„Die sagenhaften Vier“ – Marnies Stimme

„Die sagenhaften Vier“ – Marnies Stimme
Filmszenenbild: Impuls Pictures AG

Der neue Kinofilm „Die sagenhaften Vier“ handelt von Marnies größtem Traum Detektivin zu werden – Marnie ist eine Hauskatze. Als sich im beschaulichen Städtchen Drabville plötzlich Einbrüche häufen, ist Marnies große Chance gekommen: Sie will die Diebe entlarven.

Filmplakat: Impuls Pictures AG

Dabei trifft sie auf den Wachhund Elvis, Eggbert, den Hahn und das Zebra Mambo Dibango. Leider läuft in Wirklichkeit nicht alles so glatt wie in den Krimiserien, die Marnie so gern schaut: So geraten die vier ungleichen Gefährten bald selbst ins Visier der Polizei und merken, dass sie den Fall nur gemeinsam lösen können.

Die Schauspielerin Alexandra Neldel hat Marnie ihre Stimme geliehen, wir haben sie getroffen.

Interview

Im neuen Kinofilm „Die sagenhaften Vier“ leihen Sie der Katze Marnie Ihre Stimme. Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
Ich habe den Tag davor nicht viel gesprochen, aber tatsächlich habe ich gar nicht so viel vorbereiten können. Ich hatte einfach einen tollen Regisseur, der ganz genau wusste, wie Marnie sein soll. Ich musste zum Beispiel immer ein bisschen höher sprechen, das fand ich am Anfang gar nicht so einfach.

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Was sind die größten Herausforderungen beim Synchronsprechen?
Das Besondere ist, dass man sich wirklich nur auf seine Stimme verlassen kann. Beim Schauspiel kann man auch ganz viel über den Gesichtsausdruck machen. Wenn man lächelt, sieht man es an den Augen oder an den Mundwinkeln. Wenn man synchronisiert, muss man das alles in der Stimme spüren können.

Wie schafft man es, eine Figur zum Leben zu erwecken, wenn man nur seine Stimme zur Verfügung hat?
Der Film ist ja wirklich fantastisch animiert, da hatten wir ganz großes Glück. Dadurch bringt Marnie schon sehr viel mit und man muss gar nicht mehr so viel machen. Sie ist einfach diese wundervolle, kleine, pummelige Katze. Ich habe mich sofort in sie verliebt!

Wie sind Sie zum Synchronsprechen gekommen?
Was viele nicht wissen: Beim Schauspielern synchronisiere ich mich auch immer wieder selbst. Wenn wir einen Film gedreht haben und draußen war zum Beispiel ein lauter Bagger, dann muss ich das danach im Studio nochmal nachsprechen. Andere, kleine Synchronrollen durfte ich unter anderem in „Dr. Dolittle 2“ übernehmen. Im Disneyfilm „Rapunzel – Neu verföhnt“ habe ich dann die Hauptfigur gesprochen.

Filmszenenbild: Impuls Pictures AG

Wie läuft es ab, wenn Sie eine Szene im Studio einsprechen? Bewegen Sie sich mit ihrem Charakter, um außer Atem zu klingen?
Ich stehe vor meinem Mikrofon und sehe die Szene, die ich sprechen soll. Dazu habe ich den Text vor mir. Bei Szenen, in denen die Figur etwas trinkt, trinke ich zum Beispiel auch etwas. Das hört sich echter an. Marnie ist natürlich viel in Action, weil sie eine kleine Spionin ist. Da bewege ich mich dann auch viel. Man muss aber aufpassen: Wenn man zum Beispiel ein Armband hat, muss man das vorher abmachen, weil es sonst klimpert.

„Die sagenhaften Vier“ basiert auf dem Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“. Haben Sie die Geschichte als Kind gelesen? Hatten Sie eine Lieblingsfigur?
Ja, ich fand den Esel immer ganz süß! Aber ich habe festgestellt, dass man solche Geschichten als Kind ganz häufig vorgelesen bekommt und dann irgendwann gar nicht mehr. Ich werde mir das Original also auf jeden Fall nochmal anschauen!

„Die sagenhaften Vier“ merken, dass sie zusammenhalten müssen, um ihr Abenteuer zu meistern. Wie wichtig sind Freunde für Sie?
Freundschaften sind sehr, sehr wichtig. Mit meiner besten Freundin bin ich schon zusammen zur Schule gegangen. Auch wenn man sich länger nicht gesehen hat, weiß man beim nächsten Mal sofort, über was man reden kann, weil man sich so gut kennt. Das ist schön.

Haben Sie etwas mit Marnie gemeinsam?
Also abenteuerlustig bin ich auch, aber ganz so furchtlos wie Marnie bin ich nicht. Manchmal braucht sie trotz allem aber auch ihre Kuscheleinheiten und da bin ich ganz ähnlich.

Marnie ist begeistert, dass sie als Spezialagentin rekrutiert wird. Wären Sie auch gerne Detektivin?
Natürlich fände ich das total spannend, aber Spione sind ja eigentlich sehr auf sich allein gestellt. Deswegen möchte ich das glaube ich gar nicht sein. Außer, wenn ich so eine tolle Crew habe wie Marnie!

Filmszenenbild: Impuls Pictures AG

Was würden Sie machen, wenn Sie in einem verschlafenen Dorf wie Drabville leben würden?
Ich würde wahrscheinlich so lange Krimiserien gucken, bis ich alles mitsprechen kann.

Marnie lernt schnell, dass in Wirklichkeit nicht immer alles so läuft wie im Fernsehen. Wann haben Sie zuletzt etwas erlebt, was Sie sich eigentlich ganz anders vorgestellt hatten?
Im Fernsehen läuft ja einfach immer alles glatt, und wenn man sich nur im Supermarkt an der richtigen Kasse anstellt. Das zum Beispiel mache ich jedes Mal falsch und alle anderen sind dann wieder viel, viel schneller als ich. Sowas würde im Film niemals passieren!

Haben Sie auch schon mal ein richtiges Abenteuer erlebt?
So ein richtiges Abenteuer wie Marnie habe ich noch nicht erlebt, aber jeder Tag bringt ja irgendwie ein kleines Alltagsabenteuer. Manchmal ist das schon der Weg zur Schule. Ich glaube, so etwas kennt jeder und das macht das Leben so interessant. 

Das Gespräch führte Natalie Solbach

Schauspielerin Alexandra Neldel. Foto: Shai Levy/Million Dollar Vegan/obs

Zur Person

Alexandra Neldel (43) kommt aus Berlin. Sie ist Schauspielerin und Synchronsprecherin und wurde durch die Serien „Gute Zeiten – Schlechte Zeiten“ und „Verliebt in Berlin“ bekannt.