Kennst du diese ESC-Gewinner?

Kennst du diese ESC-Gewinner?
Lena Meyer-Landrut holte für Deutschland den zweiten Titel in der Geschichte mit ihrem Song "Satellite". (Foto: dpa)

„Zwölf Punkte gehen an…“ Diesen Satz wirst du in den nächsten Tagen öfter hören. Denn diese Woche findet der Eurovision Song Contest (auch ESC genannt) statt – der größte Musikwettbewerb der Welt. Etwa 200 Millionen Menschen verfolgen ihn jedes Jahr im Fernsehen. In den Halbfinalen am heutigen Dienstag, am Donnerstag und dem Finale am Samstag treten insgesamt 43 Länder gegeneinander an. Die ESC-Gewinner waren manchmal ganz schön schrill. Vielleicht kennst du welche? Einige Gewinner des europäischen Liederwettbewerbs Eurovision Song Contest (ESC) (Von oben und jeweils von links nach rechts – alle von Fotos von dpa) 

 

Gewinner des europäischen Liederwettbewerbs Eurovision Song Contest (ESC), oben von links nach rechts: Lys Assia (für die Schweiz, 1956), Udo Jürgens (für Österreich, 1966), Vicky Leandros (für Luxemburg, 1972), Abba (für Schweden, 1974), Mitte l-r: Brotherhood of Man (für Großbritannien, 1976), Nicole (für Deutschland, 1982), Johnny Logan (für Irland, 1987), unten l-r: Dana International (für Israel, 1998), Ruslana (für Ukraine, 2004) und Lena Meyer-Landrut (für Deutschland, 2010). (Fotos: dpa)

Lys Assia – Refrain (für die Schweiz, 1956)

Lys Assia gewann damals mit dem Titel „Refrain“, in Erinnerung geblieben ist sie vielen Fans aber viel mehr mit ihrem ersten Hit „O mein Papa“, mit dem sie ein paar Jahre früher ins Rampenlicht getreten war. Ihr Auftritt beim ESC hatte mit den spektakulären Bühnenshows von heute nichts zu tun. Assia stand hinter einer Blumenrabatte am Mikrofon, neben ihr die Backgroundsänger, die mehrstimmig den Sound ihres Siegerliedes untermalten. Die Sängerin ist dieses Jahr im März gestorben.

Udo Jürgens – Merci Chérie (für Österreich, 1966)

Der gebürtige Klagenfurter und im gesamten deutschsprachigen Raum erfolgreiche Sänger und Pianist gewann 1966 für Österreich („Merci Chérie“). Sein Leben lang war er sehr erfolgreich. Du kennst vielleicht das Lied „Aber bitte mit Sahne“?

Vicky Leandros (für Luxemburg, 1972)

Die gebürtige Griechin – bis heute in Deutschland populär – holte für Luxemburg 1972 den Sieg („Après Toi“).

Abba – Waterloo (für Schweden, 1974)

Jeder kennt Abba – du bestimmt auch. Die schwedische Band war in den 1970er Jahren sehr erfolgreich. Auch heute werden ihre Lieder oft gespielt oder in Musicals aufgeführt. Was viele dabei vergessen: den großen Durchbruch hatte Abba beim Eurovision Song Contest! 1974 gewann die Band den Wettbewerb mit dem Lied „Waterloo“. Vor kurzem wurde bekannt, dass sie nach vielen Jahren Pause wieder gemeinsam Musik macht.

Brotherhood of Man – Save Your Kisses For Me (für Großbritannien, 1976)

Vor dreißig Jahren gewann die Gruppe den ESC tanzend und Hände winkend mit ihrem Song „Save Your Kisses For Me“. Noch heute treten sie mit ihrem Grand-Prix-Siegertitel in zahlreichen europäischen Fernsehshows auf. Das Lied hält den Rekord als größter Eurovisionshit aller Zeiten und hat dafür einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde erhalten.

Nicole – Ein bisschen Frieden (für Deutschland, 1982)

Nicole holte für Deutschland den ersten Sieg beim ESC 1982. Ihr Lied kennst du vielleicht. Es ist der bewegende Gitarrenohrwurm „Ein bißchen Frieden“. Geschrieben hat es Ralph Siegel, ein erfolgreicher Schlager-Produzent.

Johnny Logan – Hold me now (für Irland, 1987),

Der Ire siegte zweimal – 1980 („What’s Another Year“) und dann noch einmal 1987 („Hold Me Now“).

Dana International – Diva (für Israel, 1998)

Als die Sängerin Dana International im Jahr 1998 mit dem Lied „Diva“ den ESC gewann, war das eine kleine Sensation. Die Israelin ist nämlich transsexuell: Sie wurde als Mann geboren, fühlt sich aber wie eine Frau und kleidet sich auch so. Einige religiöse Menschen fanden das nicht gut. Dem Publikum gefiel das Lied aber und Dana International gewann. Viele sagen, dass der ESC erst seit diesem Auftritt so bunt geworden ist, wie wir ihn heute kennen.

Ruslana – Wild Dances (für die Ukraine, 2004)

Die Ukrainerin Ruslana und ihre Band eroberten mit dem Song „Wild Dances“ 2004 den ersten Platz. In Lendenschurz-Outfit, ganz in Leder gekleidet, kombinierte die Sängerin moderne Popmusik mit traditionellen Tanzelementen. Es knallten Peitschen und Flammen loderten auf riesigen Bildschirmen auf.

Lena – Satellite (für Deutschland, 2010)

Deutschland hat den ESC zweimal gewonnen. Die letzte Gewinnerin kennst du sicher: Im Jahr 2010 erreichte Lena Meyer-Landrut mit „Satellite“ Platz eins. Seit ihrem Sieg hat Lena weiter Musik gemacht und war zum Beispiel Jurorin bei „The Voice Kids“. Deutschland hat seitdem nicht mehr sonderlich gut beim ESC abgeschnitten. Meist landeten wir auf den letzten Plätzen. Vielleicht wird es dieses Jahr anders: wenn uns Michael Schulte mit dem Lied „You Let Me Walk Alone“ vertritt („Du lässt mich alleine gehen“).

Conchita Wurst – Rise like a Phoenix (für Österreich, 2014)

Conchita Wurst präsentiert ihr Gewinner-Lied "Rise Like A Phoenix". (Foto: dpa)

Conchita Wurst präsentiert ihr Gewinner-Lied
„Rise Like A Phoenix“. (Foto: dpa)

Im Jahr 2014 gewann mit Conchita Wurst eine schrille Musikerin den Contest: Hinter dem Künstlernamen steckt Thomas Neuwirth. Er ist Travestie-Künstler, also ein Mann verkleidet als Frau.

 

 

 

 

Jamala – 1944 (für die Ukraine, 2016)

Die ukrainische ESC-Teilnehmerin Jamala in Stockholm. (Foto: dpa)

Offiziell ist Politik beim ESC tabu. Es gibt eine Regel, die besagt, dass Lieder keine politische Botschaft haben dürfen. Trotzdem spielt sie immer wieder eine Rolle. Besonders auffällig war das im Jahr 2016, als die ukrainische Sängerin Jamala mit dem Lied „1944“ gewann. Sie stammt von der Halbinsel Krim, die früher zu dem Land Ukraine gehörte. 2014 wurde die Insel aber von Russland annektiert, es gab viele Kämpfe und die Russen sagen nun, dass die Krim zu ihrem Land gehört. In diesem Kontext konnte man Jamalas Lied als Kritik an Russland verstehen – auch wenn sie sagt, dass sie darin die Geschichte ihrer Uroma aufarbeitet. Das hat zu Unruhen zwischen beiden Ländern geführt.

 

 

 

VON ELIANA BERGER

Wie funktioniert der ESC?