Harte Regeln im Januar

Harte Regeln im Januar
Foto: Getty Images

Stell dir vor, du sitzt mit deinen Eltern, deinen Geschwistern, deiner Oma und einem Freund an einem Tisch. In wie vielen verschiedenen Haushalten wohnt ihr? Und wäre so ein Treffen während der aktuellen Corona-Lage überhaupt erlaubt? In den vergangenen Tagen haben die Politikerinnen und Politiker in Deutschland noch einmal viel diskutiert. Denn trotz der Maßnahmen im November, Dezember und über die Feiertage sind die Zahlen der Neuinfektionen immer noch sehr hoch. Jeden Tag sterben sogar viele Menschen am Coronavirus. Und deshalb heißt es weiterhin: Zähne zusammenbeißen. Wir erklären dir, welche neuen Regeln beschlossen wurden und worauf du achten musst.

Was ist alt?

Die wichtigste Maßnahme lautet natürlich nach wie vor: Jeder sollte, so viel es geht, zu Hause bleiben. Und deshalb bleiben etwa auch weiterhin Frisöre, Restaurants, Kinos oder Theater geschlossen. Außerdem Geschäfte, die nicht dringend zum Einkaufen von etwa Lebensmitteln benötigt werden . Auch die AHA-Regel ist weiter wichtig. Heißt: Abstand einhalten, Hygiene (also regelmäßiges Händewaschen) und die Alltagsmaske tragen. Und bei Treffen in geschlossenen Räumen: Lüften!

Was ist neu?

Aber weil das alles leider nicht reicht und sich immer noch viele Menschen mit dem Coronavirus anstecken, haben sich die Ministerpräsidenten aller Bundesländer gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel darauf geeinigt: Es wird alles noch ein bisschen strenger. Das betrifft vor allem die Kontaktbeschränkungen. Ein Haushalt darf sich nun nur noch mit einer Person aus einem anderen Haushalt treffen. Heißt: Wenn du mit deinen Eltern in einem Haus lebst, dürfte nicht die ganze Familie deines Freundes zu Besuch kommen. Sondern nur dein Freund alleine. Aber natürlich galt auch schon vor dem neuen Gespräch der Politiker: Je weniger Kontakte, desto besser! Vielleicht hast du dir ja schon zu Beginn des Lockdowns einen Freund oder eine Freundin ausgesucht, den oder die du regelmäßig triffst? Denn, klar: Ist die „eine“ Person jeden Tag jemand anderes, könnte das Virus trotz der strengen Regeln trotzdem schnell weitergegeben werden.

Und wenn das nicht reicht?

…dann haben die Politikerinnen und Politiker noch eine Idee: Wenn der sogenannte Inzidenzwert in einer Stadt über 200 liegt – es also mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche gibt – dann sollen sich die Bewohner dieser Stadt nur noch in einem Umkreis von 15 Kilometern rund um ihren Wohnort bewegen dürfen. Außer natürlich, sie müssen zum Arzt oder zur Arbeit oder haben einen anderen wichtigen Grund, diesen Kreis zu verlassen. Puh! Aber erstmal keine Sorge: In Köln etwa lag dieser Wert am Mittwoch bei 86. Wenn die Zahlen nicht weiter steigen, betrifft diese Regel die Stadt also vorerst nicht.

Was ist mit den Schulen?

Jetzt fragst du dich natürlich noch: Werde ich nächste Woche wieder zur Schule gehen, wenn die Weihnachtsferien offiziell zu Ende sind? Auch darüber haben die Politiker am Mittwoch ausführlich beraten. Das Ergebnis: Bis zum 31. Januar sollen Schulen und Kitas grundsätzlich weiter geschlossen bleiben. Sollte deine Schule aus einem besonderen Grund offen bleiben, entfällt dennoch in jedem Fall die Präsenzpflicht – du musst also nicht anwesend sein. Gelernt wird also, ähnlich wie im ersten Lockdown im Frühjahr, wieder digital und auf Distanz! Sollten die Corona-Zahlen sinken, sollen du und die anderen Schüler in verschiedenen Schritten wieder in die Schule zurückkehren dürfen – zuerst etwa die unteren Stufen sowie die Abschlussklassen.

Wie geht es weiter?

Natürlich sind das alles erstmal keine schönen Nachrichten. Seit vielen Wochen und Monaten trägst du die Maske und kannst dich nicht mehr richtig mit Freunden und Großeltern treffen. Aber: Nur nicht den Mut verlieren! Denn das Ziel, für das sich alle Menschen so einschränken, ist schließlich so wichtig – dass alle gesund bleiben! Am 25. Januar wollen sich die Politiker dann nochmal treffen. Und entscheiden, wie es nach dem Januar weiter geht. Wenn du dich bis dahin allein fühlst oder Sorgen wegen der ganzen neuen Regeln hast, rede am besten mit jemandem darüber, dem du vertraust oder der dich gut versteht. Anonym und kostenlos geht das auch unter dieser Rufnummer: 116 111.

Von Elisa Sobkowiak

Foto: IVDC/China CDC via GISAID/dpa

Wissenswert – Corona

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