Die Heldengeschichte von Superman

Spandexhosen und imposanter Umhang - so sah Superman schon vor 80 Jahren aus. Foto: Jose Hernandez/Heritage Auctions/dpa
Spandexhosen und imposanter Umhang - so sah Superman schon vor 80 Jahren aus. Foto: Jose Hernandez/Heritage Auctions/dpa

Am 18. April 1938 – also vor genau 80 Jahren – erscheint ein neues Heft am Kiosk, zum Preis von 10 Cent. Es nennt sich „Action Comics No.1“. Das Cover ziert ein Mann, der sich eine rote Unterhose über seinen blauen Ganzkörperanzug gezogen hat. So ziehen sich damals die starken Männer auf Jahrmärkten und im Zirkus an. Ja, das sieht eigentlich ziemlich dämlich aus. Aber der rote Umhang des Mannes flattert so verdammt heldenhaft im Wind. Und überhaupt will man sich nicht mit ihm anlegen. Schließlich hebt er gerade ein Auto hoch und rammt es gegen einen Felsblock. Mit Karacho. Das also ist Superman, der erste Superheld der Comic-Geschichte.

Das ist Superman

So sah das Cover des ersten Superman-Comics aus dem Jahr 1938 aus. Cool, oder? (Foto: Jose Hernandez/Heritage Auctions/dpa)

Superman ist schneller als eine abgefeuerte Kugel, stärker als eine Lokomotive. Hohe Gebäude kann er mit einem einzigen Sprung überwinden. So tönt es aus dem Radio, wenn dort die neue Folge der Superman-Serie läuft. Fernsehen gibt es damals noch gar nicht. Nein, auch kein Netflix.

Später wird Superman immer mächtiger. Lernt fliegen, kann mit seinem Röntgenblick durch Wände gucken, oder mit seinem Hitzeblick ebendiese Wände zum Schmelzen bringen. Er hat Superpuste und ein Supergehör. Und unverwundbar ist er noch dazu. Batman kann nur gut grübeln und hatte im Schulsport sicher immer eine Eins. Superman kann einfach alles.

Die Erfinder

Seine Erfinder aber sind keine Supermänner. Sie sind noch nicht mal gut in Sport. Jerry Siegel und Joe Shuster wachsen in Cleveland, im amerikanischen Bundesstaat Ohio auf. Ihre Eltern sind arme Juden, die nach Amerika ausgewandert waren. In der Schule sind sie Außenseiter, schüchtern und unbeliebt. Aber gemeinsam träumen sie von fernen Welten, von Raumschiffen. Laserkanonen und Außerirdischen. Von jemandem, der nicht so schwach und unbeholfen ist wie sie. Von einem Mann, der super ist. Jerry denkt sich Geschichten aus, Joe zeichnet sie.

Supermans Geschichte

Ihr Superman fühlt sich fremd auf der Welt, genau wie sie. Sein richtiger Name ist Kal-El. Er stammt vom Planeten Krypton. Als der auseinanderzubrechen droht, schickt ihn sein Vater in einer weltraumtüchtigen Krippe zur Erde. Wie Moses im Schilf wird er von einem netten älteren Ehepaar gefunden. Sie ziehen den kleinen Kal-El als ihren Sohn auf. Damit er unter den ganz normalen Menschen nicht auffällt, nennt er sich Clark Kent. Er trägt eine dicke Brille, gibt sich unbeholfen und schüchtern.

Das ist das Tolle an Superman

Mit Superman können alle unbeholfenen und schüchternen Jungs davon träumen, heimlich stark und unverwundbar zu sein. Stärker als die blöden Jungs, die auf dem Pausenhof schubsen, stärker als die Lehrer mit ihren superschurkischen Hausaufgaben. Mädchen können das übrigens auch, drei Jahre nach seinem ersten Auftritt bekommt Superman mit Wonder Woman weibliche Konkurrenz. Kein Wunder, dass Superhelden bis heute so beliebt sind, im Comic und im Kino, auf T-Shirts und Turnschuhen.

Teure Hefte

Schon einige Leute sind mit Comics reich geworden. Aber nur durchs Aufheben? Doch, wirklich. Wer sein erstes Superman-Heft zu 10 Cent behalten, und nicht geknickt oder zerrissen hat, der kann es heute für rund drei Millionen Euro verkaufen. Weil viele ihre Heftchen weggeworfen haben, ist es so wertvoll geworden.

Länger aktuell

Und jetzt verraten wir euch noch einen Trick. Das erste „Action Comics“-Heft ist, wie gesagt, am 18. April 1938 erschienen. Aber warum steht dann oben rechts „Juni“? Weil der Kiosk-Verkäufer auch zwei Monate später noch denken soll, dass dieses Comic ganz neu ist und es deshalb länger ganz vorne in der Auslage platziert.

VON CHRISTIAN BOS

 

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