Gibt es einen „Männerschnupfen“?
Sind Männer bei Erkältungen wirklich empfindsamer als Frauen?
Hast du schon einmal vom „Männerschnupfen“ gehört? Viele machen Witze darüber und sagen, dass Männer bei einer Erkältung mehr jammern als Frauen. Doch stimmt das wirklich? Tatsächlich können sich Krankheiten bei Männern und Frauen unterschiedlich zeigen – ganz ohne Übertreibung.
Verschiedene Reaktionen
Forscherinnen und Forscher haben entdeckt, dass der Körper von Frauen und Männern nicht immer gleich auf Krankheiten reagiert. Das merkt man zum Beispiel am Herzen: Männer spüren bei einem Problem oft starke Schmerzen in der Brust oder der linken Schulter. Frauen dagegen fühlen manchmal eher Bauchschmerzen oder ihnen wird übel.
Auch Medikamente wirken nicht immer gleich. Man hat herausgefunden, dass manche Medikamente bei Frauen stärker wirken oder schneller Nebenwirkungen zeigen. Früher dachte man, das liege nur am unterschiedlichen Körpergewicht. Heute weiß man: Es hat auch damit zu tun, wie verschieden die Körper von Männern und Frauen funktionieren.
Neue Wege in der Medizin
Warum weiß man das erst jetzt? Weil in der Medizin lange Zeit fast nur an Männern geforscht wurde. Erst seit einigen Jahren untersucht man bewusst die Unterschiede – das nennt man Gendermedizin. Gender (gesprochen: Tschender) ist Englisch und bedeutet Geschlecht. In der Gendermedizin geht es darum zu schauen, wie sich Körper und Gesundheit bei Männern und Frauen unterscheiden.
Schaut man mit diesem Wissen wieder auf den „Männerschnupfen“, kann man sagen: Ja, manche Krankheiten fühlen sich bei Männern und Frauen unterschiedlich stark an. Aber ob Männer wirklich mehr jammern? Dafür gibt es keine wissenschaftlichen Beweise. Am Ende brauchen alle – egal, ob Junge oder Mädchen – bei einer Erkältung einfach ein bisschen Ruhe, Wärme und am besten jemanden, der sich um sie kümmert.
Von Aline Klumpp




