Gruseln bei Graf Dracula – Rumänien

Gruseln bei Graf Dracula – Rumänien
Der Parlamentspalast. Foto: Wikicommons

Im Südosten Europas liegt Rumänien, das seit 2007 Mitglied der Europäischen Union ist. Wir stellen dir das Land vor, in dem es zwar noch keinen Euro, dafür aber viele ungewöhnliche Sehenswürdigkeiten gibt.

Der ehemalige rumänische Staats- und Parteichef Nicolae Ceausescu mit seiner Frau Elena. Foto: Heinz Wieseler dpa

Das größte Gebäude Europas

Die Hauptstadt von Rumänien heißt Bukarest. Dort steht das Gebäude mit der größten Fläche, das es in Europa gibt – der Parlamentspalast. Er besteht aus 5100 Räumen, wovon 200 Toiletten sind. Errichtet wurde er unter der Herrschaft von Nicolae Ceaușescu, der für den Palast viele alte Bauwerke abreißen ließ. Er nannte ihn „Haus des Volkes“. Das fanden viele Menschen aber unpassend, weil Ceaușescu die Menschen in Rumänien unterdrückte und viele von ihnen ihre Wohnungen verlassen mussten, damit der Palast gebaut werden konnte. Deshalb wurde er später umbenannt.

Der König im Fels

In Rumänien steht auch die höchste Felsskulptur von ganz Europa: 40 Meter hoch ragt der Kopf von Decebalus an der Grenze zu Serbien auf. Er war der letzte König von Dakien und verteidigte das Gebiet lange Zeit gegen die Römer. Schließlich musste er sich aber geschlagen gaben und der Ort wurde eine römische Provinz. Sein Gesicht wurde direkt am Ufer der Donau in einen Felsen gehauen. Das dauerte ganze zehn Jahre, obwohl zwölf Bildhauer daran beteiligt waren.

Der Holzschnitt aus dem 15. Jahrhundert zeigt Fürst Vlad III., genannt „Dracula“. Foto: dpa

Die Vampir-Heimat

Ein bisschen unheimlich ist es auf Schloss Bran: Diese Burg gilt als Heimat des berühmt-berüchtigten Vampirs Dracula. Dieser ist eine Romanfigur und wurde vom irischen Schriftsteller Bram Stoker erfunden. Als Vorbild für den Blutsauger diente der rumänische Fürst Vlad III Drăculea, der angeblich besonders grausam war. Vermutlich war er selbst aber nie auf Schloss Bran. Viele Touristen besuchen die Burg, um sich zu gruseln.

Schloss Bran. Foto: Rumänisches Tourismusamt

Lachen erlaubt

Normalerweise herrscht auf Friedhöfen immer eine sehr ernste und traurige Stimmung. Im rumänischen Săpânţa gibt es allerdings einen Ruheort, der „Fröhlicher Friedhof“ genannt wird.

Er heißt so, weil dort etwa 800 blaue Holzkreuze stehen, die mit einem Spitzdach, Schnitzereien und bunten Bildern verziert sind. Darauf werden lustige Sprüche über die Verstorbenen und ihr Leben geschrieben, die viele Besucher zum Lachen bringen. Das wird übrigens nicht als respektlos angesehen: Tatsächlich sparen viele Menschen dort jahrelang Geld, weil sie sich genau so ein Kreuz für ihr eigenes Grab wünschen.

Die Transsilvanischen Alpen. Foto: Stefan Korshak/dpa/tmn

Wie auf dem Mond

In Berca liegt ein Naturschutzgebiet voller Schlammvulkane. Das sind kleine Hügel, die sich bilden, wenn die Erde Gas und Schlamm durch ein Loch im Boden nach oben drückt. Der Schlamm sammelt sich dann um das Loch herum und türmt sich immer höher auf. Das sieht dann aus wie ein kleiner Vulkan. Außerdem bricht der Schlamm ähnlich aus dem Boden hervor wie die Lava bei einem richtigen Vulkan. Weil in dieser Landschaft keine Pflanzen wachsen und die Löcher ohne Rand wirken wie Krater, sieht es ein bisschen aus wie auf dem Mond.

Von Natalie Solbach

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