Wie ein Hufschmied arbeitet

Der Schmied hat Eisen in verschiedenen Größen. (Foto: dpa)
Der Schmied hat Eisen in verschiedenen Größen. (Foto: dpa)

Stute Lotta bekommt ihre ersten Hufeisen. Da qualmt und stinkt es ganz schön. Doch Angst scheint Lotta nicht zu haben.

Das Pferd Lotta guckt neugierig zu, wie der Schmied ihr das Eisen aufnagelt. (Foto: dpa)

Das Pferd Lotta guckt neugierig zu, wie der Schmied ihr das Eisen aufnagelt. (Foto: dpa)

Lotta ist zwar erst fünf Jahre alt, aber schon sehr cool. Die hübsche Stute mit dem braunen Fell schaut nur ein bisschen verwundert. Denn plötzlich qualmt es heftig und stinkt ganz übel an einem ihrer Vorderhufe. Ihre Besitzerin Beate Aschke klopft ihr beruhigend auf den Hals und gibt ihr eine Mohrrübe. „Es ist das erste Mal, dass sie beschlagen wird“, erzählt Beate Aschke.

Beschlagen – so heißt es, wenn einem Pferd Eisen an die Hufe genagelt werden. Das tut ihnen nicht weh. Die Tiere haben am ganz unteren Teil des Hufes nämlich keine Nerven. Es ist so ähnlich wie bei uns das Schneiden der Fingernägel. Dabei haben wir ja auch keine Schmerzen.

Lotta lebt in einem Stall in Wehrheim. Der Ort liegt in Hessen. Lottas Schmied heißt Harald Vetter. Schon seit 20 Jahren fährt er in seinem kleinen blauen Bus von Stall zu Stall. Dort kümmert er sich um die Hufe der Pferde.

Hufe ausschneiden – Was bedeutet das?

Der Schmied kommt etwa alle acht bis zehn Wochen in den Stall. Es geht darum, das Pferd zu beschlagen oder die Hufe auszuschneiden. Aber natürlich müssen die Hufe auch ansonsten gepflegt werden. Das macht man am besten jeden Tag.

„Manche werden auch nur ausgeschnitten und bekommen gar keine Eisen“, erzählt er. Ausgeschnitten – was das wohl wieder bedeutet? Harald kann die Frage beantworten: „Der Huf von Pferden besteht aus Horn, das wächst. Von Zeit zu Zeit muss davon etwas weggemacht werden.“ Dazu hat er eine große Raspel und ein vorne an der Klinge gebogenes Messer.

Pferde haben unterschiedlich große Hufe

Hui, das qualmt. (Foto: dpa)

Hui, das qualmt. (Foto: dpa)

Auch Lottas Hufe werden vor dem Beschlagen erst einmal ausgeschnitten. Mit dem Messer schneidet Harald an der Sohle des Hufes herum. Mit der Raspel macht er dann am Hufrand ein bisschen Horn weg. Dann wird es spannend. Denn jetzt geht es an die Hufeisen. In seinem blauen Wagen hat Harald verschiedene Größen. Schließlich haben Pferde unterschiedlich große Hufe. Lotta bekommt eine mittlere Größe.

In einem kleinen Ofen macht Harald ein Eisen nach dem anderen ganz heiß, bis es rot glüht. Dann hält er es an den Huf. Jetzt sind wir wieder an der Stelle, an der Lotta verwundert guckt.

Mit Nägeln festmachen

Mit einem schweren Hammer schlägt er auf das Eisen, das durch die Hitze formbar geworden ist, bis es perfekt auf Lottas Huf passt. Mit mehreren Nägeln macht er es darauf fest – fertig! Lotta hat ihre ersten Hufeisen.

Von dpa

Klicke auf die Grafik, dann kannst du sie besser erkennen. (Grafik: dpa)

Klicke auf die Grafik, dann kannst du sie besser erkennen. (Grafik: dpa)

Wir wird man Hufschmied?

Hufschmied wird man nicht gleich nach der Schule. Der Weg dorthin startet mit einer anderen Ausbildung, die man abschließen muss. Wer Lust hat, macht schon eine Lehre in einem Beruf, der mit Metall zu tun hat. Pflicht ist das aber nicht.

Danach beginnt die Ausbildung zum Hufschmied. Sie dauert mehrere Jahre. Dabei lernt man mindestens zwei Jahre bei einem Hufschmied alle Kniffe. Dazu kommen Lehrgänge und am Ende eine Prüfung.

Die meisten Hufschmiede sind Männer. «Es ist ein körperlich sehr anstrengender Beruf», erklärt der Schmied Harald Vetter. Pferde sind sehr schwere Tiere. Um über längere Zeit einen Huf hochzuhalten, wie es Schmiede machen müssen, braucht man ziemlich viel Kraft.

Außerdem müssen Schmiede die Eisen passend schlagen und aufnageln. Sie schneiden außerdem das harte Horn vom Huf ab und raspeln es ab. Das ist ebenfalls anstrengend. Trotzdem gibt es Frauen, die diesen Beruf gewählt haben.

Ein Hufschmied oder eine Hufschmiedin muss außerdem gut aufpassen. Denn wenn sich das Pferd aufregt, kann es sie schon mal treten oder umrennen.

Von dpa

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