Schlaumeierwissen über Leuchttürme

Schlaumeierwissen über Leuchttürme
Es gibt noch immer Leuchttürme, die für die Seefahrt genutzt werden. Der Leuchtturm auf Amrum gehört dazu. (Foto: dpa)

Sie gehören zum Meer wie die Möwen: Leuchttürme. Leuchttürme bieten nicht nur einen Super-Blick aufs Meer. Sondern sie haben auch eine spannende Vergangenheit.

Das Schiff schwankt in den Wellen. Der Wind peitscht gegen die Segel. Es ist dunkel und nebelig. Einige Leute an Bord sind schon seekrank. Die anderen versuchen mit dem Schiff irgendwie aus dem Sturm und ans nächste Ufer zu kommen. Nur wo ist die Küste? Sie sehen nichts. Es ist stockfinster auf dem Meer. Doch dann erkennen sie in der Ferne ein Licht. Ein Leuchtturm!

Heute besuchen Urlauber den Leuchtturm in der Ortschaft Pilsum. Früher war er allerdings ein wichtiges Seezeichen. (Foto: dpa)

Heute besuchen Urlauber den Leuchtturm in der Ortschaft Pilsum. Früher war er allerdings ein wichtiges Seezeichen. (Foto: dpa)

Ungefähr so muss es früher auf See zugegangen sein. Zu der Zeit als der Leuchtturm von Pilsum noch in Betrieb war. Er ist ein rot-gelb gestreifter Turm auf einem Deich an der Nordsee. Von außen erinnert er an eine bunte Blechdose.

Treppe bis unters Dach

Innen führt eine Treppe bis unter das Dach. Heute ist es einfach ein gemütlicher, runder Raum mit einer tollen Aussicht auf das Meer. Früher ging es aber um viel mehr als das.

„Ohne das Licht der Leuchttürme wären viele Seefahrer verloren gewesen“, sagt Experte Hinrich Gerresheim. „Die Türme halfen den Seeleuten, den richtigen Weg zu finden“, erklärt er. Sie standen an den Küsten und waren schon von Weitem zu sehen. Tagsüber, aber vor allem nachts. Dafür sorgte im Pilsumer Turm eine besondere Technik.

Ein Strahl über das Meer

Die Treppe im Leuchtturm in Pilsum führt in einen Raum, von dem man eine tolle Aussicht auf das Meer hat. (Foto: dpa)

Die Treppe im Leuchtturm in Pilsum führt in einen Raum, von dem man eine tolle Aussicht auf das Meer hat. (Foto: dpa)

Dort war ganz oben an der Wand eine Lampe befestigt. Davor stand eine Linse. Das ist ein Glas, wie man es etwa aus einer Lupe kennt. „Diese Linse sorgte dafür, dass das Licht von der Lampe nicht in alle Richtungen strahlte. Sondern die Linse bündelte die Lichtstrahlen“, sagt Herr Gerresheim. So wurde das Licht verstärkt. Es wirkte sehr viel heller. Es leuchtete dazu noch in einem geraden Strahl weit übers Meer. Wie eine gigantische Taschenlampe.

Heute drängen sich in dem Lampenraum in Pilsum Urlauber. Er wird auch Laterne genannt. Früher war meist ein Mann jede Nacht allein hier oben. Er durfte auf keinen Fall einschlafen. „Der Leuchtfeuer-Wärter musste aufpassen, dass das Licht wirklich die ganze Zeit brannte“, sagt der Experte. Sonst wären Schiffe womöglich falsch gefahren. Sie wären auf einer Sandbank gelandet und hätten Schiffbruch erlitten.

Kein elektrisches Licht

Früher gab es im Leuchtturm noch kein elektrisches Licht. Sondern eine Lampe, die mit Petroleum gefüllt wurde. Ein Docht wurde wie bei einer Kerze angezündet. Das Petroleum verbrannte, und so wurde es hell. War das Petroleum leer, ging das Licht aus. Der Wärter musste also immer aufpassen und rechtzeitig Petroleum nachfüllen.

Bei jedem Wetter musste der Mann außerdem oft hinaus auf eine Art Balkon. Dieser war oben rund um die Laterne gebaut. Dort draußen putzte der Leuchtturmwärter dann Fenster. „Das Licht musste durch ein klares Glas strahlen können. Die Scheiben durften nicht schmutzig oder beschlagen sein“, so der Experte.

Von der harten Arbeit ist in dem Leuchtturm heute nicht mehr viel zu spüren. Aber vielleicht noch etwas von dem Schutz, der von ihm ausging.

Feuer statt Türme

Das ist der Leuchtturm Roter Sand. Er steht vor der Stadt Bremerhaven im Wasser. In diesem Leuchtturm kann man heute übernachten. (Foto: dpa)

Das ist der Leuchtturm Roter Sand. Er steht vor der Stadt Bremerhaven im Wasser. In diesem Leuchtturm kann man heute übernachten. (Foto: dpa)

Wann der erste Leuchtturm gebaut wurde, weiß übrigens niemand so genau.  Aber Fachleute vermuten: Leuchtfeuer gibt es schon so lange, wie die Menschen zur See fahren. Anfangs waren es keine Türme, sondern meist Feuer.

Zu den ältesten Leuchttürmen der Welt, die heute noch in Betrieb sind, gehört der Herkules-Turm in Spanien. Er wurde vor rund 2000 Jahren gebaut.

Ein berühmter Leuchtturm auf Pharos

Berühmt ist auch der Leuchtturm auf der Insel Pharos. Das war eine Insel im Mittelmeer vor dem Land Ägypten. Dort stand der Leuchtturm schon vor mehr als 2000 Jahren.

Er soll einer der höchsten Leuchttürme gewesen sein, die je gebaut wurden. Einige Fachleute schätzen: Er war wohl so hoch wie ein Wolkenkratzer-Hochhaus, mehr als 120 Meter. Vermutlich wurde er bei einem Erdbeben zerstört.

Weil Leuchttürme so wichtig und so beliebt sind, gibt es in den USA jedes Jahr einen Tag des Leuchtturms. Er wird am 7. August gefeiert.

Von dpa

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