Was feiern die USA am 4. Juli?

Was feiern die USA am 4. Juli?
Flaggen und Feuerwerk: So feiern die USA am 4. Juli ihre Unabhängigkeit. (Foto: dpa)

Seit 1776 ist der Unabhängigkeitstag in den USA ein Nationalfeiertag. Er wird dort jedes Jahr am 4. Juli groß gefeiert. Die Amerikaner nennen ihn den „Independence Day“ (Independence = Unabhängigkeit). Doch wie kam es dazu? Um die Frage beantworten zu können, muss man sich die Geschichte dieses Landes genauer anschauen.

Britische Kolonien

Die heutige USA war vor dem Unabhängigkeitskrieg in 13 britische Kolonien aufgeteilt. Sie wurden von britischen Kolonisten, also ausgewanderten Engländern, aufgebaut. Sie unterstanden dem englischen Königshaus. Denn König Georg III. regierte von London aus.

Im 17. Jahrhundert gab es zahlreiche Kolonien. Die europäischen Staaten, besonders England, Frankreich, aber auch Spanien, Portugal, Holland und Belgien wollten zur Zeit des Kolonialismus ihren Besitz und ihre Macht erweitern. So eroberten sie auch weit entfernte Teile der Welt gewaltsam, um ihr eigenes Reich zu vergrößern.

Eigene Parlamente

Das Verhältnis des englischen Königs zu den Kolonisten wurde im Laufe der Zeit immer schlechter. Sie forderten mehr Rechte für sich und waren nicht mehr bereit, die hohen Abgaben an die englische Krone zu zahlen. So gründeten die 13 Kolonien in Nordamerika eigene Parlamente und beschlossen neue Gesetze. Das eigens entwickelte System machte die Kolonisten selbstbewusst und gab ihnen das Gefühl, auch unabhängig von England leben zu können. Um ihre Selbstständigkeit noch stärker zu demonstrieren, nannten sie sich Amerikaner.

Deklaration der Rechte

Das Bild zeigt die Männer nach der Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. (Foto: dpa)

Dem englischen Königshaus gefielen diese Veränderungen gar nicht. Es ignorierte diese Entwicklungen und erhob hohe Steuern in den 13 Gründerstaaten.

Die Kolonisten weigerten sich jedoch, zu bezahlen und trafen sich 1774 zum Kontinentalkongress. Dort verfassten die Vertreter der 13 Gründerstaaten die Deklaration der Rechte. Darin hielten sie fest, dass jedes Volk das Recht habe, sich selbst zu regieren, und das könne nicht nur für die Engländer gelten. Der Kongress forderte, dass entweder auch Amerikaner im englischen Parlament sitzen sollten oder dass nur die Kolonialparlamente für die Verwaltung in den Kolonien zuständig seien.

Tag der Unabhängigkeit

Es gibt Feuerwerke im ganzen Land. (Foto: dpa)

Mit diesen Forderungen waren die Engländer nicht einverstanden. Sie weigerten sich, die Deklaration der Rechte anzuerkennen. Deswegen kam es 1775 zum Nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Sieben Jahre lang kämpften die US-Amerikaner gegen englische Truppen, bis die Briten 1783 die Unabhängigkeit der USA anerkannten. Die Armee der Kolonisten führte General George Washington an, der später der erste Präsident der Vereinigten Staaten wurde.

Noch während des Krieges, am 4. Juli 1776, unterschrieben Vertreter der 13 Kolonien die gemeinsame Unabhängigkeitserklärung in der Stadt Philadelphia. Von diesem Tag an waren sie keine Kolonien mehr, sondern die Gründerstaaten der „Vereinigten Staaten von Amerika“. Seitdem feiern die US-Amerikaner den 4. Juli jedes Jahr als ihren Nationalfeiertag.

Von Shara Fatheyan