Seltsam aussehende Tiere: „Liebe Evolution, ist das Dein Ernst?“

Südlicher See-Elefant
Südlicher See-Elefant (Foto: Getty)

Es gibt Tiere, die so komisch aussehen, dass man die Natur gerne fragen würde, was sie sich dabei gedacht hat. Die Autorin Mara Grunbaum hat das für ihr Buch „Liebe Evolution. Ist das dein Ernst?!“ getan. Sie stellt Tiere vor, die außergewöhnlich aussehen. Sie unterhält sich mit der Evolution darüber, wieso sie diese Tiere so geschaffen hat. Natürlich ist die Unterhaltung mit der Evolution nur ein Witz, denn sie ist ja keine Person, mit der man reden kann.

Evolution nennt man die Entwicklung von Lebewesen über einen langen Zeitraum hinweg. Der englische Naturforscher Charles Darwin machte die Evolutionstheorie vor rund 200 Jahren bekannt. Mit einem Schiff reiste er um die Welt und erforschte Tierarten. Dabei stellte er fest, dass Tiere einer Art nie völlig gleich sind, sondern sich in bestimmten Merkmalen unterscheiden.

Auf den Galapagosinseln in Südamerika beobachtete er, dass sich verschiedene Gruppen einer Tierart, die auf verschiedenen Inseln leben, unabhängig voneinander entwickeln. Einige Vögel hatten eine Schnabelform, mit der sie gut Körner fressen konnten. Von diesen Vögeln gelangten nun einige auf eine Nachbarinsel. Dort gab es nicht so viele Körner. Einige Vögel hatten zufällig eine andere Schnabelform, die sich besonders gut dazu eignete, in Baumrinde verborgene Insekten herauszupulen.

Diese Vögel hatten einen Vorteil gegenüber denen, die nur Körner fressen konnten. Sie überlebten und vermehrten sich. Ihre Nachkommen hatten ebenfalls die veränderte Schnabelform. Irgendwann unterschieden sich die Nachkommen so sehr von den ersten Vögeln, die auf die Insel gekommen waren, dass sie zu einer neuen Tierart wurden.

Solche Veränderungen entstehen zufällig. Wenn sie einen Vorteil für die Tierart haben, können sich die Tiere mit den veränderten Merkmalen durchsetzen. Manchmal bringt die Evolution Tiere hervor, die seltsam aussehen. Wir stellen einige  aus dem Buch vor.

Giraffenhalskäfer

Giraffenhalskäfer

Giraffenhalskäfer (Foto: Knaur Verlag)

Nur die Männchen der Giraffenhalskäfer haben einen Hals, der an einen Kran erinnert. Er ist etwa halb so groß wie der ganze Käfer. Wenn zwei Männchen um ein Weibchen kämpfen, reiben sie ihre Hälse aneinander und versuchen so, ihren Konkurrenten vom Blatt zu schubsen.

Südlicher See-Elefant

Der Südliche See-Elefant ist die größte Robbenart der Welt. Die Männchen haben eine rüsselartige Nase, die sie aufblasen können. Damit imponieren sie ihren Konkurrenten im Kampf um ein Weibchen. Allerdings fangen sie sich mit diesem Rüssel oft winzige Tierchen ein, die sie krank machen. Gut, dass es Vögel gibt, die diese Parasiten mit ihrem Schnabel aus der Nase holen können!

Dreihornchamäleon

Dreihornchamäleon

Dreihornchamäleon (Foto: Knaur Verlag)

Es sieht vielleicht seltsam aus, wenn das Usambara Dreihornchamäleon mit einem Auge nach unten und mit dem anderen nach oben schaut. Aber: Es hat dadurch quasi eine Rundumsicht. Wenn das nicht nützlich ist!

Marabu

Marabu

Marabu (Foto: Knaur Verlag)

Dieser große afrikanische Storchenvogel trägt einen roten, nackten Sack am Hals mit sich herum. Für die meisten Menschen sieht der ziemlich hässlich aus. Aber vielleicht finden Marabus ihr Anhängsel sogar sehr schön? Ganz klar ist jedenfalls nicht, welche Funktion dieser Kehlsack hat.
Mara Grunbaum: „Liebe Evolution, ist das dein Ernst?!“, Knaur, 265 Seiten, 9,99 Euro

Von Jasmin Krsteski

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