„Der Froschkönig“ kurz und knapp

Nur eines von vielen Märchen: Der Froschkönig. (Foto: thinkstock)
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Vielleicht hast du schon einmal gehört, wie jemand sagt: „Sei doch kein Frosch“. Die Redewendung heißt so viel wie „Sei doch kein Spielverderber“. Einige Menschen sind der Meinung, dass diese Redewendung etwas mit dem Märchen „Der Froschkönig“ von den Gebrüder Grimm zu tun hat. Andere halten das für unwahrscheinlich. Denn in dem Märchen ist eigentlich das Mädchen ein Spielverderber. Aber liest selbst.

Der Froschkönig

Es war einmal ein König, der hatte drei Töchter, die alle wunderschön waren. Die jüngste aber war von allen die schönste und die sanfteste. An einem besonders heißen Tag im Sommer spielte die Prinzessin mit ihrer goldenen Kugel am liebsten im Wald an einem kühlen Brunnen. Einmal aber warf sie die Kugel hoch in die Luft und fing sie nicht wieder auf; die Kugel landete im Brunnen und versank in der Tiefe. Das Mädchen wurde traurig und weinte um die verlorene Kugel.

Plötzlich streckte aber ein hässlicher Frosch den Kopf aus dem Wasser und schaute die Prinzessin an. Er sagte: „Weine nicht, liebe Prinzessin. Ich kann dir deine Kugel wiederholen, wenn du willst. Was gibst du mir dafür?“ und die Prinzessin versprach ihm ihre teuren Kleider, den Schmuck und auch die Krone, die sie trug. Der Frosch aber wollte das alles nicht. Er sagte: „Ich will nur dein Spielkamerad sein. Neben dir am Tisch sitzen, von deinem Teller essen und in deinem Bett schlafen. Dann hole ich dir deine Kugel.“

Das Mädchen versprach es ihm und der Frosch tauchte den Brunnen hinunter. Nach einer Weile kam er wieder an die Oberfläche und hatte tatsächlich die Kugel bei sich. Die Prinzessin freute sich sehr, nahm die Kugel und lief übermütig nach Hause, ohne an den Frosch zu denken.

Am nächsten Tag, als sie mit ihrem Vater und ihren Schwestern bei Tische saß, klopfte es auf einmal an der Tür und eine Stimme rief: „Königstochterjüngste, mach mir auf!“ Als sie nachsah, wer dort saß, erkannte sie den Frosch. Ihr Vater fragte, wer beim Essen störe und so erzählte sie ihm die ganze Geschichte. Der Vater erklärte ihr, dass sie ihr Versprechen schon halten müsste und so ließ sie den Frosch herein und setzte ihn neben sich an den Tisch. Sie ließ ihn auch von ihrem Teller essen, aber als er in ihrem Bett schlafen sollte, ekelte sie sich furchtbar.

Der König aber bestand darauf und erinnerte sie daran, dass sie schließlich ihr Wort gegeben hatte und der Frosch ihr immerhin helfen musste. Sie nahm ihn mit in ihr Zimmer, aber als die Türen geschlossen waren, wurde sie wütend, nahm den Frosch und warf ihn an die Wand. Als er herabfiel, verwandelte er sich aber in einen schönen jungen Mann. Er erzählte ihr, dass er von einer bösen Hexe verwandelt worden war und nur die Prinzessin den Zauber lösen konnte.

Sie heirateten und lebten glücklich im Reich des Prinzen.

Aufgeschrieben von Sara Pichireddu

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