Abgetaucht: Das Great Barrier Reef in Australien

Den Bewohnern des Riffs kann man lange zuschauen. (Foto: dpa)
Den Bewohnern des Riffs kann man lange zuschauen. (Foto: dpa)

Bunte Fische, riesige Schildkröten und sogar Haie – das alles kann man im Great Barrier Reef sehen. Ein Besuch in der wunderschönen Unterwasserwelt Australiens.

Endlich geht es ins Wasser! Das Schiff hat auf der Fahrt ganz schön geschaukelt. Einigen Leuten ist dabei ein bisschen übel geworden. Doch jetzt freuen sich alle aufs Schnorcheln.

Das Riff dient vielen Fischen als Kinderstube. (Foto: dpa)

Das Riff dient vielen Fischen als Kinderstube. (Foto: dpa)

Das Schiff liegt vor der Nordostküste Australiens. Von hier aus erstreckt sich ein riesiges Korallen-Riff: das Great Barrier Reef (gesprochen: grait bärria rief).

Korallen sind besondere Tiere

Korallen sind besondere Tiere, die im warmen Wasser der Tropen leben. Sie sind so etwas wie die Baumeister der Meere. Weil ihre Skelette aus Kalk sind, können sie mit der Zeit Riffe bauen.

In den Nischen und Mulden von Riffen leben unzählige Krebse, Seesterne und Muscheln. Viele Fische suchen dort Nahrung oder nutzen die Korallen als Brutstätte. Denn dort können sie ihren Nachwuchs prima vor Raubfischen verstecken. Diese einzigartige Unterwasser-Welt wollen wir uns aus der Nähe anschauen.

Tauchen in einem Gummi-Anzug

 Hier siehst du, wie ein Taucher Gift in einen Dornenkronen-Seestern spritzt. (Foto: dpa)

Hier siehst du, wie ein Taucher Gift in einen Dornenkronen-Seestern spritzt. (Foto: dpa)

Ein Fachmann zeigt uns, wie wir die Flossen anziehen, die Taucherbrille richtig aufsetzen und den Schnorchel zum Atmen anlegen. Außerdem müssen wir einen speziellen Gummi-Anzug tragen. Der soll verhindern, dass uns im Wasser zu schnell kalt wird.

Dann geht es über eine kleine Leiter am Boot hinein ins Meer. Der Fachmann schwimmt voraus und wir folgen ihm. Wir tauchen den Kopf ins Wasser ein, um nach unten zu schauen. Schon nach wenigen Metern sehen wir die ersten Korallen. Spitz wie kleine Berge ragen sie nach oben. See-Anemonen zwischen den Korallen wiegen sich sanft im Rhythmus der Wellen. See-Anemonen sind Tiere. Sie sehen aber oft wie bunte Pflanzen aus.

„Ich zeige euch etwas“, sagt unser Schnorchel-Führer und taucht ein Stück hinab. Er wedelt seine Hand unter Wasser hin und her, sodass die See-Anemone sich schneller bewegt. Plötzlich lugt ein kleiner roter Fisch mit weißen Streifen hervor. Es ist ein Clownfisch. Diese Tiere leben zwischen den Fangarmen von See-Anemonen.

Fische lassen sich nicht stören

Auch Haie finden jede Menge Nahrung im Riff. (Foto: dpa)

Auch Haie finden jede Menge Nahrung im Riff. (Foto: dpa)

Wir paddeln mit unseren Flossen weiter über das Riff. Ist man ganz still, hört man ein leises Zupfen und Klopfen. Wir schauen zur Seite und sehen einen riesigen Schwarm Fische – rot, gelb, blau oder sogar bunt wie ein Regenbogen. Ihre Farben glänzen im Licht der Sonne, das von oben ins Wasser scheint. Mit ihren kleinen Mäulchen knabbern sie an Unterwasser-Pflanzen.

Die Fische lassen sich durch die Besucher vom Schiff kaum stören. Manchmal schwimmen ein paar der Fische sogar nah vorbei und glotzen uns aus ihren Kulleraugen an.

Von der Seite taucht ein Schatten auf. Die kleinen Tierchen flitzen weg. Ein gewaltiger grün-blauer Fisch schwimmt gemächlich heran. Es ist ein Napoleon-Fisch, einer der größten Bewohner des Riffs. Dieses Exemplar ist richtig zutraulich und lässt sich mit den Besuchern fotografieren.

Meereschildkröten müssen zwischendurch Luft holen

Unser Schnorchel-Fachmann zeigt nach rechts. Zwischen zwei Korallen-Blöcken schaut der dicke Panzer einer großen Schildkröte hervor. Sie bewegt sich langsam nach oben bis zur Wasseroberfläche. Sie steckt ihr Köpfchen heraus und öffnet das Maul. Meeresschildkröten müssen nämlich manchmal auftauchen, um Sauerstoff einzuatmen.

Plötzlich ertönt ein Signal vom Schiff. Das bedeutet, dass unsere Schnorchel-Tour zu Ende ist. Schade, wir hätten der Schildkröte und den anderen Bewohnern des Riffs noch lange zuschauen können.

Von dpa

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Korallen in Gefahr

Jedes Jahr kommen Millionen Menschen aus der ganzen Welt zum Great Barrier Reef. Doch das Unterwasser-Paradies vor der Ostküste von Australien ist gefährdet. Forscher sagen: Das Korallen-Riff ist in den letzten 30 Jahren mächtig geschrumpft – um mehr als die Hälfte.

Das habe verschiedene Gründe. Schlecht sei zum Beispiel, dass die Temperatur der Meere steige. Dadurch erbleichen viele Korallen und sterben ab, sagen Experten.

Zerstört wird die schöne Unterwasser-Welt auch durch gewaltige Stürme, die über das Meer fegen.

Außerdem seien gefräßige Seesterne für das Sterben des Riffs verantwortlich. Die Seesterne mit dem Namen Dornenkronen breiten sich rasend schnell aus und futtern die schönen Korallen auf.

Umweltschützer tun deshalb viel, um das Riff zu schützen. Sie rücken zum Beispiel den Seesternen mit einem Gift zu Leibe.

Von dpa