ich zum Beispiel im Jazz unterwegs. Mit der Oboe spiele ich klassische Musik – im Symphonieorchester. Mit dem Klavier spiele ich auch solo. Mich reizt diese Vielfältigkeit.

Wie oft und wie lange übst du?
Es kommt darauf an ob ein Konzert oder Auftritt ansteht. Dann übe ich natürlich intensiver. Durchschnittlich übe ich mindestens eine Stunde am Tag.

Alle Instrumente?
Ich übe nicht alle Instrumente jeden Tag, muss ich zugeben (Noah lacht). Aber ich denke, es pendelt sich im Durchschnitt – alle Instrumente zusammengenommen – bei ein bis zwei Stunden am Tag ein.

Kinderreporter Fritz. Foto: privat

Fällt es dir manchmal schwer, dich für das Üben zu motivieren? Wenn du zum Beispiel nach einem langen Schultag nach Hause kommst?
Es gibt natürlich immer wieder Durststrecken. Aber ich glaube, man muss sich auf die nächsten Konzerte und Ziele konzentrieren. Dann ist man viel motivierter. Man merkt auf einmal: Ich werde ja viel besser. Das motiviert einen noch zusätzlich.

Hast du eigentlich noch Zeit für andere Hobbies?
Ja, auf jeden Fall. Ich habe zum Beispiel lange Jazz Dance, zeitgenössischen Tanz und Yoga gemacht. Ich bin auch lange gerudert. Und ich male sehr gerne. Das ist etwas sehr Kreatives, das gefällt mir total – nicht nur in der Musik. Der Sport hingegen ist für mich ein guter Ausgleich, weil man nicht so viel nachdenkt und einfach runter kommen kann.

Möchtest du auch beruflich Musik machen?
Tatsächlich nicht. Ich habe dieses Jahr Abitur gemacht und werde mich jetzt für ein Medizinstudium bewerben. Mal schauen, ob ich einen Platz bekomme. Aber Musik bleibt immer eine Option. Ich werde auf keinen Fall aufhören. Ohne Musik ginge bei mir absolut gar nichts. In meiner Idealvorstellung würde ich nach Medizin noch Musik studieren.

Was ist wichtig, wenn man in einem Orchester spielt?
Das Zusammenspiel und die Empathie. Dadurch, dass wir uns gut verstehen, spielen wir viel besser zusammen. Wenn man aufeinander eingeht, dann hört man das in der Musik.

Beende meinen Satz: Musik ist für mich …
Unglaublich vielfältig und eine riesige Möglichkeit, mich kreativ auszuleben.

Das Gespräch führte Fritz

Steckbrief

Noah Hempen (18) kommt aus Minden bei Bielefeld. Zusammen mit 75 anderen Jugendlichen spielt er bei der Jungen Bläserphilharmonie NRW.

Am Sonntag, 7. Juli, kannst du Noah live zuhören! Das Orchester spielt ab 18 Uhr in der Philharmonie Köln Stücke von Alfred Reed und James Barnes.

Von Kinderreporter Fritz