Deswegen gibt es den Weihnachtsbaum
Seine Äste werden mit Lametta, Kugeln und Figuren behangen. Dazwischen windet sich eine Lichterkette. Oben thront ein Stern. Und darunter warten die bunt verpackten Geschenke. Nichts anderes auf der Welt ist so sehr Weihnachten wie der Tannenbaum.
Aber wusstest du, dass es diesen Brauch noch nicht so lange gibt? Seit wann und warum Menschen den Weihnachtsbaum schmücken, wissen auch Experten nicht ganz genau. Aber ungefähr so könnte es gewesen sein.
Symbol für Leben
Fest steht: Auch vor 2000 Jahren war die Tanne für die Menschen etwas Besonderes. Aber auch Kiefer, Fichte oder Wacholder. Diese gehören zu den sogenannten immergrünen Pflanzen, denn sie werfen ihre Blätter im Herbst nicht ab, sondern behalten sie das ganze Jahr.
Du hast richtig gelesen: Auch die Nadeln von Tanne und Fichte sind Blätter. Sie sind einfach nur schmaler und runder als die Blätter von Laubbäumen. Außerdem sind sie mit einer Wachsschicht umgeben. Das alles schützt die Bäume davor, im Winter auszutrocknen oder zu verdursten.
Deswegen waren die immergrünen Pflanzen für unsere Vorfahren, die Germanen, ein Symbol für Leben. Sie haben damit bei Festen Plätze und Häuser geschmückt. Auch die Römer nutzen Tannenzweige zum Jahreswechsel, um sich vor Krankheiten und bösen Geistern zu schützen.
Eine Handwerkertradition
Obwohl die immergrünen Zweige für Menschen also schon lange wichtig sind, ist der Brauch, einen Weihnachtsbaum aufzustellen nur ungefähr 500 Jahre alt.
Entstanden ist er wohl in Deutschland und zwar in den sogenannten Zünften. Das sind Gruppen von Handwerkern, die sich seit dem Mittelalter zusammengeschlossen hatten, um für ihre Interessen zu kämpfen. Wann und wo so eine Zunft den allerersten Weihnachtsbaum jedoch aufstellte, weiß man nicht so genau. Manche sagen, es war in Bremen, andere behaupten es war in Freiburg.
Klar ist nur: Der Baum wurde nicht mit Schmuck, sondern mit Lebensmittel geschmückt. Mit Äpfeln, Nüssen, Datteln, Brezeln und manchmal sogar mit Käse. Stell dir das mal vor! Die Kinder durften den Baum dann schütteln und von ihm naschen. Das muss etwas ganz besonderes gewesen sein, denn früher mussten viele Menschen hungern.
Grün auch an Weihnachten
Die Idee, sich zu Weihnachten einen Baum ins Wohnzimmer zu stellen, haben sich im Laufe der Zeit die Familien in den Städten von den Zünften abgeguckt. Eine lange Weihnachtsbaum-Tradition hat zum Beispiel das Elsass – das liegt im Osten von Frankreich und grenzt an Deutschland. Bei uns im Rheinland war es lange Zeit beliebter, eine Krippe statt eines Christbaums aufzustellen.
Eine große Industrie
So richtig bekannt wurde der Weihnachtsbaum im 19. Jahrhundert. Jetzt stand er auch bei den Adligen und den Bauern auf dem Land in den feinen Stuben.
Die Menschen setzten Kerzen auf die Zweige und schmückten Tannenbäume mit Glaskugeln und Lametta (das übrigens wie Eiszapfen aussehen sollte). Der Baum wurde in Europa und auch in den USA bekannt. Aus Amerika kamen anschließend die ersten künstlichen Lichterketten.
Heute gibt es viele Fabriken für Weihnachtsschmuck und riesige Plantagen, auf denen die Tannenbäume gezüchtet werden. Denn: Allein in Deutschland stehen zu Weihnachten etwa 25 Millionen geschmückte Bäume in den Wohnzimmern.
Von Angela Sommersberg
Wir haben in der Bildergalerie schöne und verrückte Weihnachtsbäume aus der ganzen Welt gesammelt: Manche mit Nadeln, andere aus Lego, aus Schrott oder aus Flaschen.










