Die Haut als Schutzschild

Die Haut als Schutzschild
Die Zeichnung zeigt deine Haut von nahem: Jeder große, helle Fleck ist eine Zelle, die schwarzen Punkte sind Zellkerne. (Foto: Thinkstock

In unserer neuen Serie „Unter der Lupe“ geht es um die winzig kleinen Wesen, die überall um uns herum und in uns drin leben – und die wir mit bloßem Auge gar nicht sehen können. Heute erklären wir dir, wer und was alles auf deiner Haut lebt – und vor allem, wie wichtig diese Wesen sind. Denn sie sorgen dafür, dass du nicht ständig krank wirst.

Wenn ihr mit einem Kugelschreiber einen Punkt auf eure Hand macht, dann habt ihr damit etwa 1000 Zellen eurer Haut angemalt. Die Haut eines erwachsenen Menschen ist nämlich rund 1,5 Quadratmeter groß und besteht aus 10 hoch 13 Zellen (10 000 000 000 000), die alle nebeneinander liegen. Alle Lebewesen bestehen aus Zellen, sie sind die Bausteine des Lebens. Manche Bakterien bestehen aus nur einer Zelle, andere Lebewesen wie der Mensch aus unvorstellbar vielen Zellen.

Wenn du dir deine Haut unter dem Mikroskop anschauen würdest, dann könntest du die einzelnen Zellen sehen. Und noch mehr: Auf und zwischen diesen Zellen leben nämlich jede Menge Bakterien – rund 10 hoch 12 insgesamt (1 000 000 000 000). 180 verschiedene Bakterienarten kommen auf unserer Haut vor. Ein Bakterium ist durchschnittlich etwa einen Mikrometer klein. Erst 1000 von ihnen aneinandergereiht ergäben einen Millimeter und damit eine Größe, die du dir auf dem Lineal ansehen kannst.

Die guten Bakterien schützen dich

Diese Bakterien bilden einen richtigen Teppich auf deiner Haut. „Das ist aber gar nicht eklig, sondern nützlich“, erklärt Jörg Gielen, Arzt und Mikrobiologe von der Uniklinik Köln. Er beschäftigt sich mit Bakterien und Viren, die den Menschen krank machen können. „Wenn die guten Bakterien da sind, können keine Krankheitserreger in unsere Haut eindringen“, erklärt er. Auf unserer Haut lebt hauptsächlich „Staphylococcus epidermidis“, ein kugelförmiges Bakterium.

Wichtig für uns sind auch die Milchsäurebakterien. Sie sorgen dafür, dass unsere Haut leicht sauer ist und sich krank machende Bakterien dort nicht wohlfühlen. Zwar gibt es auf unserer Haut einzelne krank machende Bakterien wie „Staphylococcus aureus“, die Entzündungen hervorrufen können. Normalerweise haben sie aber keine Chance, in die Haut einzudringen. Damit das so bleibt, sollten wir die guten Bakterien am Leben lassen, rät Jörg Gielen: „Auf keinen Fall sollte man die Haut ständig mit Desinfektionsmitteln schrubben.“

Ein toller Lebensraum

Wenn wir uns verletzen, ist die natürliche Schutzbarriere unseres Körpers aber unterbrochen. Dann können schädliche Erreger in unsere Haut eindringen und müssen dort von Fresszellen bekämpft werden, damit sie keine eiternden Entzündungen hervorrufen.

Im Grunde genommen ist unser Körper ein großer Lebensraum für Bakterien, Pilze und Milben, auf dem sogar Schlachten ausgetragen werden, wenn die guten Bakterien die schlechten abwehren – ganz unbemerkt von uns. Die Vorstellung, dass Milben, also winzig kleine Spinnentierchen, auf uns leben, findet ihr vielleicht eklig. Es ist aber ganz normal und nicht schädlich. Sie wohnen zum Beispiel an den Wurzeln der Haare und an den Wimpern.

Von Jasmin Krsteski

Zu Teil 2 der Serie: Viren

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Zu Teil 1 der Serie: Bakterien

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