Käfer als Haustiere halten – Ein neuer Trend?

Rosenkäfer sind leicht zu Hause zu halten. (Fotos: Martin Höhle)
Rosenkäfer sind leicht zu Hause zu halten. (Fotos: Martin Höhle)

Hundefutter, Katzenfutter, Käferfutter. In Japan ist diese Reihenfolge im Supermarktregal ganz normal. Viele Familien in dem asiatischen Land halten nämlich Käfer als Haustiere.

Nicht zum Kuscheln, aber zum Beobachten: Käfer können inetressante Haustiere sein. Ihre lateinischen Namen allerdings klingen kompliziert. Dieser Käfer nennt sich „Mecynorrhina oberthueri kirchneri forma decorata".

Nicht zum Kuscheln, aber zum Beobachten: Käfer können inetressante Haustiere sein. Ihre lateinischen Namen allerdings klingen kompliziert. Dieser Käfer nennt sich „Mecynorrhina oberthueri kirchneri forma decorata“.

Vor allem Kinder sind ganz verrückt nach ihnen. Weil dort sehr viele Menschen leben und die meisten Wohnungen nicht so groß sind, haben viele Familien keinen Platz, um große Tiere wie Hunde zu halten. Rosen- und Hirschkäfer brauchen dagegen nur sehr wenig Raum – auch wenn sie für Käfer ganz schön groß sind. Bis zu zwölf Zentimeter lang wird zum Beispiel ein Hirschkäfer. Außerdem sind die Tiere pflegeleicht, günstig in der Haltung und brauchen nicht viel Zuwendung. Sie leben auch nicht so lange wie ein Hund: Ausgewachsene Käfer leben nur noch ein paar Monate bis höchstens zwei Jahre.

Artgerechte Haltung

Auch in Deutschland werden sie als Haustiere immer beliebter. „Rundum-sorglos-Tiere“ nennt sie Käferexperte Martin Höhle. Er züchtet und verkauft Käfer und besitzt selbst etwa 15 000. „Kinder können anhand der Entwicklung vom Ei über die Larve bis zum erwachsenen Käfer einen Naturkreislauf nachvollziehen, was sehr spannend ist“, sagt Martin Höhle. Die Käfer können auch fliegen. „Weil besonders große Käferarten im Flug recht laut sind und so schnell von Feinden entdeckt werden könnten, tun sie es nur sehr selten.“ Männliche Hirschkäfer bleiben die meiste Zeit ihres Lebens sogar an einer Stelle sitzen, wenn sie einmal eine Nahrungsquelle gefunden haben. Die Weibchen leben meist unter der Erde. Deshalb ist es auch nicht schwierig, diese Tiere artgerecht zu halten – also so, wie sie auch in der Natur leben würden.

Wir stellen vor: „Phalacrognathus muelleri".

Wir stellen vor: „Phalacrognathus muelleri“.

Wenn du selbst Käfer halten möchtest, solltest du sichergehen, dass deine Eltern einverstanden und bereit sind, dir zu helfen. Du musst auch wissen, dass Käfer keine Schmusetiere sind. Du darfst sie zwar auch mal auf die Hand nehmen. In erster Linie eignen sie sich aber für Menschen, die Tiere gerne beobachten.

Der richtige Käfer

„Rosenkäfer sind ideale Einsteigerkäfer und auch für jüngere Kinder geeignet“, sagt Martin Höhle. „Sie sind einfach zu züchten, es gibt sie in vielen schillernd bunten Arten, und sie haben einen kurzen Generationszyklus.“ Das bedeutet, dass die Entwicklung von Ei über Larve zum fertigen Käfer nicht so lange dauert, meist etwa sechs Monate. Für Kinder ab zehn Jahren eignen sich auch Hirschkäfer. Die tragen ihren Namen, weil die Mundwerkzeuge der Männchen aussehen wie das Geweih eines Hirsches.  Damit können sie auch in Finger kneifen.

Das brauchst du

„Mecynorrhina torquata ugandensis" - so der lateinische Name von diesem Krabbeltier.

„Mecynorrhina torquata ugandensis“ – so der lateinische Name von diesem Krabbeltier.

Einen Käfer beziehungsweise eine Larve gibt es schon ab fünf Euro zu kaufen. Dazu brauchst du eine belüftete Box oder ein Terrarium. Dort hinein kommen Waldboden, Laub und Kletteräste. Der Waldboden kann mit einem Mittel gegen Käferlarven gespritzt worden sein, das auch deinen Käfern schaden könnte. Du musst also erst mit dem Förster sprechen. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, kannst du dir Einstreu für Käfer kaufen. Käfer fressen süßes, ungespritztes Obst. Es gibt aber auch – wie in Japan – fertiges Käferfutter zu kaufen. Ein Starterset mit Box, Einstreu und Futter bekommst du für rund 20 Euro.

Von Jasmin Krsteski

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