Hoch im Norden – Estland

Hoch im Norden – Estland
Estlands Hauptstadt Talinn. Foto: Tallinn City Tourist Office/Toomas Volmer

Magst du gerne Rhabarberkuchen? Dann solltest du vielleicht einmal nach Estland fahren. Dort ist der Kuchen eine sehr beliebte Nachspeise! Aber in Estland gibt es noch viel mehr zu entdecken.

Hoch im Norden

Estland liegt weit im Norden der Europäischen Union (EU) an der Ostsee. Das Land gehört zu den Ländern, die auch „baltische Staaten“ genannt werden. Der Name kommt aus der Geschichte der Region. Dort lebten Menschen, die sich selbst „Balten“ nannten. Die Länder Lettland und Litauen gehören ebenfalls zum sogenannten Baltikum.

Estland und die Sowjetunion

Jüri Ratas. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

Estland ist noch gar nicht so lange ein eigenständiger Staat – erst seit 1991. Vorher gehörte das Land zur sogenannten Sowjetunion. Das war ein großer Staat, zu dem mehrere Länder gehörten, unter anderem auch Russland. Die Sowjetunion zerfiel aber und die einzelnen Länder wurden wieder eigenständig. Estland löste sich friedlich von der Sowjetunion. Durch die enge Verbindung zur Sowjetunion und damit auch zum heutigen Russland, sprechen noch heute einige Esten Russisch. Seit 2004 ist Estland jetzt Mitglied der EU.

Kaja Kallas. Foto: Raul Mee/AP/dpa

Vielleicht hast du in den Nachrichten gehört, dass es Anfang März in Estland Parlamentswahlen gab. Dabei wurde die liberale Reformpartei stärkste Kraft. Ihre Vorsitzende Kaja Kallas hat nun beste Chancen, die erste Regierungschefin von Estland zu werden – und Nachfolgerin von Jüri Ratas.

Wald und Inseln

In Estland leben ungefähr 1,3 Millionen Menschen – nur rund 200 000 mehr als in ganz Köln! Estland ist aber auch ein recht kleines Land. Mit seinen rund 45 000 Quadratkilometer ist es ungefähr so groß wie das deutsche Bundesland Niedersachsen. Und in Estland gibt es sehr viele Bäume: Fast die Hälfte des Landes ist mit Wald bedeckt. Zudem gehören zu dem Land mehr als 2000 Inseln. Aber auch viele Flüsse durchkreuzen das Land und einige Seen gibt es.

Zum Themendienst-Bericht von Andreas Heimann vom 13. Überall Raureif – Winterwandern im Moorland vom Soomaa-Nationalpark. Foto: Visit Estonia/Aivar Ruukel

Kalt und dunkel

Dort oben im Norden ist es im Winter zum einen sehr kalt und zum anderen sehr dunkel. Es gibt Tage, an denen es nur sechs Stunden lang hell ist. Dazu kommen manchmal heftige Schneefälle. Wenn es aber schön draußen ist, gehen die Esten gerne raus in die Natur: wandern, Boot fahren, Fischen – das sind Dinge, die viele Leute in Estland gerne machen.

Wölfe sind in Estland nichts Besonderes – dass Touristen ihnen in freier Wildbahn begegnen, ist aber mehr als unwahrscheinlich. Foto: Visit Estonia

Wilde Natur

In Estland kann man aber auch draußen in der Natur sehr viel entdecken: So leben in den Wäldern Estlands Luchse, Bären und Wölfe. Im Winter machen die Menschen dort gerne Skilanglauf – kein Wunder also, dass Estland in dieser Sportart schon oft bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften gewonnen hat! Nur hohe Berge gibt es so gut wie gar nicht in Estland – auf lange Abfahren müssen die Esten also verzichten.

Die bunte Stadt am Meer – Wehranlagen, Stadtmauer und etliche Kirchtürme von Tallinn sind viele Jahrhunderte alt. Foto: Tallinn City Tourist Office

Hauptstadt

Die Hauptstadt Estlands heißt Tallinn. Die Stadt hat zwar eine lange Geschichte, aber mittlerweile ist sie vor allem dafür bekannt, dass sich dort viele Unternehmen aus der IT-Branche angesiedelt haben. Das berühmteste Unternehmen kennst du vielleicht: Skype. Mit diesem Programm können Menschen per Internet Videoanrufe machen oder telefonieren.

Aber auch sonst ist Estland sehr weit vorne bei der Digitalisierung und gilt vielen europäischen Ländern als Vorbild. So sind auch staatliche Behörden in Estland rundum digitalisiert und auch in Schulen wird den Kindern und Jugendlichen viel in Sachen Computern und Technologie beigebracht.

Steckbrief
Regierungschef: Jüri Ratas
Staatsoberhaupt: Kersti Kaljulaid
Größe: 45.000 km2
Einwohner: 1,3 Millionen
Hauptstadt: Tallinn
Landessprache: Estnisch
Währung: Euro

Von Jennifer Wagner

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