Fairer Handel: Ein ganz besonderes Smartphone

Nicht fallen lassen! Dann hält ein Smartphone länger und man muss nicht so schnell ein neues kaufen. (Foto: dpa)
Nicht fallen lassen! Dann hält ein Smartphone länger und man muss nicht so schnell ein neues kaufen. (Foto: dpa)

Warst du schon einmal in China? Nein? Dein Smartphone – oder das deiner Mutter – hat das wahrscheinlich schon geschafft. In einem Smartphone steckt nämlich eine Menge komplizierter Technik. Um so ein Gerät herzustellen, sind viele Profis nötig.

“Die Bauteile von Smartphones kommen von Herstellern aus allen möglichen Ländern”, sagt Steffen Holzmann. Er kennt sich gut mit der Herstellung von Smartphones aus. Ein Hersteller legt etwa fest, wie das Smartphone aussehen soll.

Mehrere Lieferanten kümmern sich darum, die Rohstoffe für die Geräte zu besorgen. Diese Materialien tragen Leute in vielen Ländern der Welt zusammen. In Smartphones stecken etwa Plastik, Glas und Kupfer. Oft aber auch besondere Stoffe wie Zinn oder Gold.

KINA - Ein Smartphone, das anders ist

Die meißten Smartphones und Tablets werden in China hergestellt. (Foto: dpa)

Ein zweiter Bereich ist dafür zuständig, die Bauteile zu herzustellen. Dazu gehören etwa die Technik im Gerät, die Displays, die Mikrofone, Lautsprecher und auch die Akkus. Diese werden dann im dritten Schritt zu einem Smartphone zusammengebaut.  Und zwar meistens von Firmen, die dafür möglichst wenig Geld verlangen”, sagt der Fachmann. Die meisten Tablet-Computer und Smartphones werden im Land China gebaut, erklärt er. Dort seien viele Arbeiter darauf spezialisiert, sehr schnell Geräte für wenig Geld herzustellen.

Doch Arbeiter werden dort oft ungerecht behandelt. Sie arbeiten zum Beispiel zu viele Stunden am Stück und bekommen zu wenig Lohn. Viele schlafen in großen Schlafräumen in der Nähe der Fabriken und sehen ihre Familien nur selten.

Jeder soll ausreichend Geld bekommen

Das finden eine Menge Leute nicht gut. Einige Firmen wollen darum Smartphones herstellen und gleichzeitig auf die Rechte der Arbeiter achten. Ihr Ziel: fair gehandelte Geräte. “Fair bedeutet in dem Fall: Jeder, der bei der Herstellung mitmacht, soll genügend Geld bekommen. Außerdem darf er seine Gesundheit dabei nicht gefährden”, sagt Steffen Holzmann.

Doch: “Ein faires Smartphone herzustellen ist schwierig”, sagt Daria Koreniushkina. “Es sind einfach zu viele Personen daran beteiligt. Jedem Einzelnen müsste man auf die Finger gucken, ob er auch unter fairen Bedingungen arbeitet.”

Daria arbeitet bei Fairphone. Bei der Firma aus unserem Nachbarland Niederlande geht es vor allem darum, ein Smartphone unter möglichst fairen Bedingungen herzustellen. Auch in Deutschland gibt es so eine Firma. Sie heißt Shift.

Ein faires Smartphone soll lange halten

Die Entwickler dieser Smartphones wollen sich also besser um die Menschen kümmern, die die Geräte zusammenbauen und die Rohstoffe dafür beschaffen. Doch so ein Smartphone soll auch möglichst lange halten. Beim Fairphone gibt es etwa Ersatzteile und Anleitungen, damit man das Telefon selbst reparieren kann. So hoffen die Leute der Firma, dass man es nicht nach zwei Jahren wegwerfen und ein neues kaufen muss.

“Trotzdem sind wir noch weit davon entfernt, richtig fair zu sein”, gibt Daria zu. Fachleute sagen etwa, die Firma müsste noch mehr für den Umweltschutz tun. Oder auch, dass die Bedingungen der Arbeiter gar nicht so viel besser sind als bei anderen Firmen. Auch Daria sagt: “Es gibt noch unendlich viele Dinge, die wir tun könnten.”

Von dpa

In Smartphones stecken oft viele verschiedene Stoffe. Sie sollten

In Smartphones stecken oft viele verschiedene Stoffe. Einige davon sind auch wertvoll. Deshalb sollte man Handys nicht einfach in den Hausmüll schmeißen. (Foto: dpa)

Vier faire Tipps

Kleider, Schuhe, Smartphones – um diese Dinge herzustellen, müssen meist Arbeiter in fernen Ländern schuften. Dabei geht es nicht immer gerecht zu. Wenn du das nicht in Ordnung findest, kannst du etwas dagegen tun. Hier sind vier Tipps:

1. Sprich darüber! “Nicht jeder weiß, wie die Sachen entstehen, weder die Käufer noch die Händler”, sagt der Fachmann. Rede in deiner Familie darüber oder mit deinen Freunden, frag deine Lehrer. Wenn viele Menschen Bescheid wissen und das nicht gut finden, ändern sich vielleicht Dinge.

2. Mach dich schlau! Wenn du dich für faire Produkte interessierst: Erkundige dich im Geschäft nach ihnen. “Nachfragen ist das beste Mittel für uns”, sagt der Fachmann. “Denn wenn viele Leute etwa fragen, ob die Produkte fair gehandelt sind, dann denken auch die Händler darüber nach. Es ist wichtig zu zeigen, was uns wichtig ist und was wir nicht möchten.”

3. Achte auf deine Sachen! Wer weniger Löcher in seine Klamotten macht, braucht so schnell keine neuen. Und wer sein Telefon nicht auf den Boden fallen lässt, hat länger etwas davon. “Es steckt viel Arbeit in den Sachen, die wir tagtäglich benutzen. Also sollten wir sorgfältig mit ihnen umgehen”, sagt Fachmann Steffen Holzmann. Das spart Rohstoffe, Energie, Geld – und schont so die Umwelt.

4. In Handys und Smartphones stecken viele wertvolle Stoffe, wie zum Beispiel Kupfer. Darum sollte man seine alten Telefone auch nicht einfach in den Hausmüll werfen. Man kann sie zum Beispiel bei speziellen Sammlungen abgeben. Auf dieser Seite findest du Infos darüber, wie du dein altes Handy kostenlos einsenden kannst: www.handysfuerdieumwelt.de. Aus den alten Geräten holen Fachleute dann die wertvollen Stoffe wieder heraus – und die werden in neuen Geräten eingebaut.

Von dpa