Zeig’ her deinen Bauch!

Zeig’ her deinen Bauch!
Der Bauchnabel kann rund oder auch länglich sein. Mal wölbt er sich nach innen, mal nach außen. Foto: Maria Berentzen/dpa

Er ist rund und sieht oft ein bisschen lustig aus: Jeder Mensch hat einen Bauchnabel. Wieso eigentlich? Das hängt mit der Nabelschnur zusammen. Wenn ein Baby im Bauch der Mutter heranwächst, ist es über die Nabelschnur fest mit ihr verbunden. „Der Bauchnabel ist der Punkt am Bauch, vom dem aus die Nabelschnur zu der Mutter führte“, erklärt die Ärztin Tanja Brunnert.

Menschlicher Fötus mit Nabelschnur vorne. Foto: www.medicalgraphics.de, CC BY-ND

Wofür ist die Nabelschnur da?

Die Nabelschnur hat eine enorm wichtige Aufgabe. Das ungeborene Baby bekommt darüber im Bauch alles, was es braucht. Die Nabelschnur funktioniert wie eine Leitung. Darüber erhält das Baby zum Beispiel Sauerstoff und wichtige Nährstoffe von der Mutter. „So kann es gut wachsen und sich entwickeln“, sagt die Ärztin.

Das Baby wird sogar für die Zukunft versorgt. Über die Nabelschnur bekommt es zum Beispiel auch Abwehrstoffe gegen Krankheiten, die seine Mutter bereits hatte. So kann sich das Baby in den ersten Monaten nicht so schnell mit manchen Krankheiten anstecken. 

Was kann die Nabelschnur noch?

Die Nabelschnur funktioniert aber auch in die andere Richtung. Das Ungeborene wird im Mutterleib darüber nicht nur versorgt, sondern die Nabelschnur transportiert auch alles ab, was es nicht mehr braucht. „Das ist nach der Geburt eigentlich gar nicht so anders“, sagt Tanja Brunnert: „Die Eltern machen das Essen und danach wird der Tisch wieder abgeräumt.“

Wie sieht die Nabelschnur aus?

Die Nabelschnur sieht bei jedem ein bisschen anders aus. „Sie kann so dünn wie ein Buntstift sein oder auch so dick wie der Daumen bei einem Erwachsenen“, sagt die Expertin. Sie ist aber immer ziemlich lang und beweglich. Das ist wichtig, weil das Baby im Bauch manchmal ganz schön wild tobt und mit der Nabelschnur spielt. So bekommt diese und auch die Blutgefäße im Inneren keinen Knick.

Der Bauchnabel ist eigentlich ein Narbe, die von der Nabelschnur bleibt. Foto: Maria Berentzen/dpa

Was passiert nach der Geburt?

Wenn ein Kind geboren wird, hängt die Nabelschnur zunächst noch an ihm. Sie wird dann abgeschnürt und durchgeschnitten. Das tut dem Neugeborenen nicht weh. Das ist ungefähr so, als würde man die Fingernägel oder die Haare schneiden. Der Säugling braucht die Nabelschnur nach der Geburt nicht mehr, weil er nun selbst atmen und trinken kann.

Was ist der Bauchnabel?

Am Bauch des Babys bleibt von der Nabelschnur ein kleiner Stummel zurück. Er fällt meistens nach einigen Tagen von selbst ab. An dieser Stelle haben Menschen dann einen Bauchnabel. Bei manchen sieht der dann rund aus, bei anderen länglich. Mal wölbt er sich nach innen, mal nach außen. Wie der Bauchnabel aussieht, hängt unter anderem davon ab, wie gut die Stelle nach der Geburt des Babys verheilt. Letztlich ist der Bauchnabel aber einfach die Narbe, die von der Nabelschnur bleibt. (dpa)

Haben Tiere einen Bauchnabel?

Menschen haben einen Bauchnabel, klar. Aber wie sieht es bei Tieren aus? Auch die können einen Bauchnabel haben. Nämlich die Tiere, die vor der Geburt mit ihrer Mutter über eine Nabelschnur verbunden sind. Dazu gehören zum Beispiel Hunde, Katzen, Seehunde und Affen. Bei den meisten Tieren ist der Nabel aber nicht mehr zu erkennen, wenn sie älter werden. Bei Menschen und bei Affen sieht man ihn auch noch, wenn sie erwachsen sind.

Sogar Hühner haben einen Bauchnabel. Zwar wachsen die Küken nicht im Bauch ihre Mutter, sondern sie schlüpfen aus einem Ei. Aber dort haben sie ebenfalls eine Nabelschnur. Diese verbindet die Küken mit dem Dotter im Ei, über den sie versorgt werden. Wie bei den meisten anderen Tieren sieht man diesen Bauchnabel aber nur kurz. Wenn die Küken frisch geschlüpft sind, ist er noch zu erkennen. Danach aber nicht mehr.

Von Maria Berentzen (dpa)