Warum ist es im Herbst so stürmisch?

Warum ist es im Herbst so stürmisch?
Ganz schön windig! Mit Regenschirmen hat man da zu kämpfen. (Foto: dpa)

Du kannst ihn nicht sehen, aber umso besser spüren: Der Wind ist eine Naturgewalt, die uns im Herbst besonders häufig entgegenbläst. Manchmal streicht er nur sanft unsere Wangen, manchmal reißt er Bäume aus und verursacht damit Schäden an Häusern oder verletzt Menschen. Wie aber kommt es überhaupt zum Wind?

Wärme und Kälte

Verantwortlich dafür ist vor allem die Sonne. Sie kann die Luft in Bewegung versetzen. Wenn die Sonnenstrahlen auf den Erdboden treffen, erwärmen sie ihn und die Luft über ihm. Warme Luft dehnt sich aus, sie ist dann dünner und leichter als kalte Luft. Deshalb steigt sie nach oben. Dort, wo warme Luft nach oben strömt, entsteht durch den Sog nach oben am Boden ein „Tiefdruck“. An manchen Orten ist es natürlich wärmer als an anderen. Dort, wo es kälter ist, strömt die kühle Luft nach unten, weil sie schwerer ist. Hier entsteht ein „Hochdruck“, ein höherer Druck auf den Boden also. Die kühle Luft drückt nach unten Richtung Boden und weicht dann dort zur Seite aus. Und zwar in Richtung der benachbarten warmen, nach oben steigenden Luftmassen. Durch diese Bewegung entsteht der Wind.

Die Luft über dem Meer

Besonders windig ist es häufig am Meer. Das liegt daran, dass die Sonne die Luft über dem kalten Wasser nicht so stark erwärmen kann wie über dem Land. Die kühle Luft über dem Meer sinkt ab und strömt ständig vom Meer in Richtung Land nach. Am Strand entsteht deshalb Wind – das nennt man eine „steife Brise“.

Herbst und Winter

Und warum ist es bei uns im Herbst und Winter besonders oft stürmisch? Weil die Temperaturunterschiede zwischen Nord- und Südeuropa in dieser Zeit besonders groß sind. Bei uns ist es viel kälter als zum Beispiel in Spanien um diese Zeit. Je größer der Temperaturunterschied ist, desto größer wird der Luftdruckunterschied, und desto stärker toben die Stürme. Die Stärke des Windes misst man mit der „Beaufortskala“. Sie ist nach dem Briten Sir Francis Beaufort benannt und teilt den Wind in zwölf Stärken ein. Von Windstärke neun an spricht man von einem Sturm. Ab Windstärke zwölf von einem Orkan, der schwere Verwüstungen anrichten kann.

So entsteht ein Hurrikan

Hurrikan „Harvey“ wirft einen Generator um. (Foto: dpa)

In der Karibik haben die Menschen zurzeit mit sehr schlimmen Stürmen zu kämpfen: Mit Hurrikanen, also tropischen Wirbelstürmen, die sich über dem Wasser gebildet haben. Erst verwüstete „Irma“ mehrere Karibikinseln, nun fegt „Maria“ über die Region hinweg. Sie entstehen anders als die Stürme bei uns und können große Schäden anrichten, wenn sie auf Land treffen.

Hurrikane entwickeln sich, wenn das Meer im Spätsommer und Herbst mindestens 26 Grad hat. Dann verdunsten durch die Sonneneinstrahlung große Mengen Wasser. Dabei steigt Wasserdampf auf und es entsteht ein Sog, durch den Luft von der Wasseroberfläche nachgesaugt wird. Die von den Seiten angesaugte Luft beginnt, sich zu drehen – ein Wirbel entsteht. Das sieht ähnlich aus, wie wenn Wasser in den Abfluss fließt. Bis zu 300 Kilometer pro Stunde erreichen die Stürme, die sich um den Sog in der Mitte drehen. In Europa können aber keine Hurrikane entstehen, weil das Meerwasser nicht warm genug wird.

Von Jasmin Krsteski (mit jam)

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