„Mit den Kindern ins Abenteuer stürzen“

„Mit den Kindern ins Abenteuer stürzen“
Fritz Fuchs (Guido Hammesfahr) mit seinem Hund Keks vor dem Bauwagen. Foto: ZDF/ Emil Wessels

Es bilden sich Risse im Asphalt, der Boden scheint hoch zu brechen und zack – auf einmal wächst Löwenzahn mit seiner großen gelben Blüte mitten aus dem grauen Boden. Bestimmt weißt du, welche Sendung so beginnt: Na klar, „Löwenzahn“!

An diesem Wochenende wird die Sendung 40 Jahre alt. Wir haben mit dem Schauspieler von Fritz Fuchs, Guido Hammesfahr, gesprochen – über seine Rolle, über seinen Hund Keks und die besonderen Jubiläumsfolgen.

Interview

Guido Hammesfahr, am Freitag hatten Sie Geburtstag und am Wochenende wird Löwenzahn 40. Gibt es eine gemeinsame Geburtstags-und-Löwenzahn-Jubiläums-Feier?
Nach der Erstausstrahlung am Samstagmorgen trifft sich unser Team auf jeden Fall online – und wir erheben sozusagen das digitale Glas. (lacht)

Der historische Originalwagen aus der ZDF-Löwenzahn Ausgestellt im FIlmpark Babelsberg. Foto: Wikipedia

Seit 2006 sind Sie Fritz Fuchs bei Löwenzahn und erklären den Kindern die Welt. Was ist die größte Herausforderung?
Für mich war die Rolle ja generell eine Überraschung. Ich hatte mich damals gar nicht dafür beworben und hatte mir eher im Comedy-Bereich einen Namen gemacht. Und ich bin auch nicht mehr der Erklär-Bär, der vor dem blauen Bauwagen steht und Wissen diktiert, ich nehme die Kinder eher an die Hand und stürze mich mit ins Abenteuer. Mein Anspruch ist, die Dinge so zu erklären, wie ich mir wünsche, dass sie mir selbst erklärt werden. Das ist zugleich auch eine Herausforderung.

Wird es auch eine Löwenzahn-Folge zum Coronavirus geben?
Von der Idee bis zur Produktion einer Folge dauert es etwa ein Jahr. Eine Folge zum Coronavirus wird es deshalb erstmal nicht geben – Gott sei Dank gibt es in Bärstadt aber auch noch keinen Covid-19-Fall (lacht). Wir sind in der Hinsicht nicht so schnell und aktuell wie zum Beispiel die Kollegen von den Kindernachrichten Logo oder von der Sendung mit der Maus. Auch, weil bis Ende Juli bei uns wegen des Virus erstmal keine Drehs stattfinden. Aber: Eigentlich bin ich ganz froh, dass es mal eine halbe Stunde Sendezeit gibt, in der es nicht um die Corona-Krise geht.

Haben Sie Löwenzahn auch schon als Kind gesehen?
Als Löwenzahn zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, muss ich etwa zwölf Jahre alt gewesen sein – natürlich ohne zu ahnen, dass ich selbst mal in den blauen Bauwagen einziehe und mal in dieser bekannten Kulisse aus Kindheitstagen stehe. Ich komme aus einem Dorf mit 400 Einwohnern und bin ein richtiges Landei. Deswegen war mir das Format mit Peter Lustig, der immer draußen im Grünen war und spannende Themen erklärt hat, gleich sehr nahe.

Peter Lustigs Markenzeichen war seine Latzhose. Was würden Sie sagen, ist in der Sendung das besondere Markenzeichen von Fritz Fuchs?
Das ist sicher Keks, der Hund. Er ist immer dabei und irgendwie auch Gesprächspartner, wenn andere vielleicht mit sich selbst reden oder laut nachdenken würden. Außerdem hat der letzte Satz jeder Folge Tradition, wo ich sage: „Ich weiß ja nicht, was ihr jetzt noch macht, aber ich gehe jetzt mal ‘ne Runde mit dem Hund“. Bei Peter Lustig war es damals die scherzhafte Aufforderung, jetzt aber den Fernseher auszumachen.

Welche Gemeinsamkeit gibt es zwischen Guido Hammesfahr und Fritz Fuchs?
Fritz stellt sich den Dingen. Er behauptet auch nicht, alles Wissen für sich gepachtet zu haben. Genau so bin ich auch in der Realität: Ich bin ein Bastler und Frickler. Ich hatte zum Beispiel keine Ahnung, wie ich mein altes Holzboot auf Vordermann bringe, habe auch vier Jahre dafür gebraucht, aber ich ziehe die Dinge dann auch durch. Genauso ist es mit dem Beruf des Schauspielers gewesen. Nach dem Abitur haben die anderen dazu gesagt: „Fratzenschneider ist doch kein Beruf“. Aber Fritz Fuchs lässt sich schließlich auch nicht verbieten, in einem Bauwagen zu leben – auch, wenn das andere vielleicht komisch finden.

Fritz Fuchs (Guido Hammesfahr) bei der Wildtierzählung. Jemand behauptet bei der Polizei anonym, der Naturfreund sei ein Wilderer. Foto: ZDF/ Antje Dittmann

Die Jubiläumssendungen wurden in Südafrika gedreht – das sind wahrscheinlich die ersten Löwenzahn-Folgen ohne blauen Bauwagen, oder?
Keine Sorge – der Bezug zum Bauwagen bleibt auch trotz der Distanz zu Südafrika bestehen. Keks bleibt ja schließlich da. Aber in Südafrika erlebt Fritz auf jeden Fall so einiges. Sein Pass verschwindet, und dann muss er auch noch zwischendurch ins Gefängnis. Mehr will ich aber noch nicht verraten …

Im kommenden Jahr feiern Sie selbst 15-jähriges Jubiläum bei Löwenzahn – ist da auch schon eine Party in Bärstadt oder Südafrika geplant?
Für mich sind Jubiläen nicht so wichtig. Ich habe ein tolles Team an meiner Seite und dazu mit Keks noch einen Kollegen, mit dem ich am Set Kuscheln kann. Das ist echter Luxus.