Früher Frühling

Früher Frühling
Schnee gibt es momentan fast nur in den Bergen. Foto: Daniel Karmann/dpa

Bis zu 13 Grad soll es heute werden. Das ist so warm, dass man draußen am liebsten im Pulli rumlaufen würde. Dazu zwitschern die Vögel und an manchen Bäumen kann man sogar schon Knospen sehen. Was soll das? Frühling im Januar? Aber: Wie legt man überhaupt fest, wann eine Jahreszeit beginnt?

Am 20. März beginnt der Frühling, sagen manche Experten. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa

Wann beginnt der Frühling?

Himmels-Experten würden sagen: am 20. März. Für Wetter-Experten beginnt der Frühling dagegen früher: am 1. März. Und dieses Durcheinander ist längst nicht alles. Jahreszeiten können auch „phänologisch“ beginnen. Das heißt: Eine Jahreszeit fängt an, wenn eine bestimmte Pflanze blüht. Zum Beispiel das Schneeglöckchen oder die Hasel. Deren Blüten verraten, dass der Frühling bevorsteht.

Apfelbaumblüten. Foto: dpa

Was ist eine Zeigerpflanze?

Für jede Jahreszeit gibt es diese sogenannten Zeigerpflanzen. Sie zeigen den Beginn einer neuen Jahreszeit an. Dazu gehören zum Beispiel die Apfelbäume. Wenn diese blühen, heißt das: Der Frühling ist jetzt richtig da. Der Sommer wird von der Blüte des Holunders angekündigt. Der Herbst beginnt dagegen, wenn die Früchte des Holunders reif sind. Und der Winter startet für viele Fachleute, wenn die Stiel-Eiche ihre Blätter verliert.

Wann beginnt der Pflanzen-Frühling?

Fachleute haben festgestellt, dass diese Pflanzen in den vergangenen Jahren oft früher geblüht haben als noch vor langer Zeit. Das bedeutet: Der Pflanzen-Frühling fängt bei uns früher an. Das Gleiche gilt auch für den Sommer und den Herbst. Gleichzeitig wird der Winter kürzer. Die Jahreszeiten haben sich also verschoben. „Der Frühling startet mittlerweile 14 Tage früher als noch vor einigen Jahren. Manchmal ist er sogar drei Wochen eher dran“, erklärt der Fachmann Falk Böttcher. Er arbeitet beim Deutschen Wetterdienst. Die Veränderungen werden von den Fachleuten genau beobachtet.

Der Deutsche Wetterdienst macht das zum Beispiel mithilfe von mehr als 1000 Freiwilligen. Sie leben in ganz Deutschland verteilt, beobachten die Natur und sammeln wichtige Daten. Sie melden den Experten, wenn in ihrer Gegend bestimmte Pflanzen zu blühen beginnen oder bestimmte Bäume ihre Blätter verlieren.

Warum blühen die Pflanzen früher?

Der Experte ist sich sicher: „Es hat etwas mit der Erwärmung der Erde zu tun.“ Die Erderwärmung entsteht durch Treibhausgase, die von Menschen zum Beispiel beim Autofahren oder beim Herstellen von Strom in die Luft gepustet werden. Dadurch wärmt sich die Erde auf.

Ist das ein Problem?

Jetzt könnte man denken: So ein bisschen früherer Frühling ist doch ganz nett. Aber wenn die Pflanzen so früh blühen, kann das zum Problem werden. Denn im April und Mai wird es oft noch mal richtig kalt – so kalt, dass es friert. Dabei können die Blüten erfrieren. Das kann dazu führen, dass die Pflanzen hinterher als Nahrung für Tiere fehlen. Auch für uns Menschen ist die Verschiebung nicht gut. Denn ohne Blüten wachsen zum Beispiel an Obstbäumen später keine Früchte. Dann fällt die Ernte aus. Deswegen ist es wichtig, dass Fachleute den Wandel genau untersuchen – und weiter viele Daten dazu sammeln.

Von Stefanie Paul (dpa, aso)